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Heidi Horten – alle Infos zur reichsten Frau Österreichs

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Heidi Goëss-Horten, österreichische Kaufhaus-Erbin, Milliardärin, Mäzenin und Kunstsammlerin, wurde 1941 in Wien geboren. 

Heidi Goëss-Horten, geborene Jelinek, verwitwete Horten, geschiedene Charmat und Tochter eines Wiener Graveurs, damals Sekretärin von Beruf, lernte vermutlich um den Beginn der 1960er-Jahre in einer Bar in Velden am Wörther See den etwa 30 Jahre älteren deutschen Unternehmer und „Kaufhaus-König“ Helmut Horten kennen, dessen damaliger Reichtum als „Reichsverteiler für Textilien“ im Jahr 1936 seinen Grundstock in der „Arisierung“ des Warenhauses Gebrüder Alsberg fand. 1966 heirateten die beiden. Horten schenkte seiner Braut den Blauen Wittelsbacher, einen 35-Karat-Diamanten aus dem Kronjuwelenschatz Bayerns. Als ihr Mann im November 1987 verstarb, erbte Heidi Horten das gesamte Vermögen zum damaligen Zeitpunkt im Wert von rund 1 Mrd. US-Dollar aus dem noch zu Lebzeiten Helmut Hortens veräußerten Kaufhauskonzern.

Heidi Horten: ihr Leben nach Helmut Horten

1994 heiratete die verwitwete Horten auf den Bahamas den französischen Blumengroßhändler Jean-Marc Charmat und nahm seinen Namen an. Als Horten angesprochen, habe sie in dieser Zeit „regelrecht allergisch“ reagiert. Wer sie dennoch so nannte anstatt Charmat, der sei Gefahr gelaufen, von ihrem Rechtsanwalt belangt zu werden. Die Ehe zerbrach und wurde im Jahre 1998 geschieden. Heidi Charmat nahm wieder den Namen Horten an und konnte mit der Scheidung ihr Vermögen vermehren. Danach hatte sie eine Liaison mit einem britischen Exbanker, der als Finanzberater des Medientycoons Robert Maxwell vermögend geworden war.

Heidi Goëss-Horten
Heidi Goëss-Horten ©  SKATA/Imago

Ende Juni 2015 heiratete sie in dritter Ehe Karl „Kari“ Anton Goëss, den sie bereits 20 Jahre gekannt hatte. Goëss-Horten, die die mediale Öffentlichkeit meidet und nur selten Interviews gibt, lebt in ihrer Schlossvilla am Kärntner Wörthersee. Sie hat weitere Wohnsitze in Wien und auf den Bahamas. Zu ihren Nachbarn am Wörthersee zählen Familienzweige der Flicks, Porsches und Piëchs. 2020 erwarb sie das Schloss Thürn.

Heidi Hortens gesellschaftliches Engagement

Horten ist seit 1971 Vizepräsidentin des Stiftungsrates der Helmut Horten Stiftung, die unter anderem mit Zuwendungen an medizinische Forschungseinrichtungen das Gesundheitswesen fördert. Sie gilt als passionierter Eishockey-Fan und ist Mäzenin sowie seit 2010 Ehrenpräsidentin des Klagenfurter Eishockeyvereins EC KAC.

Reichste Österreicherin 2018

Horten verkaufte 2008 über Christie’s den ihr zur Hochzeit von Helmut Horten zum Geschenk gemachten Blauen Wittelsbacher für 23,4 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2011 lag sie mit einem geschätzten Vermögen von 3,2 Milliarden Dollar auf Rang 358 der Forbes-Liste. Auf der Liste der reichsten Österreicher nahm sie damit Platz 4 ein, im Jahr 2014 war sie mit 3,38 Mrd. Euro auf Platz 8 im Ranking der Zeitschrift trend. 2015 wurde ihr Vermögen von Forbes auf 2,7 Milliarden Dollar geschätzt (Rang 690 der Forbes-Liste). Im März 2017 wurde sie von Forbes mit 2,8 Milliarden Dollar (mehr als 3 Milliarden Anfang 2018) taxiert und rangierte auf Platz 717 der Forbes-Liste, in Österreich auf Platz 3, 2018 galt sie als reichste Österreicherin.

Heidi Hortens Kunstsammlung

Unter Beratung ihrer Freundin und künstlerischen Vertrauten Agnes Husslein, frühere Chefin von Sotheby’s in Österreich, erweiterte Heidi Horten nach dem Tod ihres Mannes Helmut Horten im Jahr 1987 aus dem ererbten und vermehrten Vermögen im Laufe der folgenden Jahrzehnte die noch zu seinen Lebzeiten begonnene Kunstsammlung. Daraus ist „eine der beeindruckendsten europäischen Privatsammlungen“, bestehend aus Werken aus rund 100 Jahren Kunstgeschichte, hervorgegangen.

In der von Goëss-Horten zusammengetragenen Privatsammlung finden sich unter anderem Werke aus dem Fin de Siècle wie Gustav Klimts Kirche in Unterach und Egon Schieles Rote Wally, französische Impressionisten wie Edgar Degas und Pierre-Auguste Renoir sowie Bilder der „Superstars“ des deutschen Expressionismus und von den Klassikern der Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.

Während Horten bisher nur im Verborgenen agiert hatte, wurde erstmals im Jahr 2018, einem lang gehegten Wunsch der Sammlerin folgend, ein großer Teil ihrer Sammlung unter dem Titel WOW! The Heidi Horten Collection im Wiener Leopold Museum gezeigt. Der Öffentlichkeit wurden damit über 150 Werke aus 100 Jahren Kunstgeschichte zugänglich gemacht.

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