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Magnus Brunner: Aus dem „Ländle“ in das Finanzministerium

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Von: Johannes Pressler

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Finanzminister Magnus Brunner von der ÖVP.
Finanzminister Magnus Brunner von der ÖVP. © Georg Hochmuth/APA-PictureDesk

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Magnus Brunner Parteimitglied der ÖVP. Ein Porträt des neuen Finanzministers.

Magnus Brunner wird am 6. Mai 1972 in Höchst geboren. Die Gemeinde in Vorarlberg liegt gleich an der Grenze zur Schweiz. Die Matura absolviert Brunner an einem Privatgymnasium in Bregenz, dem Collegium Bernardi im Kloster Mehrerau, daraufhin geht es für ihn nach Innsbruck auf die Universität.

Brunner studiert Rechtswissenschaften, 1996 schließt er das Studium in Innsbruck mit einer Dissertation mit dem Titel „Die Reichweite der ärztlichen Schweigepflicht“ ab. Für ein Post Graduate Studium geht Brunner die folgenden Jahre nach London an das King‘s College.

Magnus Brunner: Anfänge in der Politik

Bereits seit 1990 ist Magnus Brunner Mitglied der katholischen Studierendenverbindung A.V. Austria Innsbruck, die zum Österreichischen Cartellverband (ÖVC) gehört. Die A.V. Austria Innsbruck kann als ÖVP-nahe bezeichnet werden, im Vergleich zu vielen FPÖ-nahen Studierendenverbindung ist sie nicht nichtschlagend.

Nach seinem Aufenthalt in London macht Brunner erste Schritte in der Vorarlberger Landespolitik. 1999 organisiert der 26-Jährige als Trainee der Industriellenvereinigung eine Plattform des Vorarlberger Landeshauptmanns Herbert Sausgruber. Dadurch wird Brunner für die nächsten drei Jahre auch Pressesprecher des Landeshauptmanns.

Magnus Brunner: Zwischen Wirtschaftsbund und Bundesrat

2002 wird Brunner der politische Direktor des österreichischen Wirtschaftsbundes und verlässt somit die Vorarlberger Landespolitik. Diesen Posten hat der Vater von drei Söhnen bis 2006, dann wechselt er als Leiter der Unternehmensentwicklung und Kommunikation der Illwerke/VKW-Gruppe zurück nach Bregenz. Von 2007 bis 2020 und seiner Bestellung als Staatssekretär ist Brunner auch als Vorstand der Abwicklungsstelle für Ökostrom, OeMAG, tätig.

Schon seit 2004 ist Brunner nebenbei als Ersatzmitglied des österreichischen Bundesrates zur Stelle. Im Mai 2009 übernimmt er die Funktion vollständig und von 2018 bis 2020 wirkt Brunner auch als Vizepräsident des Bundesrates.

Magnus Brunner: Vom Staatssekretär zum Finanzminister

Im Jänner 2020 wird Magnus Brunner für die Bundesregierung Kurz II, bestehend aus der ÖVP und den Grünen, als Staatssekretär angelobt. Das Büro des begeisterten Hobby-Tennisspielers, der auch Präsident des Österreichischen Tennisverbands ist, befindet sich im Infrastruktur- und Umweltministerium von Leonore Gewessler.

Nach den Rücktritten von Sebastian Kurz und Gernot Blümel im Dezember kommt es zu einer großen Personal-Rochade innerhalb der ÖVP und ihrer Ministerien. Auf Empfehlung des neuen Bundeskanzlers Karl Nehammer wird Magnus Brunner am 6. Dezember 2021 von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum neuen Finanzminister angelobt.

Magnus Brunner: Bisher Watchdog hinter den Kulissen

Im Vergleich zu den meisten anderen Minister:innen der ÖVP ist Magnus Brunner der breiten Öffentlichkeit bisher eher nicht bekannt. In einer Umfrage aus dem Herbst 2021, veröffentlicht in der Tageszeitung „Heute“, geben 52 Prozent der befragten Personen an, den zu dieser Zeit als Staatssekretär tätigen Brunner nicht zu kennen.

Brunner ist bisher ein Politiker gewesen, der eher im Hintergrund agiert und im von den Grünen geleiteten Umweltministerium als eine Art Watchdog für die ÖVP fungiert hat. Zwischendurch äußerte er sich aber auch kritisch gegenüber dem kleinen Regierungspartner. Zum Beispiel bei den von Gewessler durchgeführten Bewertungen von Straßenbauprojekten, die letztendlich auch zum Stopp des Lobautunnels geführt haben.

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