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Puls 4: Infotainment für Österreich

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Puls4 - Logo beim Media Quarter Marx.
Das Puls4-Logo am Redaktionsgebäude. © Willfried Gredler-Oxenbauer/APA Picturedesk

Der Privatfernsehsender Puls 4 gehört zu den meistgesehenen und führenden Sendern im österreichischen TV und fokussiert sich auf Unterhaltung und Sport.

Der Privatfernsehsender „Puls 4“ präsentiert seine Infotainmentformate mit Optimismus, Neugierde, Mut, Weltoffenheit und einer Prise Schmäh und Augenzwinkern.

Von Puls TV zu Puls 4

Unter dem Namen „Puls TV“ ging am 21. Juni 2004 ein Wiener Stadtsender erstmalig auf Sendung. Drei Jahre später übernahm ihn die ProSiebenSat.1 Media AG und benannte ihn um in „Puls 4“. Der Name ergab sich aus der Tatsache, dass der neue Privatfernsehsender nach ORF 1, ORF 2 und ATV das insgesamt vierte österreichische Vollprogramm mit eigenen Nachrichten war. Am 28. Jänner 2008 um 18.00 Uhr startete der neue Sender sein Programm mit der Ausstrahlung der „Puls 4 News“. Von September 2011 an war die hochauflösende „Puls 4 HD“-Variante über die Bezahlplattform „AustriaSat“ empfangbar.

Seit Herbst 2012 befindet sich das Redaktionsgebäude des Privatfernsehsenders im Media Quarter Marx, einem Medienstandort für Unternehmen aus der Medienbranche im Wiener Stadtteil Sankt Marx. Gründer und Geschäftsführer des österreichischen TV-Senders ist Markus Breitenecker. Dank innovativer Ideen und umfangreicher Investitionen in Eigenproduktionen führte er das private Fernsehnetzwerk erfolgreich an die Spitze. Der Plan, im Herbst 2016 unter dem Namen „4News“ einen Nachrichten- und Dokumentationssender nach dem Vorbild von N24 zu starten, scheiterte nach kurzer Zeit.

Puls 4 über Antenne, Kabel und Satellit empfangen

Um das vierte Vollprogramm zu empfangen, stehen verschiedenste Möglichkeiten zur Auswahl. Wer in den österreichischen Landeshauptstädten und deren Umgebung zu Hause ist, kann den Privatfernsehsender „Puls 4“ digital über eine Stab- bzw. Hausantenne plus zugehörigem DVB-T Receiver empfangen. Zudem ist ein Empfang über diverse Kabel- bzw. IPTV-Betreiber möglich. Um das Fernsehnetzwerk über Kabel in hochauflösender HD-Qualität empfangen zu können, wird das HD Extra Plus Paket des digitalen Kabelnetzbetreibers UPC oder aber das A1 HD+ TV-Paket von A1 TV benötigt. Eine weitere Option bietet der Empfang per digitalem Satellitenreceiver.

Dabei gilt es zu beachten, dass der Sender seit seiner Verschlüsselung am 14. Mai 2008 nicht mehr kostenfrei zur Verfügung steht und über DVB-S nur noch österreichweit empfangen werden kann. Für die Entschlüsselung wird eine ORF digital SAT-Karte oder eine Smartcard von Sky benötigt. Die ORF digital SAT-Karte ist in der Regel beim Kauf eines neuen Receivers enthalten, muss allerdings vor der Nutzung freigeschaltet werden und ist auf einen Einsatz innerhalb der österreichischen Landesgrenzen beschränkt. Trägt der Receiver die Kennzeichnung „Mit Österreich-Programmierung“ finden Nutzer den Privatfernsehsender Puls 4 bereits auf dem vierten Programmplatz vorinstalliert.

Den Privatfernsehsender Puls 4 per Handy, Tablet und PC streamen

Per Puls 4 App ist das gesamte Programm des Privatfernsehsenders als legaler Stream überall und jederzeit empfangbar. Nach dem Download im Playstore bzw. im iOS Appstore bietet die App ihren Nutzern

In Verbindung mit Google Chromecast-TV-Streaming lässt sich das Programm direkt mit dem Fernseher verbinden, dank Social-Media-Sharing ist Posten ebenfalls möglich. Weitere Alternativen zum Empfang des Fernsehnetzwerks Puls 4 wären TV-Sticks oder Streaming-Boxen, die sich über den HDMI-Anschluss des Fernsehgerätes anschließen lassen. So bietet beispielsweise der TV-Streaming-Media-Dienst Zattoo mit seinem österreichischen Ableger die Möglichkeit, Puls 4 per TV-Stick zu empfangen.

Puls 4: Eigenproduktionen, Shows und Magazine

Der Privatfernsehsender Puls 4 arbeitet kontinuierlich daran, den Show-Bereich auszubauen und seine Zuschauer mit Eigenproduktionen zu unterhalten. Über viele Jahre hinweg konnte der Sender aus Kostengründen nicht mehr als eine große Show pro Jahr produzieren. Bis 2017 war diese „Austria’s next Topmodel“, danach ging das erfolgreiche Format an den Privatsender ATV, der zur selben Mediengruppe gehört.

Deshalb versuchte sich Puls 4 an „Ninja Warrior Austria“. Gemeinsam mit „The Masked Singer“ sendete Puls 4 erstmals zwei große Show-Formate. Und das mit großem Erfolg: Im September 2021 feierte das Fernsehnetzwerk einen Rekord-Marktanteil von sechs Prozent. „Ninja Warrior Austria“ erreichte mehr als eine Million Zuseher:innen und damit bei einzelnen Folgen einen Marktanteil von bis zu achteinhalb Prozent. Bei „The Masked Singer“ stieg der Anteil vereinzelt sogar auf über zehn Prozent. Das war genug, um in der Altersklasse der 12- bis 49-Jährigen zum erfolgreichsten österreichischen Privatsender aufzusteigen.

Der Privatfernsehsender Puls 4 ‒ Nachrichten und Politik

Auch die beliebte Gründershow „2 Minuten 2 Millionen“ haben mittlerweile mehr als eine Million Österreicher:innen verfolgt. Mit seinem Fernsehmagazin „Café Puls“ ist der Sender am Vormittag ebenfalls erfolgreich. Das von Puls 4 produzierte Frühstücksfernsehen wird gleichzeitig auf „ProSieben Austria“ und „Sat.1 Österreich“ gesendet. Hinzu kommen Magazine wie „Café Puls am Nachmittag“ und „Café Puls ‒ Das Magazin“, das am Vorabend ausgestrahlt wird. Filme, Blockbuster und Serien wie „How I Met Your Mother“, „Navy CIS“ oder „Two and a Half Men“ machen das Unterhaltungsprogramm komplett.

Gleich mehrere TV-Formate des Privatfernsehsenders geben Auskunft über die Innenpolitik Österreichs und das Geschehen rund um die Welt. Über tagesaktuelle Nachrichten informiert die Sendung „Puls 4 News“, spannende Diskussionsrunden zu verschiedensten politischen Themen bietet das wöchentlich ausgestrahlte Format „Pro & Contra“. Das Wissensmagazin „Know-How“ porträtiert unter anderem heimische Spitzenpolitiker, über brisante Themen wird bei „Wie Jetzt?! Puls 4 fragt nach“, „Fußi will streiten“ und „Gültige Stimmen“ diskutiert. Mit seiner eigenständigen Redaktion setzt der Puls 4 Sender neben Polit-Talk auch bei Wahlen auf ein umfassendes Sonderprogramm. Im Vorfeld der Nationalratswahl 2017 diskutierten im Fernsehnetzwerk die Spitzenkandidaten der großen Parteien im Duellmodus miteinander und mussten sich wichtigen Fragen zu ihren Parteiprogrammen stellen. Ein Novum der „Puls 4 Wahlarena“ war, dass Zuschauer ihre Vorstellungen und Fragen in Form von Videos äußern konnten, die dann im Verlauf der Sendung gezeigt und beantwortet wurden.

Wichtige Sportereignisse

In das Programm von „Puls 4 Sport“ sind verschiedene Sendungen des österreichischen Privatfernsehsenders integriert. Die Sendung „Sportflash“ informiert über sportliche Highlights und aktuelle Themen aus der Welt des Sports. Mit „GO! Das Motorsportmagazin“ hat „Puls 4“ auch Motorsport im Programm. Ansonsten konzentriert sich das Portfolio des Senders hauptsächlich auf Fußball.

In der Vergangenheit konnte sich das Fernsehnetzwerk bereits wichtige Übertragungsrechte sichern und seine Zuschauer:innen mit hochkarätigen Liveübertragungen begeistern. Darunter Spiele der UEFA Europa League, der UEFA Champions League und der jährlich stattfindende FIS Ski Cross World Cup. Neben Fußball gehört auch American Football zu den Aushängeschildern des Fernsehnetzwerkes. Bereits seit 2010 überträgt „Puls 4“ live jeweils am Sonntag ein Spiel der Regular Season. Hinzu kommen die Wild Card Games, die Conference Finals und der Superbowl..

Puls 4 im Konflikt mit der Belegschaftsvertretung

Im Februar 2008 geriet der Privatfernsehsender nur wenige Tage nach dem österreichischen Start in die Schlagzeilen. „Wir wollen unsere Betriebsräte zurück“, forderten die Mitarbeiter:innen öffentlich auf Plakaten vor dem Sitz des Senders. Vorausgegangen war die unbegründete Entlassung von zwei der insgesamt drei Betriebsräte. Es folgte ein Ultimatum an die Geschäftsführung des Fernsehnetzwerks, ansonsten würde Klage beim Arbeits- und Sozialgericht eingereicht werden. Geschäftsführer Markus Breitenecker bestand darauf, dass beide Kündigungen „rechtmäßig“ seien.

Gefordert wurde neben der Rücknahme der Kündigungen auch die Einhaltung von Kollektivverträgen. Unterstützt durch des Gewerkschaftsbund ÖGB kam es zu einer Einigung zwischen Belegschaft und Geschäftsführung. Nach vorgezogenen Betriebsratswahlen wurde ein Dreierteam mit dem Betriebsratsvorsitzenden Kurt Raunjak mit einer Zustimmung von 91 Prozent bestätigt.

Von Gabi Knapp

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