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Russische Botschaft in Wien mit Farbbeutel beworfen, Reaktion der Botschaft komplett übertrieben

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Von: Johannes Pressler

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Ein Polizeiauto steht vor der russischen Botschaft in Wien.
Die russische Botschaft in Wien, hier im Juli 2020. © Hans Punz/APA-PictureDesk

Das Schild auf dem Zaun der russischen Botschaft soll mit einem roten Farbbeutel beworfen worden sein. Wie die Botschaft darauf reagiert, ist aber der wahre Aufreger.

Sonntag (6. März) war der elfte Tag seit der Invasion Russlands in die Ukraine. Millionen Menschen sind seitdem auf der Flucht vor dem Krieg. In vielen europäischen Städten wird gegen die Aggressionen Russlands demonstriert. Die russische Botschaft in Wien schien am vergangenen Wochenende jedoch andere Sorgen zu haben. Wie die Botschaft am Sonntag auf Twitter teilte, soll das Schild am Zaun von einem roten Farbbeutel beworfen worden sein.

Farbbeutel auf Botschaft: Russische Reaktion aber komplett übertrieben

Laut der russischen Botschaft soll der Täter auf einem Motorrad geflüchtet sein. Die Polizei habe eine Fahndung eingeleitet und die russische Botschaft reichte beim österreichischen Außenministerium einen Protest ein. Natürlich ist jegliche Form von Vandalismus nicht zu tolerieren und die Verantwortlichen müssen mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Für besondere Aufregung in den österreichischen sozialen Medien sorgte aber nicht die mutmaßliche Tat an sich, sondern wie die russische Botschaft darauf reagierte.

Die russische Botschaft bezeichnete auf ihrem Twitter-Account den Wurf mit einem Farbbeutel als eine „barbarische Aktion“. Solche Worte kommen ausgerechnet von der Botschaft jenes Landes, das seit 24. Februar in der Ukraine nicht nur einen unrechtmäßigen Krieg führt, sondern dort Zivilpersonen von den russischen Truppen und ihren Waffen getötet werden. Sich jetzt wegen eines kleinen Farbbeutels in die Opferrolle zu begeben, ist beinahe schon beeindruckend. Wie die Tageszeitung „Die Presse“ dazu kommentierte: „Manchmal verrutschen die Relationen ganz gewaltig.“

Beziehung zwischen Österreich und Russland angespannt

Doch nicht nur symbolisch sind die Beziehungen zwischen Österreich und Russland seit dem Beginn des Ukraine-Krieges um einiges angespannter. Bereits einen Tag vor der „Farbbeutelattacke“ äußerte das russische Außenministerium scharfe Kritik an Bundeskanzler Karl Nehammer und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP). Die beiden hätten laut des russischen Außenministeriums „einseitige und empörende Aussagen“ getätigt und dass Österreich nur mehr „scheinbar neutral“ wäre.

Die Linie der österreichischen Regierung ist hierbei klar: Man sei militärisch neutral, aus politischer Sicht aber nicht. „Ich verurteile jeden Versuch der Rechtfertigung für die grausamen Verbrechen Russlands zutiefst“, twitterte Kanzler Nehammer bereits am 1. März.

Ein Punkt, der in der aktuellen Berichterstattung etwas untergeht: Nicht alle Menschen in und aus Russland unterstützen den tatsächlich barbarischen Putin-Krieg in der Ukraine. BuzzFeed Austria hat darüber mit einer Russin gesprochen.

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