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Hunderttausende User:innen verlassen Twitter nach Elon Musks Übernahme

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Von: Helena Dimmel

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Billionaire Tesla CEO Elon Musk s Twitter account is pictured next to the logo of the social media provider on April 25
Twitter muss wegen Musk enorme Verluste hinnehmen. © IMAGO/Stanislav Kogiku

Elon Musk hat Twitter für 44 Milliarden Dollar gekauft. Hunderttausende User:innen sollen sich nun abgemeldet haben, und das nach nur vier Tagen.

Welche Auswirkungen hat die Übernahme der Social Media Plattform Twitter durch den Tesla CEO? Seitdem die Nachricht am 25. April publik geworden ist, hat sich einiges getan. Erste Datenerhebungen lassen auf starke Einbrüche bei den Userzahlen schließen. Twitter hat bestätigt, dass mehrere hochkarätigen Accounts bereits vier Tage nach Übernahme durch Elon Musk abertausende Follower verloren haben. Das Unternehmen geht davon aus, dass die „Schwankungen bei den Followerzahlen“ auf „organische“ Kontoschließungen zurückzuführen sind - sprich, dass sich Leute massenweise eigenständig von der Social Media Plattform abmelden. 

Laut dem amerikanischen Nachrichtensender NBC verlor der frühere US-Präsident Barack Obama, der mit 131,7 Millionen Follower:innen den populärste Account auf Twitter inne hat, mehr als 300.000 Follower:innen. Katy Perry, derzeit auf Platz drei der Top Twitter Accounts, musste rund 200.000 Follower:innen einbüßen. 

Beunruhigender Rechts-Ruck bei Twitter User:innen

NBC berichtet weiters, dass die Zahl der Follower:innen einiger Konten der politischen Rechten währenddessen in die Höhe geschossen ist. Die US-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, eine bekannte Unterstützerin rechtsextremer Verschwörungstheorien von QAnon, hatte am Tag vor Musks Twitter-Kauf 539.000 Follower:innen, einen Tag danach jedoch bereits 632.000. Auch der rechtspopulistische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro gewann am Tag nach der Ankündigung fast 90.000 Anhänger:innen. 

Twitter hat noch keine offiziellen Zahlen über Kontoschließungen und Aktivierungen seit der Übernahme am 25. April veröffentlicht. Das Unternehmen bestätigte jedoch, dass es die „jüngsten Schwankungen der Follower-Zahlen“ untersuchen werde. 

Musk will Meinungsfreiheit - auf Kosten von Minderheiten?

Klar ist, dass hunderttausenden Twitter-Follower:innen die Übernahme von Musk ein Dorn im Auge ist. Der Tesla-Chef hat bereits mehrere Maßnahmen angekündigt, wie er das Unternehmen verändern werde: „Meinungsfreiheit ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie, und Twitter ist der digitale Marktplatz, auf dem wichtige Themen für die Zukunft der Menschheit diskutiert werden. Ich möchte Twitter besser als je zuvor machen, indem ich das Produkt mit neuen Funktionen verbessere, die Algorithmen Open-Source mache, um das Vertrauen zu erhöhen, Spam-Bots zu besiegen und alle Menschen zu authentifizieren. Twitter hat ein enormes Potenzial - Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und der User-Community, um es freizusetzen.“ 

Jedoch werden immer mehr Stimmen laut, die Musks Vorhaben scharf kritisieren: Mitglieder der LGBTQIA+ Community und anderer marginalisierter Gruppen befürchten, dass transphobe oder andere diskriminierende Inhalte auf der Plattform in Zukunft nicht mehr gelöscht werden. Musk selbst twitterte 2020 “Pronomen sind scheiße” - eine spöttische Kritik an geschlechtsneutralen Personalpronomen, die verwendet werden, um Transgender und nicht konforme Personen stärker einzubeziehen. 

Auch Musks Plan, jede/n Twitter-User:in zu authentifizieren, wird als problematisch angesehen. Die derzeit noch bestehende Anonymität der Plattform liefere gerade für Trans-Personen die Möglichkeit, ihre Identität online in einem “Safe Space” zu erkunden, argumentiert Katelyn Burns, eine Trans-Journalistin. Sie gilt mit 70.000 Follower:innen auf Twitter selbst als ein Sprachrohr der Online-Trans-Community.

Die Kontroversen rund um Musks Twitter-Kauf scheinen nicht abzunehmen. Erst gestern war der Tesla-Chef wieder mit einer Serie von absurden Tweets aufgefallen, in denen er verlautbarte, als nächstes Coca-Cola zu kaufen und Kokain hinzuzufügen. 

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