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Studie: Die österreichische Bevölkerung ist so pessimistisch wie noch nie zuvor

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Von: Johannes Pressler

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Frauen auf einer Demonstration mit dem Schild: „KLATSCHEN REICHT NICHT“
Das pessimistische Meinungsklima zeigt sich in den zahlreichen Demonstrationen. © Hans Punz/APA-PictureDesk

Eine neue Studie zeigt spannende Einblicke in das Meinungsklima der österreichischen Bevölkerung. So viel vorweg: Rosig fällt das Ganze nicht aus.

Es ist eindeutig keine Partystimmung, die in Österreich zurzeit vorherrscht. Vielmehr sind es Pessimismus und Misstrauen, die die österreichische Bevölkerung prägen. Das geht aus einer Umfrage des Linzer Market-Instituts hervor, veröffentlicht in der Tageszeitung „Der Standard“. 817 Personen, repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Österreich, wurden dazu im August befragt. Besonders spannend: Sogar die hierzulande unterschiedlichen politischen Lager zeigen starke Unterschiede.

Pessimismus stärker als Optimismus

Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: „Sehen Sie der nahen Zukunft mit Optimismus und Zuversicht oder eher mit Skepsis bzw. Pessimismus entgegen?“ Angesichts der zahlreichen Krisen (Corona, Inflation, Klima) eine berechtigte Frage. 47 Prozent der befragten Menschen sind derzeit pessimistisch, während 23 Prozent mit Optimismus in die nächste Zeit gehen. Das sind Rekordwerte. Die restlichen Befragten enthielten sich der Antwort. Gender-Unterschiede gäbe es beim Meinungsklima kaum, ganz anders ist das bei den unterschiedlichen Altersgruppen.

Dabei zeigt sich ganz deutlich: Je jünger die Menschen in Österreich sind, desto optimistischer denken sie. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 38 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen kommt nur bei einem Viertel (26 Prozent) der Optimismus hervor. Bei jenen Menschen, die 50 Jahre oder älter sind, ist nur mehr knapp jede sechste Person optimistisch. In Hinblick auf die politischen Präferenzen zeigt sich klar: Die Anhänger:innen der Regierungsparteien (Grüne und ÖVP) sind am positivsten gestimmt. Am Ende der Liste: Jene Befragten, die mit der FPÖ sympathisieren.

Misstrauen geht über Vertrauen

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Wahrlich, kein unbekanntes Motto - und anscheinend eines, das viele Menschen in Österreich feiern. Ganze 82 Prozent bevorzugen nämlich Kontrolle über Vertrauen. Manchmal ist Misstrauen aber auch eine gute Sache. Denn eine ganz starke Meinung haben die Befragten zur Frage, ob man den Informationen auf Social Media trauen kann. „Gar nicht“, sagen dazu 57 Prozent.

Nicht unwesentlich beim Vertrauen ist die Frage, wie glücklich man ist. „Was wir auch sehen können, ist ein Zusammenhang von persönlichem Glücksgefühl und Vertrauen. (...) Und diese sehr glücklichen Menschen haben auch selbst mehr Vertrauen in ihre Umwelt“, sagt dazu Market-Institutschef David Pfarrhofer. Am unglücklichsten sind übrigens die FPÖ-Sympathisanten - ein ganzes Drittel von ihnen sei ziemlich oder gänzlich unglücklich.

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