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„Es ist höchste Zeit“: Oberösterreichischer AK-Präsident fordert Erhöhung der Studienbeihilfe

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Von: Johannes Pressler

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Fotomontage von links dem oberösterreichischen Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl und rechts einem Universitätshörsaal voller Studierende.
Oberösterreichs AK-Präsident Stangl fordert eine umfassende Erhöhung der Studienbeihilfe. ©  Harald Dostal/Helmut Fohringer/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Laut Andreas Stangl, Arbeiterkammer-Präsident in Oberösterreich, bräuchte es eine Reformierung der Studienbehilfe. Das aktuelle System sei nicht mehr „zeitgemäß“.

Die Studienbeihilfe ist für viele Studierende in Österreich ein wichtiges Mittel, um sich ihr Leben an der Universität überhaupt leisten zu können. Vergeben wird sie von der Studienbeihilfebehörde, die zum ÖVP-Bildungsministerium gehört. Das Ziel ist es, jenen jungen Menschen das Studieren zu ermöglichen, deren Familien nicht in der Lage sind, genügend finanzielle Unterstützung zu bieten. Laut der letzten Studierenden-Sozialerhebung waren das zwölf Prozent aller Studierenden in Österreich, die die konventionelle Form der Studienbeihilfe in Anspruch nahmen. Aufgrund der schwierigen Zeiten, in denen wir uns derzeit befinden, bräuchte es jedoch für manche in Österreich eine umfassende Veränderung, was die Studienbeihilfe betrifft.

AK-Präsident Stangl: „Es ist höchste Zeit, die Studienbeihilfe umfassend zu reformieren“

Andreas Stangl (Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen) ist Präsident der Arbeiterkammer in Oberösterreich. Mit dem aktuellen Studienbeihilfesystem ging der AK-Präsident via einer Presseaussendung am Freitag (15. April) hart ins Gericht: „Es ist höchste Zeit, die Studienbeihilfe umfassend zu reformieren und sie sozial gerecht zu gestalten.“ Wie BuzzFeed Austria bereits darüber berichtet hat, kann man derzeit in Österreich bis zu 841 Euro pro Monat an Studienbeihilfe bekommen. Für Stangl bräuchte es eine sofortige Erhöhung um 15 Prozent. So soll auf die immer teurer werdenden Preise reagiert werden.

Was viele Menschen nicht wissen: Die Studienbeihilfe wird nur alle zehn Jahre aktualisiert. Zuletzt war das 2017, als die Studienbeihilfe um 18 Prozent erhöht. Die Teuerung an sich stieg im selben Zeitraum von 2007 bis 2017 um 21 Prozent, die Wohnkosten (für Studierende besonders heikel) sogar um 38 Prozent. So ist es auch kein Wunder, dass laut Studierenden-Sozialerhebung mehr als ein Fünftel der Studierenden große finanzielle Probleme hat. Für AK-Präsident Stangl bräuchte es vor allem für jene Menschen die Reform der Studienbeihilfe: „Gerade Personen aus Haushalten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind von finanziellen Belastungen als Folge der Corona-Pandemie und der enormen Preisentwicklung besonders betroffen.“

Bildungsminister Polaschek: Erhöhung der Studienbeihilfe für 2022 angekündigt

Eine Reform der Studienbeihilfe mit mehr sozialer Gerechtigkeit sei also längst überfällig, ist AK-Präsident Stangl der Ansicht. Dass sich etwas ändern muss, dieser Meinung ist zumindest auch Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP). Wie dieser im Dezember 2021 ankündigte, soll für 2022 die Studienbeihilfe um 20 Millionen Euro erhöht werden. Dabei handle es sich um die größte Anhebung seit - ja, genau - 2017. „An den Details wird derzeit gearbeitet“, hieß es damals in einer Presseaussendung. Mehr ist darüber auch rund fünf Monate später noch nicht bekannt.

Apropos Bildungsminister Polaschek: Dieser stand auch vor Kurzem erst stark in der Kritik. Schulleitungen erhielten für ihren Arbeitseinsatz in der Corona-Pandemie eine „Belohnung“ von 500 Euro. Lehrkräfte gingen allerdings leer aus.

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