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Traum vom Eigenheim? Leute auf Jodel erzählen, ob sie sich eine Immobilie leisten können

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Von: Helena Dimmel

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Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden bleibt für immer mehr Menschen unerfüllt. © IMAGO / agefotostock

Teuerungswelle, steigende Energiepreise, hohe Inflation - Ist der Traum vom Eigenheim geplatzt?

Dass das Mieten langfristig teurer ist, als Immobilien zu kaufen, ist kein Geheimnis mehr. Podcasterin „Investorella“ erklärte schon Anfang des Jahres im BuzzFeed Austria-Interview, dass der Weg aus der Altersarmut oftmals an eigenes Eigentum geknüpft ist. Wer einen Kredit aufnehmen kann und diesen monatlich statt Miete abbezahlt, der zahlt letztendlich in die eigene Kasse ein. Damit wird das eigene Vermögen vor Wertminderung geschützt. Am Ende der meist 30-jährigen Laufzeit hat man zusätzlich eine Wertanlage, in der man billig wohnen kann, selbst wenn die Mieten anderorts in die Höhe schnellen.

Eigentumserwerb wird weiter erschwert

Seit August gibt es in Österreich allerdings neue Vergaberegeln für Wohnkredite, die den Traum vom Eigenheim für viele nochmals erschweren. Mindestens 50.000 Euro Brutto im Jahr muss man verdienen, und 20 Prozent des Immobilienpreises vorstrecken, um überhaupt einen Wohnkredit aufnehmen zu können - BuzzFeed Austria berichtete. Dabei sprechen wir noch nicht mal vom kleinbürgerlichen Wunschtraum, etwa ein Haus am Stadtrand zu besitzen. Selbst eine Mini-Garconniere kostet inzwischen in der Bundeshauptstadt rund 250.000 Euro inklusive Nebenkosten, wofür man schon mal 50.000 Euro vorstrecken müsste. Wer aber hat überhaupt so viel Bares auf der Hand?

Immobilien werden zudem immer teurer: Laut dem „Property Index 2022“ des Consulting-Unternehmens Deloitte stieg der Quadratmeterpreis für Neubauwohnungen in Österreich alleine im vergangenen Jahr um rund elf Prozent. Im ersten Quartal 2022 gab es einen weiteren Anstieg um 13 Prozent. Durchschnittlich muss man inzwischen 4.782 Euro pro Quadratmeter hinblättern, in Wien sind es sogar 5.788 Euro. Damit gehört Österreich zu den Ländern mit den höchsten Immobilienpreisen Europas.

Auf Jodel nachgefragt: Könnt ihr euch eine Immobilie leisten?

Die Zahlen sind da, und sie sehen nicht gut aus: Laut einer Umfrage mit hundert Millennials und Gen Z‘s aus Salzburg und Wien, die BuzzFeed Austria gestern auf der Social Media App „Jodel“ durchgeführt hat, können sich rund 78 Prozent keine Immobilie leisten. „Ich kann mir keine Wohnung kaufen, weil die Dinger so viel Geld kosten, dass man solche Summen mit Arbeit allein überhaupt nicht verdienen kann“, so eine der vielen resignierten Stimmen in der App.

#Geringverdiener

Die Glücklichen, die eigenes Eigentum erwirtschaften können, stützen sich zumeist auf Erbe (10 Prozent) oder auf Erspartes (12 Prozent). „Mix aus gespart und geerbt“, schreibt ein:e Jodel-User:in. „Ich habe 80.000 Euro geerbt, damit habe ich eine supergeförderte Mietkauf-Wohnung ergattert. Weil die Miete so günstig ist, habe ich jetzt weitere 80.000 Euro für die Anzahlung hingeblättert und trotzdem 120.000 Euro Schulden.“ „Finanzielle Unterstützung habe ich von meinen Eltern bekommen für das Startkapital, den Rest bezahle ich jetzt über einen Kredit ab“, erzählt ein:e ander:e.

In Salzburg kann sich ein:e Jodel-User:in mit Erspartem sogar mehrere Wohnungen leisten: „Ich habe mir schon ein paar Immobilien zugelegt. Eine Eigentumswohnung für mich selbst und zwei Häuser als Wertanlage. Wenn man mal über einen gewissen Punkt hinaus ist, weiß man gar nicht mehr, wohin mit dem Geld.“ Damit bleibt die Person allerdings ein Einzelfall. „Ich verdiene gut und hatte einen Bausparer. Aber trotzdem geht die Anschaffung einer Immobilie nur zu zweit, und wir haben eine Wohnung auf dem Land, nichts Teures.“ „#Geringverdiener“, antwortet ein:e andere:r User:in darauf.

Themen wie Wohnraum, aber auch der Zugang zu Wasser werden mit den neuesten politischen Entwicklungen immer relevanter. Diese Österreicher:innen sprechen sich für einen freien Zugang zu Seen aus.

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