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„Es ist ein falscher Krieg“: Österreichs Jugendliche zur Situation in der Ukraine

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Von: Emily Erhold, Sophie Marie Unger

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Tobias Fischer und Elisa während einer Vox Pop im Wiener Museumsquartier.
Zwischen Erschütterung und Mitgefühl: Tobias und Elisa kommentieren die aktuelle Situation in der Ukraine. (Fotomontage) © Tobias Fischer/BuzzFeed

Nach Russlands Angriffen auf die Ukraine herrscht zurzeit kollektive Fassungslosigkeit. Wir haben junge Österreicher:innen gefragt, was die derzeitige Situation in ihnen auslöst und was sie Urkainer:innen nun gerne ausrichten würden.

Nur kurz nachdem der russische Präsident Wladimir Putin eine militärische Operation gegen die Ukraine angekündigt hatte, standen bereits mehrere Städte unter Beschuss. Erste Zivilist:innen kamen bereits ums Leben. Die Betroffenheit ist überall extrem groß. Junge Menschen in Österreich können die Situation kaum fassen und zeigen sich vor allem solidarisch. Welche Gefühle sich in ihnen breit machen und was sie Ukrainer:innen gerne sagen wollen, erfährt ihr hier.

Wie fühlst du dich, wenn du an die aktuelle Situation in der Ukraine denkst?

Ich bin ein bisschen ängstlich. Ich glaube schon, dass der Krieg nicht zu uns kommen wird, aber ich glaube, die Situation wird uns betreffen. Also die Folgen werden wir auf jeden Fall spüren. Ich glaube, dass die Preise steigen werden, aber ich glaube nicht, dass der tatsächliche Krieg uns wirklich stark betreffen wird. Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ich habe ein bisschen Angst. 

Gwendolin, 15 Jahre

Es gibt jetzt durch die Corona-Situation bereits seit zwei Jahren starke Unsicherheit und jetzt kommt die Situation mit der Ukraine. Das betrifft uns aktuell auch stark, aber ich hoffe, dass sich Österreich durch das Neutralitätsgesetz raushalten kann. Es wird aber auf jeden Fall Auswirkungen auf uns haben. Ich denke, dass die Lieferketten zusammenbrechen werden, vielleicht bin ich da auch sehr schwarzmalerisch. Es ist schon so, dass ich inzwischen kaum mehr Nachrichten lese oder mir anhöre, weil es aktuell nur mehr negative Nachrichten gibt. Es gibt die Klimakrise, es gibt die Corona-Pandemie, es gibt jetzt auch einen Krieg. Wir werden bald wieder eine Finanzkrise haben. Für mich gibt es da schon eine große Verunsicherung. Ich fühle mich als junger Mensch sehr belastet. Ich bin so aufgewachsen, dass mir immer gesagt wurde, dass ich groß träumen kann, dass mir die Welt offen steht, aber jetzt steht mir die Welt nicht mehr offen. Ich wollte früher eigentlich nur die Welt bereisen. Momentan ist mir aber wichtiger, dass ich sicher bin, dass ich einen sicheren Job habe.

Vita, 18 Jahre

Erschütterung und Sorge, dass sich dieser regionale Konflikt auch international ausbreitet. Also vor allem in NATO-Ländern wie Polen. Militärisch glaube ich nicht, dass es uns treffen wird. Eher wirtschaftlich und natürlich auch mit Flüchtlingsströmen, aber ich glaube, dass Österreich auf jeden Fall helfen sollte. Ich glaube, dass wir als EU-Land davon betroffen sind. Nach der Corona-Pandemie hätten wir uns wieder auf die Klimakrise fokussieren können und jetzt ist schon wieder eine andere Krise da und lenkt den Fokus und die Aufmerksamkeit in eine andere Richtung. Als junger Mensch bin ich natürlich davon betroffen, was in der Zukunft passiert und das erschüttert mich schon ziemlich. Gut geht‘s mir natürlich nicht damit. 

Tobias, 22 Jahre

Ich finde es sehr erschreckend, aber gleichzeitig fühlt es sich sehr surreal an. Ich hätte nie erwartet, dass ich irgendwann einen Krieg so nah miterleben werde, obwohl es uns zum Glück noch nicht direkt betrifft. Ich habe aber doch ein großes Vertrauen in die österreichische Neutralität. 

Elisa, 23 Jahre

 Natürlich macht es mir Angst. Man weiß nicht, was als Nächstes passieren wird. 

Amini, 21 Jahre

Was würdest du den Ukrainer:innen gerne ausrichten?

Dass sie es überstehen. Als Einzelperson kann ich da nicht viel sagen, aber ich wünsche ihnen, dass sie es überstehen.

Gwendolin, 15 Jahre

Durchhaltevermögen, Stärke. Was ich in so einer Situation fühlen würde, wäre vor allem Unverständnis, weil die ukrainischen Menschen haben ja nichts falsch gemacht. Ich hoffe für sie, dass sie es schaffen, fliehen und sicher leben zu können.

Vita, 18 Jahre

Dass wir mit ihnen sind. Dass wir an sie glauben. Dass wir wissen, dass es ein falscher Krieg ist. Dass es in unseren Augen nicht richtig ist. Ich als Student kann jetzt wenig machen außer meine Meinung ausdrücken. Aber vielleicht gibt es ihnen Hoffnung und Kraft, wenn sie wissen, dass die Menschen aus dem Westen auf ihrer Seite sind und dass wir ihnen glauben.

Tobias, 22 Jahre

Meine tiefste Unterstützung. Ich kann mir das absolut nicht vorstellen, wie es jetzt für die ukrainische Bevölkerung sein muss. Ich möchte ihnen meinen Beistand ausrichten.

Elisa, 23 Jahre

Kommt nach Österreich oder Deutschland.

Amini, 21 Jahre

Welche Auswirkungen der Ukraine-Konflikt auf die Geflüchteten-Politik in Österreich haben wird, erfährt ihr übrigens hier.

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