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„baba“: Auch die Bestattung Wien will beim Sparen helfen und startet eine Billigschiene

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Von: Christian Kisler

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Montage: EIne Frau hält eine Urne, der Sarg von Niki Lauda wird von Sargträgern geschultert
Mit der Billigschiene „baba“ der Bestattung Wien sind pompöse Begräbnisse wie das von Niki Lauda 2019 nicht drin. Das ist aber auch nicht Sinn der Sache. © Andreas Gebert/dpa/Joe Klamar/AFP/APA-Picturedesk/BuzzFeed Austria

Wien und der Tod, das ist eine innige Beziehung. Eine Beerdigung ist allerdings auch sehr teuer. Mit „baba“ startet die Bestatting Wien nun eine Billigschiene. Gerade in Zeiten wie diesen eine super Idee.

„Der Tod, das muss ein Wiener sein“, textete der große Georg Kreisler schon 1969. Tatsächlich wird der österreichischen Bundeshauptstadt eine morbide Faszination mit dem Ableben nachgesagt. Nicht umsonst befindet sich in Wien mit dem Zentralfriedhof einer der größten seiner Art in Europa. Auf fast zweieinhalb Quadratkilometern ruhen in rund 330.000 Grabstellen um die drei Millionen Verstorbenen, weit mehr als Wien lebende Einwohner:innen hat. Kein Wunder, dass es dort auch ein eigenes Bestattungsmuseum gibt, eines der skurrilsten Museen der Stadt.

Zur Trauer kommen oft auch finanzielle Nöte

Nichtsdestotrotz: eine Bestattung ist teuer. Zur emotionalen Krise, der Trauer, kommen dann mitunter auch finanzielle Nöte. Die paar Tausend Euro, mit der sich so eine Beerdigung zu Buche schlägt, hat man in der Regel nicht einfach so in der Portokasse. Gestorben wird immer, egal, in welchem Lebensabschnitt du dich gerade befindest. Und bedenke: Nicht alle, die sich eine Beerdigung leisten können, wollen sich eine leisten. Allerdings leben wir nun mal in Zeiten, in denen manche Menschen tatsächlich vor der entscheidenden Frage stehen, ob sie nun etwas zu essen kaufen oder heizen wollen. Und komme mir jetzt nicht damit, dass jetzt ohnehin der Sommer vor der Tür steht.

Um dem entgegenzuwirken, hat die Bestattung Wien mit „baba“ nun eine Billigschiene am Start. Das mag ein wenig pietätlos klingen, dabei wird ganz bewusst betont, dass die Würde in jedem Fall gewahrt wird. „Es ist nur normal, dass man in diesem Moment mit Fragen zum Thema Bestattung schlichtweg überfordert ist. Auch finanziell“, heißt es auf der „baba“-Website. „Deshalb stehen wir Ihnen genau dabei zur Seite. Mit unseren Erfahrungen. Unserem Wissen. Unserem Team. Wir begleiten Sie und Ihre Familie im Trauerfall sanft auf diesem letzten Weg Ihres geliebten Mitmenschen. Wir sorgen für einen würdevollen, kostengünstigen Abschied.“

Eine Beerdigung planen oder Sneakers shoppen?

Dabei ist die Website extrem niederschwellig und gleichzeitig stylisch gestaltet, als würdest du auf der Suche nach einem neuen Paar Sneakers sein. Das Angebot hebt sich nicht von dem anderer Anbieter:innen, es gibt die mehr oder weniger klassischen Varianten der Erd- oder Feuerbestattung und die vielleicht exotischeren, etwa die Wasser- oder Baumbestattung sowie die Verarbeitung der Asche zu einem Edelstein.

„Im Rahmen einer Donaubestattung wird die Asche des Verstorbenen entweder in die Donau gestreut oder in einer eigenen Urne, die sich nach einiger Zeit auflöst, in der Donau beigesetzt“, heißt es im Online-Katalog. Und: „Durch eine Baumbestattung wird Ihr geliebter Mensch zum Teil des Baumes. Ein Sinnbild für den ewigen Kreislauf der Natur.“ Oder aber: „Um geliebten Menschen auch nach dem Ableben nahe zu sein, kann die Asche der Verstorbenen zu einem Edelstein gefertigt werden.“ Bei all diesen Formen entfällt die zeit- und kostenintensive Grabpflege.

Die kostengünstigsten Variante schlägt sich mit 1.350 Euro zu Buche

Auch bei der kostengünstigsten Variante spart man sich das. 1.350 Euro kostet die einfachste Feuerbestattung. Darin enthalten sind die Organisation der Kremierung, also der Einäscherung, ein einfacher Holzsarg inklusive Einbettung, die Abholung und Überführung der oder des Verstorbenen, die Erledigung sämtlicher Amtswege sowie eine Aschenkapsel, also eine Urne. Diese muss man allerdings in diesem Fall mit nach Hause nehmen. Will man sie auf einem Friedhof beisetzen lassen, kommen noch einmal 900 Euro dazu. Im Zweifelsfall beraten lassen, aber das versteht sich eh von selbst.

Als Testimonial konnte man übrigens ORF-Legende Peter Rapp gewinnen, der mit viel Selbstironie beim Bauen eines Sarges nach Anleitung oder dem Errichten einer Grabstätte scheitert und so damit für „baba“ Werbung macht. In Würde altern geht zwar anders, die Aufmerksamkeit ist dem neuen Billigbestattungsunternehmen dafür ganz bestimmt gewiss.

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