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Ein neues Projekt untersucht den Einfluss des Menschen auf die Donau und will sie so schützen

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Von: Christian Kisler

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Montage: Ein Wasserkraftwerk auf der Donau, ein zugefrorener Seitenarm der Donau
Die Donau hat viele Gesichter, sei es ein Wasserkraftwerk oder ein naturbelassener Nationalpark. © Markus Haslinger/Willfried Gredler-Oxenbauer/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Die Donau ist Lebensraum, Energielieferantin, Verkehrsweg und vieles mehr. Über die Jahrhunderte wurde sie von der Menschheit geprägt. Ein neues Forschungsprojekt untersucht ihre Auswirkungen.

Die Menschheit ist seit jeher von Flüssen angezogen worden. Verständlich, denn ohne Wasser kein Leben. Vor allem große Ströme waren und sind wichtige Lebensadern, sie dienen als Nahrungsquelle, Verkehrsrouten und in Form von Kraftwerken als Energielieferant. Du merkst, Menschen haben Flüsse durch ihr Handeln immer schon beeinflusst, und das seit Tausenden von Jahren.

Das ist auch an der Donau nicht vorübergegangen, immerhin nach der Wolga der zweitgrößte und zweitlängste Fluss Europas. Durch Regulierungen, etwa zum Hochwasserschutz, oder eben dem Ausbau der Wasserkraft wird die Strömung beeinträchtigt, ebenso die Sedimente, also die Ablagerungen. All das führt zu einem Verlust an Lebensraum und biologischer Diversität, also die Art, wie die Fischfauna zusammengesetzt ist.

Flüsse wie die Donau sind auch wirtschaftliche Faktoren

Auch wir Menschen sind davon mehr oder weniger direkt betroffen, ändert sich doch das Ökosystem, aus dem wir schöpfen können. Durch die Klimakrise werden diese Veränderungen beschleunigt und verstärkt. Eine der großen Fragen muss sein, wie der Mensch in diese Ökosysteme eingreift und sie verändert und gleichzeitig in welchem Ausmaß Flüsse auch als wirtschaftlicher Faktor erhalten bleiben können. Denn das sind sie ja nun mal.

Dass dieser negative Trend umgekehrt werden muss, steht außer Frage. Um aber die Zustimmung aller zu erreichen, muss eine Grundlage geschaffen werden, auf der Entscheidungen getroffen werden können. Und da kommt das neu eröffnete, etwas sperrig getaufte Christian-Doppler-Labor für Dynamik von Meta-Ökosystemen in regulierten Flusslandschaften, kurz CD-Labor MERI, an der BOKU Wien unter der Leitung von Thomas Hein ins Spiel.

Das Besondere eines sogenannten Christian-Doppler-Labors: Es wird je zur Hälfte von der öffentlichen Hand, hier das Wissenschaftsministerium, und von den jeweils daran beteiligten Unternehmen finanziert, in diesem Projekt sind dies die Österreichischen Bundesforste, die Wasserstraßengesellschaft via donau und Verbund Hydro Power. So wird über einen gewissen Zeitraum, in diesem Fall bis September 2028, mit einem konkreten Ziel geforscht, das meist zwei Blickwinkel hat. Bei MERI ist das zum Beispiel, Umweltschutz und wirtschaftliche Nutzung in Einklang zu bringen. Dafür werden etwa Lebensraum und wirtschaftliche Möglichkeiten nicht nebeneinander oder nacheinander untersucht, sondern gemeinsam.

Der Einfluss der Menschen wird sichtbar

Ausgewertet werden Unmengen an Daten, gleichzeitig wird direkt an der Donau Feldforschung betrieben. Fische werden etwa mit speziellen Markern versehen, damit man ihre Bewegungsabläufe verfolgen kann. So können sie bei einer späteren Nutzung des Flusses durch den Menschen besser geschützt werden. Ein neues Kraftwerk wird nicht unbedingt dort errichtet, wo es besonders viele Flussbewohner:innen gibt. Schlussendlich sollen ja die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Donau vom unberührten System zum heutigen Zustand nachvollziehbar gemacht werden.

Wenn man schwarz auf weiß hat, wie die Donau durch Flussregulierungen, Ausbau der Wasserkraft oder Fischerei beeinträchtigt wurde, kann man in Zukunft besser darauf achten, bei der Nutzung nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Dazu werden Modelle möglicher Szenarien entwickelt. An ihnen wird man ablesen können, was getan werden muss, um die Artenvielfalt zu erhalten. Schließlich gliedert sich die Donau in Teilökosysteme, die unterschiedliche Vorzüge aufweisen. Ob Stauraum, Nationalpark oder Zubringermündung, das Projekt MERI versucht, die wirksamsten Maßnahmen für all diese Systeme herauszuarbeiten.

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