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Nur ein Prozent aller Taxis in Wien sind E-Autos, das sollte sich ändern

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Von: Christian Kisler

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Montage: Ein Taxi vor einer Ladestelle, LAdekabel vor einem gelben Taxi
In Wien gibt es viel zu wenig E-Taxis. Der Umstieg bis 2025 wird schwierig. © Taxi 40100/OTS/Franz Gruber/KURIER/APA-PictureDesk

Bis 2025 sollen nur noch Taxis mit Elektro-Motor zugelassen werden. Davon ist man weit entfernt. Auch die Infrastruktur ist noch nicht entsprechend ausgebaut.

Zugegeben, ich nutze die Segnungen einer Taxifahrt immer wieder, nicht nur, wenn ich keinen Bock auf Nacht-U-Bahn und Nacht-Bus habe. Oder wenn ich am späteren Abend von Freund:innen, die am Stadtrand wollen, heim fahren will, der letzte Bus aber bereits vor Stunden davon gesaust ist. Sondern auch aus praktischen Gründen: mit meiner Mutter einem Termin bei einer Ärztin oder einem Arzt entgegeneilen, mit meiner Katze zu Veterinärmediziner:innen oder mit schweren Koffern zu diversen Bahnhöfen düsen. Das Schleppen zu entfernt gelegenen Öffi-Stationen bin ich jedenfalls leid, zumal ich nicht im Besitz eines Autos bin.

Taxifahren ist eigentlich nicht besonders umweltfreundlich

Das Problem: So eine Taxifahrt ist natürlich nicht besonders umweltfreundlich, bläst so ein Fahrzeug wie jedes andere doch auch jede Menge CO2 in die Luft. Und das, obwohl unter anderem wegen erhöhter Spritpreise in Summe weniger Autos in der Stadt, in diesem Fall Wien, unterwegs sind. Der teure Sprit setzt auch Taxler:innen zu: Am Ende eines Arbeitstages bleibt schlicht und einfach weniger Geld übrig. Und das in einer Branche, die ohnehin von der COVID-19-Pandemie gehörig gebeutelt ist. Die Lösung für Klima, aber auch Zubrot der Fahrer:innen: auf eine andere Fortbewegungsenergie zu setzen. Strom zum Beispiel.

Immerhin fährt rund die Hälfte der angemeldeten 6.800 Autos mit Hybridtechnologie, das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollen bis 2025 nur noch Taxis mit Elektro-Motor zugelassen werden. Das sind nicht einmal drei Jahre, liebe Leute! Und das könnte knapp werden, denn bis dato ist lediglich ein mageres Prozent mit E-Antrieb auf Wiens Straßen unterwegs. Ich wiederhole: EIN Prozent. Dabei liegen die Vorteile auf der Hand: Die Fahrt ist umweltfreundlicher, die Wartungskosten sind gering und eine Ladung Strom ist wesentlich günstiger als einmal voll tanken zu gehen.

Taxis müssen während der Fahrt neu aufgeladen werden

Allerdings sieht sich die Branche auch negativen Seiten ausgesetzt, und die sind einerseits der Technik, andererseits der mangelnden Infrastruktur geschuldet. Da ist etwa die für ein Auto, dass zumindest theoretisch den ganzen Tag unterwegs ist, geringe Reichweite. Nach rund 330 Kilometer muss nach geladen werden - im Sommer, im Winter sind es rund 40 Kilometer weniger, weil mit dem Strom auch die Heizung betrieben wird. Allerdings frage ich mich, ob eine Klimaanlage in den immer längeren und heißeren Sommern nicht mindestens genauso viel Strom benötigt? Wie dem auch sei, so eine Ladung dauert in etwa eine Stunde, wertvolle Zeit also, und auch für Taxifahrer:innen lautet die Devise: Zeit ist Geld.

Dazu kommt die bereits erwähnte dürftige Infrastruktur in Sachen Ladestationen. Kaum ein Taxistand ist mit einer ausgestattet, eigens für Taxis eingerichtete: Fehlanzeige. Auch die langen Lieferzeiten von rund deinem Jahr sowie die hohen Anschaffungskosten von im Schnitt 60.000 Euro machen den Betreiber:innen den Umstieg auf E-Taxis nicht eben leichter. Der Ruf nach Förderung wird dabei immer lauter. Soll der Wechsel auf Elektro-Mobilität also gelingen, muss bald etwas passieren. Sonst gibt es 2025 ein böses Erwachen und E-Taxis sind ein rares Gut.

Grundsätzlich sollte man sich daher auch wirklich mehr Gedanken über alternative Mobilität machen.

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