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„Licht aus“: Energiesperrstunden könnten in ganz Österreich kommen

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Von: Christian Kisler

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Montage: Der beleuchtete Wiener Stephansdom bei Nacht, die Stadt Salzburg mit Blick auf die Festung, ebenfalls beleuchtet bei Nacht
Der Stephansdom oder die Stadt Salzburg müssen nicht die ganze Nacht über beleuchtet werden. © Jeff Mangione/Kurier/JFK/EXPA/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Wiener Neustadt, Linz, die Stadt Salzburg, bald der Rest von Österreich? „Licht aus“ an öffentlichen Gebäuden wäre ein vernünftiger Beitrag zum Energiesparen.

Nein, keine Angst, niemand schickt dich schon um acht Uhr am Abend ins Bett, um Licht und damit Energie zu sparen. Du musst auch nicht bei Kerzenschein lesen, wenn du doch länger aufbleiben willst. All diese Überlegungen haben gute Gründe, und zwar Inflation, Krieg, Klimakrise und Pandemie.

Nicht zuletzt dadurch wird Gas immer knapper, weshalb wir weniger heizen, kochen und duschen sollten. Außerdem wird Strom immer teurer, weswegen wir eben darauf achten sollten, wann und wie lange wir das Licht aufdrehen.

Viele Wahrzeichen werden die ganze Nacht über beleuchtet

Festbeleuchtung im Privatbereich ist derzeit wahrscheinlich keine gute Idee, aber du musst dein Leben auch nicht in absoluter Dunkelheit verbringen, zumal es im Sommer ohnehin länger hell ist und du mehr Zeit im Freien verbringst. Sogenannte „Energiesperrstunden“ sind aber im öffentlichen Bereich durchaus sinnvoll.

Viele historische Gebäude werden die ganze Nacht über beleuchtet, viele Wahrzeichen und Brücken ebenfalls. Auch in Büro- und Verwaltungsgebäuden in öffentlicher Hand brennt das Licht bis in die Morgenstunden.

Im übertragenen Sinne den Stecker gezogen haben schon einige Städte in Österreich, das kann aber nur der Anfang sein. Den Anfang machte Wiener Neustadt in Niederösterreich, gefolgt von den Landeshauptstädten Linz in Oberösterreich und der Stadt Salzburg.

In Linz sollen Bauwerke und Brücken nur noch bis 23 Uhr und in der Früh gar nicht mehr beleuchtet werden, in Salzburg-Stadt werden 32 Gebäude vor allem in der Altstadt immerhin eine Stunde weniger bestrahlt. Aber ein ganzes Bundesland? Fehlanzeige. Auch für Wien, Bundeshauptstadt und Bundesland in einem, sprechen sich Expert:innen für eine Energiesperrstunde aus.

Straßenbeleuchtung wird nicht abgedreht

„Es macht keinen Sinn, den Stephansdom von Mitternacht bis 6.00 Uhr in der Früh zu bestrahlen. Da ist eh kaum jemand auf der Straße. Das auf wenige Stunden zu reduzieren, würde auch schon eine Menge bringen“, gab etwa Franz Angerer, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur, gegenüber dem ORF zu bedenken. Weniger Beleuchtung in der Nacht für Sehenswürdigkeiten würden schon einmal zehn Prozent Energie einsparen.

In puncto Sicherheit sollen aber keine Abstriche gemacht, so soll Straßenbeleuchtung keineswegs abgedreht werden. Brunnen allerdings benötigen keine nächtliche Beleuchtung. Außerdem muss vorausgedacht werden: Städtische Gebäude wie Amtsstuben, Schulen und Kindergärten könnten im Herbst und Winter weniger beheizt werden. Damit könnte man 15 Prozent einsparen.

Und was die Privatwirtschaft anbelangt, so könnten etwa Schaufenster weniger lang beleuchtet werden. Neben dem Einsparungseffekt ergäbe sich noch ein anderer: Insekten und nachtaktive Tiere würden sich über weniger Licht freuen. Stichwort: Lichtverschmutzung.

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