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Extinction Rebellion: Umweltschutzbewegung gegen die Klimakrise

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Von: Christian Kisler

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Die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion protestiert mit zivilem Ungehorsam gegen Massenaussterben und Klimawandel.

Fridays for Future ist als Umweltschutzbewegung bestimmt bekannter und populärer. Doch Extinction Rebellion verfolgt ähnliche Ziele - Massenaussterben aufzuhalten und die Klimakrise einzudämmen -, allerdings mit mehr Nachdruck und nicht immer legalen Mitteln. Unangemeldete Protestaktionen und Blockaden sorgen für Festnahmen von Aktivist:innen, das öfter auch alarmistische Schüren von Ängsten ruft Kritik hervor.

Klimaaktivist:innen von Extinction Rebellion auf dem Michaelerplatz vor der Hofburg in Wien
Extinction Rebellion macht auch vor der Hofburg auf Anliegen wie Klima- und Artenschutz aufmerksam. © Alex Halada/IMAGO

Seine Ursprünge hat Extinction Rebellion - auf Deutsch etwa: „Rebellion gegen das Aussterben“ - in einer 2015 gegründeten Kapitalgesellschaft. Eine ihrer Kampagnen ist drei Jahre später Extinction Rebellion, kurz: XR, die via Flashmobs, Sitzstreiks und anderen Formen des groß angelegten Protests gegen Klimawandel und Massenaussterben schnell Bekanntheit erlangt.

Extinction Rebellion am Reißbrett entstanden

Im Gegensatz zu Fridays for Future ist Extinction Rebellion keine sogenannte Graswurzelbewegung, sie ist also nicht aus der Basis der Bevölkerung entsprungen. Auch, dass XR quasi am Reißbrett entstanden ist, behagt nicht allen.

Extinction Rebellion organisiert sich laut Eigenaussage in 67 Ländern auf sechs Kontinenten in 1.141 Ortsgruppen vertreten, davon in Österreich 11. Beitreten kann jede und jeder, unabhängig von Alter, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung und politischer Einstellung, solange die jeweilige Person Klimawandel und Massenaussterben bekämpfen will. Letzteres hat Kritik hervorgerufen, weil sich XR so dem rechten Rand öffnet.

Klimaschutz an vorderster Stelle für Extinction Rebellion

Tatsächlich gibt es einige Vertreter:innen, die Rassismus und Sexismus dulden, solange Klimaschutz an vorderster Stelle steht. Abgesehen davon sei man nicht zuletzt aufgrund seiner Ursprünge Teil eines kapitalistischen Systems, so einige Kritiker:innen. Roger Hallam, Mitbegründer von XR, lässt in einem Interview mit der Zeit etwa mit der Aussage aufhorchen, an Extinction Rebellion könnten auch Leute teilnehmen, die „ein bisschen rassistisch oder sexistisch“ denken würden, solange Umweltschutz für sie das oberste Ziel sei.

Das von einem Streetart-Künstler designte auffällige Logo zeigt dabei eine symbolisierte Sanduhr in einem Kreis. Letzterer steht für die Erde, die Sanduhr für die Zeit, die uns davon läuft, um die Welt vor dem Untergang durch Klimawandel zu bewahren.

Zentrale Forderungen von Extinction Rebellion

Drei zentrale Forderungen hat Extinction Rebellion formuliert, um den Klimawandel zu stoppen und Massenaussterben aufzuhalten. Darin sind ganz bewusst keine konkreten Anleitungen enthalten, welche Maßnahmen die einzelnen ergreifen können.

Um den Forderungen Gehör zu verschaffen, setzt Extinction Rebellion auf zivilen Ungehorsam, also gewaltfreien Protest. Im Vereinigten Königreich wird etwa wiederholt die logistische Infrastruktur lahmgelegt, indem Brücken besetzt wurden. Dass die zu erwartenden Räumungen seitens der Polizei zu Ausschreitungen führen, ist ein weiterer Kritikpunkt an Extinction Rebellion.

Extinction Rebellion und Massenverhaftungen

Mitbegründer Hallam, legt es sogar auf Massenverhaftungen an, um so politische Krisen herbeizuführen. Gerade im Vereinigten Königreich wähnen sich Extinction Rebellion-Anhänger:innen dezidiert in der Tradition Mahatma Gandhis, für Aktionen womöglich inhaftiert zu werden.

Bei verschiedenen Aktionen weltweit ketten sich Aktivist:innen mit Fahrradschlössern um den Hals an Amtshäusern oder an sonstigen charakteristischen Punkten an, verspritzen Kunstblut oder grüne Farbe und organisieren Trauermärsche. Für großes Aufsehen sorgen die Blockade von Straßen und Brücken Londons in der Karwoche 2019. Sie gipfelt in nicht weniger 600 Verhaftungen.

Erfolg: Extinction Rebellion gegen Lobau

In Österreich gab es für die Organisation einen Erfolg bezüglich des geplanten Lobautunnels. Dafür erntete die Bewegung Zuspruch, auch beim weltweiten Klimastreik am 24. September 2021 war Extinction in allen größeren österreichischen Städten federführend mit dabei.

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