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In nur 5 Jahren hat die Zahl der Wiener Winter-Radfahrer:innen um über zwei Drittel zugenommen

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Von: Christian Kisler

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Montage: Lenkstange eines Fahrrads vor der vereisten Donau, eine Radfahrerin auf dem verschneiten Ring-Fahrradweg
Im Winter sind immer mehr Wiener:innen mit dem Fahrrad unterwegs, ob auf der Donau oder am Ring. © Willfried Gredler-Oxenbauer/Alex Halada/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Der Winter hat - was das Radfahren in Wien betrifft - alle Rekorde gebrochen. Mit über einer Million Menschen waren noch nie so viele mit dem Rad unterwegs wie letzte Saison.

Zum zweiten Mal infolge konnte in Wien die Millionen-Grenze überschritten werden, im Winter 2021/22 waren es rund 19.000 mehr als in der Saison davor. Genau waren es 1,057 Millionen Radfahrer:innen, die an einer der 12 Messstationen vorbeigestrampelt sind. Seit 2013 wird gemessen, und die Zahlen, die regelmäßig abgelesen werden, sind nicht nur für Statistikfans ein Grund zur Freude.

Die Zahlen der Radfahrer:innen im Winter steigt stetig

Obwohl, die Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Im Vergleich zum letzten Winter 2019/20 vor der Ankunft von COVID-19 in unseren Breiten und dem ersten Lockdown nahm die Zahl der Radfahrenden heuer um zwölf Prozent zu. Im Vergleich zum Winter vor fünf Jahren waren es sogar um 68 Prozent, mehr als zwei Drittel also. Beeindruckender noch die Zunahme im Detail: Am Praterstern, in der Argentinierstraße und am Neubaugürtel war die Zahl der Radfahrenden im heurigen Winter um jeweils über 90 Prozent höher als im Winter vor fünf Jahren.

Von allen Zählstellen hat die Linke Wienzeile gegenüber vom Auer-Welsbach-Park im 15. Bezirk die stärkste Zunahme des Radverkehrs verzeichnet. „Die Hauptradroute vom Westen Richtung Zentrum gewinnt sowohl für die Wiener Bevölkerung als auch für Pendler:nnen immer mehr Bedeutung“, erklärt Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). „Es ist damit zu rechnen, dass nun im Frühjahr mit der flächendeckenden Kurzparkzone in Hietzing der Radverkehr hier nochmals stärker steigen wird.“

Hoffentlich hält der „Mega-Rad-Highway“ sein Versprechen

Zu hoffen bleibt auch, dass der erst im Februar von Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) vollmundig angekündigte „Mega-Rad-Highway“ (den Begriff hab ich mir nicht ausgedacht) der Erfolg wird, den man sich erhofft. Das Zeug dazu hätte er ja, soll er doch vom Kagraner Platz über einen nigelnagelneuen, vier Meter breiten, teils beschatteten Radweg auf der Praterstraße bis in die City führen. In Wahrheit ist der Ausbau des Radnetzes sogar unverzichtbar, wenn Wien seine Mobilitäts- und Klimaziele erreichen will.

Wenn die Bewohner:innen schon signalisieren, dass sie vor allem kurze Wege lieber mit dem Fahrrad zurücklegen, dann müssen die betroffenen Bezirke und auch die Stadt die Begebenheiten verbessern oder bereitstellen. Es ist zwar schön, wenn das Hauptradnetz ausgebaut wird, aber wenig zielführend, Wege durch die Bezirke links liegenzulassen.

Auch Pop-Up Radwege bringen etwas

Da reicht es mitunter schon, Einbahnen für den Radverkehr in die Gegenrichtung zu öffnen. Auch die von vielen belächelten Pop-Up Radwege können auf überlasteten Routen für sichere Bedingungen sorgen, zumindest vorübergehend. „Die Anzahl der Familien, die mit Kindern mit dem Fahrrad mobil sind, ist ein Indikator für die Qualität der Rad-Infrastruktur“, so Christian Gratzer. „Und diese Anzahl ist derzeit in vielen Bezirken niedrig.”

Übrigens zahlt es sich aus mehreren Gründen aus, auf das Fahrrad, anstatt ins Auto zu steigen. Vor allem kürzere Strecken schreien geradezu danach, mit dem Rad zurückgelegt zu werden. Abgesehen davon, dass Fahrradfahren gesund ist und gut fürs Klima ist, ist es auch ein den Geldbeutel wenig belastender Weg aus der Spritfalle. Und wie wir alle wissen, wird Treibstoff in absehbarer Zeit nicht billiger. Fürs Fahrrad benötigen wir lediglich Muskelkraft, egal, ob im Frühling, im Herbst oder im Winter.

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