1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Umwelt

Die GenZ in Afrika will nicht dabei zusehen, wie die Klimakrise ihr Land zerstört

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sophie Marie Unger

Kommentare

Die populäre afrikanische Klimaaktivistin Vanessa Nakate und Trashion-Queen Esohe Ozigbo
Junge Menschen in Afrika haben es satt, dass ihr Land (im Müll) versinkt. (Fotomontage) © APA Picturedesk/BuzzFeed

Afrika struggelt enorm mit der Klimakrise - medial erfährt man darüber aber nicht besonders viel. GenZs finden das überhaupt nicht okay und wollen die Probleme ihres Landes stärker nach außen kommunizieren. Viele setzen dabei auf ihre Kreativität.

Erst kürzlich haben wir davon berichtet, dass Afrika überdurchschnittlich stark von der Klimakrise betroffen ist. Nun wollen wir den jungen Menschen im Land eine Stimme geben, die mit ihren unverbrauchten genialen Köpfen versuchen, die Auswirkungen einzudämmen. Das sind fünf afrikanische Klimaheld:innen, die locker mit Fridays For Future-Begründerin Greta Thunberg und US-Klimaaktivistin Varshini Prakash mithalten können.

1. Esohe Ozigbo

Ein großer Brocken, mit dem Afrika hinsichtlich des Klimas zu kämpfen hat, ist das Müllproblem. Neben Elektroschrott - der vorwiegend aus Europa kommt - versinkt Afrika im Plastikmüll. Insbesondere die Flüsse weisen eine große Dichte an Plastikabfällen auf. Und genau deshalb schrillten bei der 15-jährigen Esohe Ozigbo aus Nigeria die Alarmglocken. Denn als sie in ihrer Hood in der Millionenstadt Lagos feststellte, dass zahlreiche Wasserwege durch Plastikmüll verstopft waren, entschloss sie etwas dagegen zu unternehmen.

Da sie sich schon immer für Mode begeisterte, begann sie mit einigen Freunden aus Plastiksäcken Fashion-Pieces herzustellen. Mit der Unterstützung der NGO „Greenfingers Wildlife“ durften sie die Teile sogar auf dem Catwalk präsentieren. Die sogenannte „Trashion Shows“ finden nun auf vierteljährlicher Basis im Einkaufszentrum der Stadt statt. Mit dem Projekt habe Esohe viel über die Klimakrise und die Müllproblematik gelernt und hoffe mit ihrer Kreativität, auch andere Leute zum Handeln zu bewegen. „Wir sind nur Teenager, aber wir versuchen, eine Veränderung in der Welt zu bewirken und das muss jetzt passieren, sonst ist es zu spät“, sagte sie. Esohes größtes Klimavorbild ist übrigens Greta Thunberg.

2. AbdulRasaq Babalola

AbdulRasaq Babalola ist 23 und Fotograf in Lagos. Auch er verbindet Kunst mit Umweltschutz und möchte so seinen Beitrag leisten. Die größte Sorge bereitet ihm ebenfalls der Plastikmüll - dieser sei aber nur der sichtbare Teil einer immer größer werdenden Bedrohung, sagte er. Für die Klimakrise findet er klare Worte: „Ich habe 2019 damit begonnen und, sind wir uns ehrlich, es hat sich seither nicht viel verändert. Wenn wir die Erde nicht sofort wiederherstellen, wird das irreparable Folgen für uns alle haben“, so Babalola.

In seinen Werken verwendet er vorwiegend Einwegplastik in Form von PET-Flaschen, vor denen Personen, darunter auch Kinder unnatürlich posieren, lächeln und somit die gewollte Anspannung erzeugen. Er unterstützt zudem viele andere afrikanische Künstler:innen bei der Umsetzung und Verbreitung nachhaltiger Ansätze.

3. Ayakha Melithafa 

Die aus Südafrika stammende Ayakha Melithafa hat bereits international für Aufsehen gesorgt, als sie mit Greta Thunberg und 15 weiteren Jugendlichen eine Beschwerde beim UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes einreichte. Darin wird reichen Industrieländern wie Deutschland vorgeworfen, zu wenig für den Klimaschutz zu unternehmen. Die 18-Jährige kam schon früh mit Umweltproblemen in Berührung, da ihre Eltern in einem Vorort Kapstadts immer wieder mit Wasserknappheit für ihre Farm zu kämpfen hatten.

Ihr ist es besonders wichtig, mehr Diversität in die gesamte Klimadebatte zu bringen und vor allem People of Color zu Wort kommen zu lassen. Denn die meisten von ihnen hinterlassen einen kleinen ökologischen Fußabdruck, sind aber am stärksten von der Erderhitzung betroffen. „Ich möchte die Geschichten möglichst vieler Menschen hören und ich möchte, dass sie auch kämpfen“. Als Rekrutierungsbeauftrage und Sprecherin der African Climate Alliance organisiert sie Klimagruppen, in denen genau jene Vorhaben forciert werden.

4. Vanessa Nakate

Sie wird von vielen als erste afrikanische Klimaaktivistin überhaupt gesehen und wurde deshalb schon mehrfach als einflussreichste Afrikanerin ausgezeichnet. Die 25-jährige Vanessa Nakate ist zurzeit für Fridays For Future in Uganda tätig und versucht dabei, den westlichen Ländern klarzumachen, dass in Afrika schon längst die Folgen der Klimakrise spürbar sind. Im Zuge dessen, deckt sie immer wieder Diskriminierungen des globalen Südens auf, indem sie fehlende oder unzulässige Berichterstattung (auf einem Bild mit mehreren Aktivist:innen wurde sie einfach abgeschnitten) bekrittelt.

Sie veröffentlichte bereits das Buch „Unser Haus steht längst in Flammen. Warum Afrikas Stimme in der Klimakrise gehört werden muss“, gründete ihre eigene Bewegung mit dem Namen „Rise Up Climate Movement“ und zierte die Titelseite des Time Magazines. Not bad.

5. Zulu Adenike

Der 18-jährige Zulu Adenika aus Kenia hat sein bautechnisches Interesse kurzerhand mit dem Klimaschutz verbunden. „Ich wollte etwas machen, dass den Menschen zukünftig auch wirklich weiterhilft und da die Klimakrise weiter voranschreitet setzte ich einfach hier an“. In seinem Heimatdorf baut er nun Hütten aus Plastikflaschen und verfolgt somit erfolgreich den Upcycling-Trend.

In Kenia und Nigeria gibt es weder ein Pfandsystem, noch eine Müllentsorgung. Deshalb ist die Wiederverwertung ein wichtiges Instrument, um gegen das Mülldesaster vorzugehen. Zulu füllt die Flaschen mit Bauschott oder Lehm und stapelt sie übereinander. Sie ersetzen teure Ziegel und sind total stabil.

Auch interessant

Kommentare