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In Wien wird ein Parkplatz zum Gemeindebau

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Von: Christian Kisler

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Eine gerenderte Darstellung des neuen Gemeindebaus auf dem ehemaligen Parkplatz
Eine erste Darstellung des Projekts in der Ichagasse mit rund 100 Gemeindewohnungen anstelle eines Parkplatzes. Die Stellplätze werden in eine Tiefgarage verlegt. © pichler architekt(en)/BuzzFeed Austria

Dort, wo früher in Form eines Parkplatzes eine versiegelte Betonwüste vorherrschte, soll neuer Wohnraum entstehen. Statt Autos soll dort künftig ein Gemeindebau mit viel Grün stehen.

Nicht nur im ländlichen Österreich wird gerne versiegelt, also zubetoniert, was das Zeug hält. Auch in der Bundeshauptstadt Wien wird oft ein weiterer Parkplatz dort errichtet, wo noch kurz davor eine blühende Gstetten, eine Brache war. In immer mehr Fällen geht die Stadt Wien allerdings den umgekehrten Weg: Wo etwas erbaut werden soll, muss nicht eine Grünfläche zum Opfer fallen. Im Gegenteil: In Floridsdorf, dem 21. Wiener Gemeindebezirk, soll direkt neben dem Rudolf-Hitzinger-Hof, einem Gemeindebau, eine neue Wohnhausanlage mit rund 100 Wohnungen entstehen, ebenfalls ein Gemeindebau. Dafür muss nicht etwa wertvoller Grund und Boden herhalten, sondern vielmehr, genau: ein Parkplatz.

Noch wird das Projekt sorgfältig geplant, erste Vorarbeiten, zum Beispiel Probebohrungen und Messungen auf dem Areal werden aber bald durchgeführt werden. Der tatsächliche Baustart soll Ende 2023 über die Bühne gehen, die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant. Bis also Mieter:innen in den nigelnagelneuen Gemeindebau einziehen können werden, wird noch einiges an Wasser die Donau hinunterfließen müssen.

Der Gemeindebau auf dem ehemaligen Parkplatz wird mit viel Grün überzeugen

Jetzt könntest du sagen, Parkplatz oder Wohnhaus, Beton bleibt Beton. Da mag prinzipiell etwas Wahres dran sein, aber dieses Vorhaben wurde sorgfältig durchdacht. Die Anlage in der Ichagasse verfügt nicht nur über Ein- bis Vierzimmerwohnungen, die über vier bis fünf Geschosse verteilt sind. Wie beim sozialen Wohnbau in Wien nicht unüblich, wird es auch großzügige Grün- und Freiflächen für alle geben, dazu kommen Balkone, Loggien, Terrassen und Gärten. Und das ist durchaus klug im Kampf gegen die Klimakrise, wie ich finde.

„Zukünftig werden verstärkt versiegelte Flächen für den Neubau von Gemeindewohnungen genützt. Dadurch schafft die Stadt zusätzlichen leistbaren Wohnraum und schont gleichzeitig den Bodenverbrauch“, so Wiens Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) bei der Präsentation der Pläne. „Auch der neue Gemeindebau in der Ichagasse wird von Anfang an nachhaltig umgesetzt.“ Die Anrainer:innen in der Ichagasse stellte man übrigens nicht vor vollendete Tatsachen, sie wurden über das Bauvorhaben zeitgerecht in Kenntnis gesetzt. Auch ihre Anregungen und Wünsche sollen berücksichtigt werden, außerdem soll es eine Informationsveranstaltung für den Spätsommer geben.

Parken kann man in der Tiefgarage

Und was ist mit den Parkplätzen? Keine Sorge, liebe Autofahrer:innen, euren geliebten fahrbaren Untersatz könnt ihr nach wie vor in unmittelbarer Nähe eurer Bleibe parken. Nur eben ein Stockwerk tiefer. Als „Ersatz“ für den alten Parkplatz wird es eine Tiefgarage geben, noch dazu barrierefrei zugänglich. Es geht also kein Stellplatz verloren, alles ist gut. Dafür gibt es 100 neue Wohnungen und viel Grün, das ist doch viel besser.

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