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„Hände weg von unseren Gletschern“: Fast 170.000 Menschen unterstützen Aktion in Tirol

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Von: Johannes Pressler

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Aufnahme des Gletschers am Sexegerten Ferner in den Ötztaler Alpen.
Der schmelzende Gletscher am Sexegerten Ferner in den Ötztaler Alpen im Jahr 2021. © ÖAV Gletschermessdienst/B. Noggler

Österreichs Gletscher schmelzen immer mehr. Schuld ist die durch den Menschen verursachte Klimakrise.

Doch nicht nur die steigenden Temperaturen, sondern auch das Verbauen und Pflastern, das in Österreich betrieben wird, trägt dazu bei. So wie in Tirol. Dort ist nämlich der Zusammenschluss der Gletscherskigebiete des Pitz- und Ötztals geplant. Dabei sollen für fünf zusätzliche Skipisten drei bisher unberührte Gletscher verbaut werden. Ein massiver Eingriff in die ohnehin schon so geschundene Natur in den Tiroler Bergen.

„Hände weg von unseren Gletschern“: Fast 170.000 Menschen unterstützen Aktion

Eine schon seit zwei Jahren laufende Petition möchte diesen Plänen etwas entgegensetzen. Ins Leben gerufen von Gerd Estermann und der Bürger:inneninitiative Feldring (im Ötztal) wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, um die verantwortliche Landesregierung in Tirol aufzufordern, ihre Pläne zu überdenken. Die Forderung ist klar, wie es in der Petition heißt: „Der geplante Zusammenschluss der Gletscherskigebiete Pitztal - Ötztal ist ein massiver Eingriff in die hochalpine Natur unseres Landes. Gerade in Zeiten von Klimawandel und Gletscherschwund gilt es, die Reste dieser Urlandschaft zu bewahren.“

Die Forderung der Bürger:inneninitiative Feldring: der „sofortige Stopp“ des Bauprojekts. Unterstützt wird die Aktion von WWF Österreich, dem Österreichischen Alpenverein und den Naturfreunden Österreich. Und eine beachtliche Anzahl an Menschen unterstützt den Aufruf. Über die Plattform #aufstehn, eine zivilgesellschaftliche Kampagnenorganisation, konnten nämlich schon mehr als 167.000 Unterschriften gesammelt werden. Das sind mehr Menschen, als die Stadt Salzburg Einwohner:innen hat. Als Ziel hat man sich gesetzt, in den nächsten rund drei Wochen die 200.000-Marke zu erreichen.

Umweltverträglichkeitsverfahren läuft, Gletscher wichtig für Natur

Der erneute Aufruf zur Unterschriftenaktion kommt zu einem spannenden Zeitpunkt, denn die Tiroler Landesregierung sieht sich das Projekt derzeit noch einmal genauer an. Die Einstellung von Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und der restlichen Regierung ist aber schon seit Jahren dieselbe: Sollte das geplante Bauprojekt von den zuständigen Behörden einen positiven Bescheid erhalten, wird auch die Landesregierung den Zusammenschluss der beiden Gletscherskigebiete akzeptieren. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase, wo die Umweltverträglichkeit geprüft wird. Gerd Estermann und #aufstehn möchten diesen Moment nutzen und die angestrebten 200.000 Unterschriften Landeshauptmann Platter überreichen.

Vor lauter Politik, Unterschriften und Verfahren wird beinahe schon vergessen, worum es eigentlich grundsätzlich geht - und zwar den Schutz der Natur und die Bedeutung von Gletscher für unsere Umwelt. Verschwinden immer mehr Gletscher, steigen nämlich auch die Temperaturen und daraus entwickelt sich ein nie enden wollender Teufelskreis sowohl für den Menschen als auch die Natur. Hinzu kommt ein vor Kurzem erst veröffentlichter Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins für den Zeitraum 2020/2021. Den Gletschern ginge es in Österreich nicht gut, der Negativtrend würde sich fortsetzen. Estermann und #aufstehn möchten diesen Prozess mit ihrer Petition verhindern oder zumindest verlangsamen: „Hände weg von unseren Gletschern!“

Wie sich die Klimakrise auf Österreichs Skigebiete auswirkt, darüber haben wir im Winter mit einem Liftwart in der Salzburger Skiregion Obertauern gesprochen. „Früher hot ma deitlich weniger beschneid“, sagte der Mann im Interview mit BuzzFeed Austria.

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