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5 Gründe, warum Tempo 100 auf der Autobahn besser als 130 ist

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Von: Johannes Pressler

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Ein Lkw auf der Autobahn, daneben ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „100“ und daneben der Schriftzug „Mehr Sicherheit, weninger Spritverbrauch“.
Nicht nur der Klimaschutz würde für Tempo 100 statt 130 sprechen. © RUBRA/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

In Kärnten wird Tempo 100 auf Autobahnen gefordert. Welche Wirkung hätte das anstelle von 130 km/h?

Die Debatte um das Tempo auf den österreichischen Autobahnen geht weiter. Wir erinnern uns an die Protestaktion in Niederösterreich gegen Tempo 130, wo mehrere Autos auf der Westautobahn A1 bei St. Pölten extra langsam fuhren. Am Mittwoch (13. Juni) meldete sich die Kärntner Umweltanwaltschaft zu Wort und forderte Mobilitätsministerin Leonore Gewessler (Grüne) auf, rasch zu handeln.

Damit sind die Demonstrierenden in Niederösterreich und die Kärntner Volksanwaltschaft nicht alleine. Das Wochenmagazin „Profil“ etwa titelte am Freitag (15. Juni): „Runter vom Gas!“ Wir würden uns in einer „existenzbedrohenden Energie- und Klimakrise“ befinden, da wäre „ein bisschen Bremsen wohl nicht zu viel verlangt“. Passend dazu hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gleich mehrere Gründe gesammelt, welche Wirkung Tempo 100 statt 130 haben würde.

1. Mehr Sicherheit

Wenn es um den Anhalteweg geht, gibt es zwischen Tempo 100 und 130 einen extremen Unterschied. Konkret ist er Anhalteweg die Kombination aus Reaktionsweg und Bremsweg. Fährst du 100 km/h, beträgt dein Anhalteweg 74 Meter. Bei Tempo 130 ist der Anhalteweg um ganze 49 Meter länger. Während du mit 100 km/h nach 74 Metern stehen bleibst, hast du mit 130 km/h nach derselben Distanz noch immer eine Geschwindigkeit von 97 km/h. Ein Unfall mit diesen knapp 100 km/h kann sehr schwer oder sogar tödlich enden.

2. Weniger Spritverbrauch

Die hohen Spritpreise betreffen derzeit so gut wie uns alle. Doch nicht viele wissen, dass Tempo 100 statt 130 auch gut für die Geldbörse wäre. Laut einer 2022 veröffentlichten Statistik des Umweltbundesamts sind Spritverbrauch und die CO2-Emissionen bei 130 km/h um knapp ein Viertel höher als bei 100 km/h. Wenn du mit Tempo 130 unterwegs bist, verbrauchst du im Schnitt sieben Liter Treibstoff pro 100 Kilometer. Fährst du um 30 km/h langsamer, entspricht der Treibstoffverbrauch 5,4 Liter pro 100 Kilometer.

3. Geringere Schadstoffe

Wer glaubt, dass eine Temporeduzierung von 130 auf 100 km/h auf den Autobahnen keinen Unterschied für unsere Umwelt machen würde, liegt schlichtweg falsch. Eine weitere Statistik des Umweltbundesamts besagt nämlich, dass 100 statt 130 km/h den Stickstoff-Ausstoß um fast die Hälfte (!) verringert. Beim CO2-Ausstoß sind es 23 Prozent weniger und die Feinstaub-Emissionen werden bei Tempo 100 um rund 34 Prozent reduziert. Die Zahlen sprechen also für sich, unser Klima würde sich darüber freuen.

4. Ruhigere Straßen

Menschen, die in der Umgebung einer Autobahn wohnen, wissen darüber Bescheid. Der Verkehrslärm ist seit Ewigkeiten ein schon viel diskutiertes Thema. Bei Tempo 100 statt 130 könnte sich das bessern. Eine derartige Temporeduzierung würde nämlich zu einer Verringerung des Lärms um ganze drei Dezibel führen. Für das menschliche Ohr würde das von der Wahrnehmung her eine Halbierung der Verkehrsmenge bedeuten, heißt es vom VCÖ.

5. Bessere Straßen

Ein weiterer Faktor, über den bei der Diskussion um Tempo 100 oftmals nicht geredet wird, sind die Straßen. Die Geschwindkeit hat nämlich einen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit einer Fahrbahn. Bei Straßen mit einem Limit von 100 km/h ist jene um einges höher. So würde es zu weniger Staus kommen und die Fahrzeiten würden sich nicht so oft verzögern. Es klingt vielleicht etwas komisch, aber ein niedrigeres Tempolimit kann tatsächlich dazu führen, dass du über die Autobahn schneller zu deinem Ziel kommst.

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