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Hitzewellen: Mehrere Tage mit über 30 °C Tageshöchsttemperatur

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Adriaküsten in Foggia, Italien.
Mehrere Hitzewellen heizten 2021 z. B. die italienische Adriaküste phasenweise auf über 50 Grad auf. © Imagebroker/Imago

Hitzewellen haben sowohl Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit als auch auf die gesamte Wirtschaft von Ländern. Wissenswertes über heiße Tage, Wochen und Monate:

Laut dem europäischen Klimawandeldienst Copernicus war der Monat Oktober im Jahr 2021 weltweit der drittwärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1979 – nur die Oktober der Jahre 2015 und 2019 waren wärmer, und das nur „geringfügig“, so die Experten. In Zahlen bedeutet das: Weltweit waren die Temperaturen 0,42 Grad wärmer als der Referenzdurchschnitt von 1991 bis 2020. Insgesamt war das gesamte Jahr 2021 ein besonderes: Mehrere Hitzewellen heizten z. B. die italienische Adriaküste phasenweise auf über 50 Grad auf. Heiße Luftmassen aus Südeuropa und Nordafrika sorgten dafür, dass in Spanien das Thermometer auf über 47 Grad stieg.

Im Juli erlebte auch Griechenland eine historische Hitzewelle: Über eine Woche lang zeigten die Thermometer Werte von über 46 Grad an. Die arabische Halbinsel war mit über 50 Grad einer der weltweiten Hitzepole. Insgesamt war die Abweichung vom langjährigen Durchschnitt so groß, dass Forscher:innen zu dem Schluss kamen: Ohne den menschengemachten Klimawandel sind diese Temperaturen kaum zu erklären. Die Folgen der Hitzewellen waren und sind: Ernteausfälle, Waldbrände etwa an der US-Westküste, in Sibirien und auf Sardinien. Aber auch Dürren, Waldbrände, Stürme und Fluten haben weltweit zugenommen.

Die Entstehung von hohen Temperaturen

Über einen sonnigen Sommertag freuen sich viele Menschen. Tatsache ist aber: Seit den 1950er Jahren haben weltweit Extremwetterereignisse wie Stürme, Unwetter oder Hitzewellen zugenommen. In Österreich lag im November 2021 die Jahresdurchschnittstemperatur um 1,2 Grad über dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990. Damit steht fest, dass 2021 eines der wärmsten Jahre in der 254-jährigen Messgeschichte Österreichs ist. Und auch diese Daten belegen den „Hitzeschub“ in Österreich: Während es Anfang des 20. Jahrhunderts in Österreich durchschnittlich zwei Tage mit über 30 Grad im Jahr gab, waren es im Jahr 2019 bereits 15.

Dieser Wert wird sich bis 2030 voraussichtlich verdoppeln und bis Ende des Jahrhunderts auf 50 Tage pro Jahr ansteigen. Ursache ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die menschengemachte Klimaerwärmung, so der Weltklimarat IPCC in einem Sachstandsbericht. Aber: Was ist eigentlich „Hitze“? In der Meteorologie spricht man in den mittleren Breiten bei Tagen mit einer Tageshöchsttemperatur von über 25 °C von einem Sommertag, bei über 30 °C von einem heißen Tag (Hitzetag, Tropentag) und bei über 35 °C von einem Wüstentag. Eine ungewöhnlich lange Phase von aufeinander folgenden heißen Tagen bezeichnet man auch als Hitzewelle, die sowohl Auswirkungen auf den menschlichen Körper als auch auf die Wirtschaft und die Volkswirtschaft haben kann.

Hitze: Was passiert im Körper?

Der menschliche Körper kann sich grundsätzlich an hohe Temperaturen anpassen: Die Blutgefäße erweitern sich, man beginnt zu schwitzen. Der Schweiß kühlt die Haut ab. Bei langer und großer Hitze funktioniert dieser natürliche Temperatur-Mechanismus jedoch nicht mehr richtig – der Blutdruck sinkt, man verliert Flüssigkeit und Salze, wodurch besonders der Kreislauf belastet wird. Hitze kann daher auch insbesondere Risikogruppen wie z. B. ältere und dauerhaft kranke Menschen oder Säuglinge und Kleinkinder krank machen oder sogar zu hitzebedingten Todesfällen führen. Mögliche Beschwerden sind:

Hitze: Auswirkung auf die Wirtschaft

Infolge der trockenen, warmen Luft während einer Hitzewelle können für längere Zeit keine Niederschläge fallen. Dies kann zu Trockenheit oder gar Dürre führen. Pflanzen stellen dann ihr Wachstum ein, im schlimmsten Fall verdorren sie – mit entsprechenden Folgen für die Landwirtschaft und die Nahrungsversorgung, denn auf diese Weise können große Ernteeinbußen entstehen. Mit wirtschaftlichem Schaden in Milliardenhöhe. Im schlimmsten Fall sind Menschen sogar vom Hungertod bedroht. Eine weitere Folge langer Trockenphasen ist: staubtrockene Böden, ausgetrocknete Pflanzen, Waldbrandgefahr, verstärkte Gletscherschmelze (mit Auswirkungen auf den Wintertourismus), Niedrigwasser in Flüssen.

Niedrige Pegelstände unterbrechen wichtige Transportwege – das hat Auswirkungen etwa auf Unternehmen, die auf den Transport ihrer Rohstoffe und Produkte auf dem Wasserweg setzen. Expert:innen des WWF bestätigen auch, dass häufige Dürreperioden die Wälder schwächen und sie anfälliger für Brände machen.

Auch die Forstwirtschaft leidet unter den Folgen von Hitzewellen: Durch die fehlende Feuchtigkeit können die Bäume weniger Harz produzieren, das sie vor Schädlingen schützt – große Waldbestände dann können vom Borkenkäfer befallen werden. Auch in der Volkswirtschaft hinterlassen Hitzewellen ihre Spuren: Unfallzahlen steigen, die Produktivität der Arbeitnehmer sinkt. Wasserkraftwerke und thermische Kraftwerke müssen ihre Leistung drosseln, wenn zu wenig Wasser zur Energieerzeugung vorhanden ist oder die Kühlwassermenge zu gering ist.

Von Wolfgang Wonesch

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