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Klimabündnis Österreich: Alles, was ihr über das größte heimische Klimaschutz-Netzwerk wissen müsst

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Von: Sophie Marie Unger

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Klimabündnis Österreich Logo für Gemeinden.
Klimabündnis Österreich Logo für Gemeinden. © Klimabündnis Österreich

Das Klimabündnis Österreich setzt lokale aber auch internationale Klimaschutz-Initiativen um. Wer daran beteiligt ist und wie es dazu kam, erfährt ihr hier.

Das Klima-Bündnis ist ein gemeinnütziges Unternehmen und besteht aus Gemeinden, Schulen, Firmen und indigenen Organisationen. Vorrangige Ziele sind etwa die Verringerung klimaschädlicher Emissionen und der Schutz des Regenwaldes.

Klimabündnis: Geschichte und Strukturen

Das Klimabündnis kann als DACH-Gemeinschaft - also entstanden und vorangetrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz - verstanden werden. Ursprungsort hierbei war Frankfurt am Main, wo Vertreter:innen aus zwölf Kommunen der DACH-Region, Delegierte von sechs indigenen Organisationen sowie Vertreter:innen 15 weiterer Organisationen (Unis, NGOs, Gemeinden) das European Secretariat gründeten, wo auch heute die internationale Leitung stationiert ist. Auf Basis dessen entstanden in mehreren Ländern auf regionaler bzw. nationaler Ebene Koordinationsstellen. Mittlerweile ist das Klimabündnis in 27 Ländern Europas aktiv. Ergänzend dazu gibt es dann auch noch das Klimabündnis-Büro in Brüssel.

Der Austausch zwischen internationalen, lokalen und regionalen Mitgliedern findet einmal jährlich während der Internationalen Jahreskonferenz statt. Dabei geht es vorrangig um die Entwicklung des Vereins, die Festlegung von Arbeitsschwerpunkte sowie den Jahresabschluss und die Finanzplanung - all das wird im Jahresbericht festgehalten.

Ziele: Für Amazonas und gegen Emissionen

Von Anfang an wurde eine enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Regionen im Amazonasgebiet aufgebaut. Dies ist hinsichtlich des Engagements und der Größenordnung in Europa unvergleichlich. Auf ganzheitlicher Europaebene hat sich vor allem eine Zusammenarbeit mit der COICA, dem Dachverband der indigenen Organisationen des Amazonasgebietes, ergeben. Die COICA bündelt Forderung und Interessen der indigenen Bevölkerung. Dabei geht es vor allem um den Schutz der biologischen Vielfalt und um den Verzicht auf Holz aus Raubbau.

Zudem spielt eine zweite Zielsetzung eine zentrale Rolle: die Senkung der Treibhausgasemissionen. Diese sollten im Sinne der Forderungen des Weltklimarats um mindestens 95 Prozent bis 2050 (gegenüber 1990) reduziert werden. Eine Mitgliedschaft setzt somit voraus, dass umfassender Klimaschutz im Einklang mit den Klima-Bündnis-Prinzipien umsetzt werden.

Klimabündnis Österreich: Fakten und Ziele

In Österreich kam es 2017 zu einem Wandel von einer Organisation zu einem Mitgliederverein. Dem Klimabündnis Österreich können sich demnach Bundesländer, Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe anschließen. Derzeit ist es mit acht Regionalstellen (Wien/Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg) in jedem Bundesland aktiv. Insgesamt sind rund 1.000 Gemeinden, mehr als 1.200 Betriebe und 600 Schulen involviert. Das Hauptbüro in Wien und die Bildungsangebote sind nach dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Wie auf europäischer Ebene, zielt man auch in Österreich auf die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen in Europa und den Erhalt des Regenwaldes in Südamerika ab. Doch wie genau wird das gemacht?

Klimabündnis Österreich: Maßnahmen

Kern der Klimabündnis-Arbeit in Österreich ist die Verbreitung von Information und die Bewusstseinsbildung, sowie die Vernetzung und Schulung der Klimabündnis-Partner:innen, als auch die Durchführung von Projekten und Kampagnen. Dies geschieht in Form von Lehrgängen, Seminaren, Filmvorführungen, Vorträgen, Workshops, österreichweite und regionale Events und Kampagnen,
Ausstellungen, Konferenzen, Schul- und Bildungsprojekten und Prozessbegleitung für Gemeinden, Betriebe und Bildungseinrichtungen. In folgenden Bereich nimmt das Klimabündnis Österreich einen Expertenstatus ein:

Klimabündnis Österreich: Partnerschaften

„Global denken, lokal handeln“: Nach diesem Motto geht das Klimabündnis Österreich seit Jahren vor. Dafür bedarf es aber konstante Partnerschaften. Seit 1993 besteht die Partnerschaft österreichischer Klimabündnis-Gemeinden, -Städte und -Länder mit indigenen Völkern am Rio Negro in Brasilien. Wichtige Schnittstelle ist dabei die Organisation FOIRN, welche als Dachverband der indigenen Völker verstanden werden kann. Die größten Erfolge dieser Klimabündnis-Partnerschaft schlugen sich etwa im Schutz von 122.000 km² Regenwald in Amazonien nieder. Zudem erhielt die Organisation FOIRN in zwei Stufen – 1998 und 2012 – von der brasilianischen Regierung die Landrechte für ein Gebiet, das eineinhalb Mal so groß wie Österreich ist. Auf österreichischer Seite ist das Wissen und Verständnis für globale Zusammenhänge und fair gehandelte Produkte deutlich gestiegen.

Eine weitere erwähnenswerte und nachhaltig wichtige Partnerschaft entwickelte sich in Kolumbien. Seit ebenfalls 1993 arbeiten die Vorarlberger Klimabündnis-Gemeinden und das Land Vorarlberg mit den Menschen im Chocó zusammen. Begonnen hat alles mit einem Autonomieprojekt, welches Indigenen und Schwarzkolumbianer:innen besonders in rechtlichen Fragen bezüglich der territorialen Ansprüche weiterhalf. Aber auch nach dem offiziellen Ende des militärischen Konflikts zwischen Regierung und FARC Rebellen im Herbst 2016 ist die Situation im Chocó anhaltend schwierig. Deshalb werden die Menschen weiterhin dabei unterstützt, ihren eigenen Lebensraum im Einklang mit der Natur zu bewirtschaften und den unzähligen äußeren Bedrohungen für ihre Umwelt, wie Zerstörung des Regenwalds oder Wasservergiftung durch Bergbau dauerhaft Einhalt zu gebieten. 

Namhafte Projekte des Klimabündnis Österreich

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