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Die Klimakrise trifft Afrika extrem – die Studie zeigt, warum auch du beunruhigt sein solltest

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Von: Sophie Marie Unger

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Zwei Männer, versuchen Heuschrecken mit einem Mosquitonetz zu verscheuchen
Madagaskar wird immer wieder von Heuschreckenplagen heimgesucht. © Nature Picture Library/Imago

Afrika wird in der weltweiten Berichterstattung gerne mal außen vor gelassen. Egal, ob es dabei um Themen wie Korruption, Corona oder eben auch die Klimakrise geht. Eine Studie der Weltwetterorganisation widmet sich klimatechnisch nun ausschließlich dem Schwarzen Kontinent. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse.

1. „Afrika erwärmt sich schneller als der globale Durchschnitt“

Das überrascht. Denn wenn man so an den schnellen Fortschritt der Klimakrise denkt, kommen einem eher Bilder von schmelzenden Polarkappen aus der Arktis, der Antarktis oder eventuell noch aus Grönland unter. Tatsächlich erwärme sich Afrika aber schneller und die Folgen der Krise seien auch stärker spürbar als im weltweiten Durchschnitt. Das ist die Haupterkenntnis des UN-Berichts, der zusammen mit der Afrikanischen Union und anderen Partnern in Genf präsentiert wurde.

2. „In Afrika befindet sich die erste Bergkette der Welt, die ihre Gletscher komplett verlieren wird“

Auch der Gletscherschwund liegt in Afrika über dem globalen Durchschnitt. Gleich drei Gletscherregionen seien extrem betroffen, dazu gehören das Mount Kenya-Massiv in Kenia, der Kilimandscharo in Tansania, und das Ruwenzori-Gebirge in Uganda. Das Mount Kenya-Massiv dürfte laut Prognosen die erste Bergkette der Welt sein, die ihre Gletscher komplett verlieren wird - und das bereits in den 2030er Jahren. Bei den anderen beiden dürfte es 2040 dann so weit sein.

3. „Der Meeresspiegel ist stark angestiegen“

Wie die anderen Parameter auch, ist der Meeresspiegel in den vergangenen Jahren ebenfalls überdurchschnittlich angestiegen. Konkret heben sich die Spiegel des Südatlantiks und des Indischen Ozeans derzeit jährlich um 3,6 bzw. 4,1 Millimeter an.

4. „Einerseits gibt es Flutkatastrophen, andererseits extreme Dürre“

Wer sich noch an den Zyklon „Idai“ erinnern kann, weiß circa von welchem Grad der Zerstörung wir nach dieser und ähnlichen Flutkatastrophen sprechen. Am schwersten waren die Schäden an der Südostküste von Afrika, also in Mosambik, Simbabwe und Malawi. Der Tropensturm forderte 2019 über 1.000 Menschenleben. Auf starke Niederschläge und Überflutungen folgen immer häufiger Dürre und Trockenheit. Diese Schere wird auch zukünftig weiter auseinandergehen.

5. „Die Erwärmung begünstigt Schädlingsausbrüche“

Die Heuschreckenplage, wie sie Afrika im Jahr 2020 erlebte, ist Produkt der Klimakrise und muss auf die ungewöhnlich hohen Temperaturen des Indischen Ozeans und die daraus resultierenden starken Regenfälle im Jahr zuvor zurückgeführt werden. Der feuchte Boden, in den Heuschrecken ihre Eier legen, ist ein perfekter Brutkasten. Sie zerstörten die Ernährungsgrundlage in vielen Teilen Afrikas.

6. „Die Klimakrise verschärft die Hungerkrise“

Zerstörtes und anfälliges Land führt zum Ausfall zahlreicher Ernten. Die Zahl der von Hunger Bedrohten in ganz Afrika stieg vergangenes Jahr laut Bericht deshalb um fast 40 Prozent. Ohne Gegenmaßnahmen sei bis 2030 mit 118 Millionen extrem armen Menschen in Afrika zu rechnen, die von weniger als 1,90 US-Dollar täglich leben müssten. Laut Prognosen wird bis 2050 im Süden des Kontinents ein Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um bis zu drei Prozent erwartet.

7. „Immer mehr Menschen werden in die Flucht getrieben“

Die vorherrschenden Bedingungen trieben 2020 1,2 Millionen Menschen in die Flucht. Hauptgründe hierfür waren die Flut- und Sturmkatastrophen, die Fliehenden stammen dabei vor allem aus Burkina Faso, Mali und Niger. Das sind zwölf Prozent aller neuen Binnenvertriebenen weltweit.

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