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Warum die meisten Länder der Welt auch 2021 einen Schas für‘s Klima getan haben

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Von: Sophie Marie Unger

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Verkehr auf Österreichs Donauuferautobahn und ein Kohlekraftwerk in Deutschland.
Österreich hat dieses Jahr echt wenig für‘s Klima getan. (Fotomontage) © APA Picturedesk/Patrick Pleul /BuzzFeed

Nur einige wenige Länder machen Fortschritte hinsichtlich des Klimaschutzes, Österreich gehört definitiv nicht dazu. Der Klimaschutz-Index macht die Defizite auch im Jahr 2021 sichtbar und ordnet ein, wo genau die einzelnen Länder stehen.

„Skandinavien zeigt der Welt, wie ambitionierter Klimaschutz funktioniert“, resümieren die beiden Ersteller der Rangliste. Die meisten anderen Länder können sich schonmal eine dicke Scheibe abschneiden.

1. Die ersten drei Plätze im Klimaschutz-Index-Ranking bleiben frei.

Wie auch schon in den vergangenen Jahren bleiben die Stockerlplätze im Ranking des heurigen Klimaschutz-Index - englisch Climate Change Performance Index (CCPI) - unbesetzt. „Kein einziges Land befindet sich tatsächlich auf dem 1,5-Grad-Pfad“, schreiben die Autor:innen. Der CCPI bewertete die einzelnen Länder in vier Bereichen: Treibhausgas-Emissionen (40% der Gesamtwertung), Erneuerbare Energie (20%), Energieverbrauch (20%) und Klimapolitik (20%). In den meisten Bereichen bekommen die meisten Länder nicht einmal ein „Befriedigend“.

2. Skandinavien liegt beim Klimaschutz wieder einmal vorne. 

Dänemark, Schweden und Norwegen belegen die Ränge vier bis sechs. Sie performen insbesondere in den Kategorien „Erneuerbare Energien“ und „Klimapolitik“ relativ gut. Vor allem Norwegen erreichte einen Durchbruch. Es ist das erste Land überhaupt, das im Bereich der erneuerbaren Energien die Bestnote „sehr gut“ erhielt. Aber auch diese positive Entwicklung wird von einem unguten Beigeschmack begleitet. Denn Norwegen setzt weiterhin stark auf den Export von Öl- und Gasressourcen und beutet das Land somit weiter aus. „Wenn Norwegen seine Erschließung von Öl- und Gasfeldern in der Arktis einstellen sollte, könnte das Land als Erstes überhaupt einen der bisher unbesetzten ersten drei Plätze in der Gesamtwertung des Index belegen“, berichtet Jan Burck von Germanwatch.

3. Österreich ist ein kompletter „Low Performer“.

Österreich sollte sich hingegen wirklich genieren. Im Vergleich zum Vorjahr fiel man einen Platz zurück und landete auf Rang 36, damit liegt man nur einen Platz vor China. Zum Vergleich: Deutschland verbessert sich auf Rang 13. Laut Umweltorganisation Greenpeace muss Österreich wirklich einen Zahn zulegen und die Aufholjagd zu den Vorreitern endlich starten. Denn wieder einmal verstrich ein Jahr, in dem nicht einmal das Regierungsprogramm abgearbeitet wurde. Auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) gab zu, dass in den vergangenen Jahren zu wenig für Klimaschutz getan wurde. „Für mich ist der Bericht ein Auftrag, weiterzumachen“, sagte sie. Gewessler ist überzeugt, dass „Meilensteine“ wie das Klimaticket das Ergebnis im nächsten Jahr verbessern wird.

4. Australien liefert gar nicht ab, Amerika schon etwas mehr.

Australien ist klimatechnisch wirklich nicht gut unterwegs. Nur noch die Länder Iran, Saudi-Arabien und Kasachstan schneiden im Ranking schlechter ab. Australien hat sich zwar im vergangenen Oktober zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 bekannt, bislang aber noch keine konkreten Maßnahmen zum Erreichen des Ziels preisgegeben, geschweige denn wirklich erreicht. Zudem plant das Land nach Aussagen seines Ressourcenministers, noch jahrzehntelang Kohle zu fördern. Laut der australischen Klimaexpertin Suzanne Harter verlässt man sich auf Technologien, die noch nicht einmal existieren oder fördert Gase, die ebenfalls nicht unbedingt zukunftsfähig sind. Im Vorjahr noch Schlusslicht, klettern die USA nun in der Gesamtwertung um sechs Plätze auf Rang 55. Dies sei vor allem auf eine bessere Politikbewertung, welche durch US-Präsident Joe Biden zustande kam, zurückzuführen, hieß es.

5. 61 Staaten und die EU sind für 92 Prozent der CO2 Emissionen verantwortlich.

Insgesamt haben sich die CCPI-Organisationen 61 Staaten sowie die EU angesehen, gemeinsam sind sie für 92 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Laut Autor:innen wolle man durch den Index die Transparenz in der internationalen Klimapolitik verbessern und einen Vergleich der Klimaschutzleistungen und Fortschritte der Länder ermöglichen. Der Index kommt lediglich durch die kontinuierlichen Unterstützung von rund 450 Expert:innen für Klima- und Energiepolitik zustande.

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