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Eine österreichische Expeditionsfirma will den Tourismus am Mount Everest grüner machen

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Von: Sophie Marie Unger

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Das Team von Furtenbach Adventures am Mount Everest und Solarpanels
Solarpanels am Mount Everest tragen zum Umweltschutz bei. © Instagram/Furtenbach Adventures

Am Mount Everest hat der Andrang an passionierten Bergsteiger:innen längst Spuren hinterlassen. Dagegen will eine österreichische Expeditionsfirma nun vorgehen.

Der höchste Berg der Welt ist für viele das Nonplusultra ihrer Bergsteiger:innen-Karriere. War der erste Aufstieg vor 69 Jahren noch ein nahezu unvorstellbares Unterfangen, liegt mittlerweile ein regelrechtes Tourismusgeschäft vor. Der bisherige Spitzenwert an Besucher:innen wurde 2019 erreicht – rund 878 Personen haben in diesem Jahr den Gipfel des Mount Everest erklommen. Doch was viele nicht bedenken, ist die Umweltbelastung, die bei einem derartigen Aufstieg entsteht. Laut der österreichischen Expeditionsfirma Furtenbach Adventures ist das so nicht mehr tragbar. Was sie dagegen tun möchte, erfährst du jetzt.

Solarpanels am höchsten Berg der Welt

Die meisten Expeditionsfirmen am Mount Everest nutzten bislang Generatoren für die Versorgung mit Energie. Dass das nicht unbedingt nachhaltig ist, ist klar. Deshalb wollte sich Furtenbach Adventures das intensivste Sonnenlicht der Welt zunutze machen und beschloss, erstmals Solarpanels auf den Mount Everest zu transportieren. 16 Solarpanels hat das Team rund um Geschäftsführer Lukas Furtenbach hinauf verfrachtet. Kein leichtes Unterfangen - gelohnt hat es sich aber allemal: Nun kann der Strombedarf für Küche, Eigenbedarf der Expeditionsteilnehmer:innen, Kommunikation und Laden von Ausrüstung ausschließlich durch Sonnenenergie gedeckt werden. Damit ist das Basic Camp der Firma das erste CO2-neutrale Expeditionscamp überhaupt.

Auch gegen Müll soll angekämpft werden

Da jeglicher Ballast auf über 5.000 Meter Höhe ein Risiko sowie großen Kraftaufwand bedeutet, werden jedes Jahr Unmengen an Plastikabfällen sowie Fäkalien auf dem Berg hinterlassen. Bislang hat es außer einem Müllpfand, der von der Regierung in Nepal eingeführt wurde, keine Bemühungen gegen, sich dem Müllproblem anzunehmen. Dass möchte die Expeditionsfirma nun tun. Vieles sei früher auf den Bergen nicht richtig gemacht worden, heißt es von Seiten des Unternehmens.

„Es ist jetzt allerhöchste Zeit, es besser zu machen und Fehler und Umweltsünden vergangener Generationen nicht gedankenlos fortzusetzen, sondern auszumerzen und darüber hinaus auch zu kompensieren und wiedergutzumachen, also auch den Müll vergangener Expeditionen abzutransportieren und zu entsorgen“, so Furtenbach. Das gilt natürlich auch für den Wintertourismus - manche Skigebiete in Österreich leisten hier übrigens schon tolle Arbeit.

Gebetsfahnen sollen nachhaltig werden

Nachdem Nepals größtes buddhistisches Bauwerk, der Boudhanath-Stupa, kürzlich auf biologisch abbaubare Gebetsfahnen umgestiegen ist, will man auch hier nachziehen. Konkret kümmert sich die Firma Seven Summit Treks darum, die bunten buddhistischen Gebetsfahnen, die auf den Bergen zurückgelassen werden, durch biologisch abbaubare ersetzen. 

Die Flaggen wieder mitnehmen könne man nicht so einfach. Sie seien eine religiöse Gabe an die Götter, um sicher auf den Berg zu kommen, sagte Firmenchef Mingma Sherpa.

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