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Auf diese 6 Silvester-Bräuche solltest du verzichten, wenn dir irgendwas an deiner Zukunft liegt

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Von: Sophie Marie Unger

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Konfetti und Girlanden am Fußboden und Feuerwerk in Wien
Für die Umwelt ist Silvester vor allem eines: schädlich. (Fotomontage) © Dimitry Anikin/Unsplash

Zu Silvester ist vielen Menschen einfach alles wurscht. Das neue Jahr wird mit Traditionen und Bräuchen zelebriert, als gäb‘s kein morgen mehr. Warum das teils fatal ist, erfahrt ihr in unserer Strecke „Klimaliebe“.

Zugegeben, 2021 hatte es wirklich in sich. Die Pandemie, die ganzen Affären und die Anspannungen bereiten uns allen Kopfschmerzen, die man zum Jahreswechsel einfach nur noch wegsaufen und lauthals vertreiben will. Was am nächsten Tag bleibt sind meist aber nur noch größere Kopfschmerzen und Umweltschäden enormen Ausmaßes. Vor allem Letzteres dürfen wir nicht unterschätzen, denn die Umwelt-Folgen spielen weit ins nächste Jahr hinein. Diese sechs Silvester-Bräuche solltest du daher vermeiden.

1. Feuerwerke und Böller zünden

Feuerwerk und Böller gehören für die meisten zu Silvester dazu. Schön ist es - das steht außer Frage, aber die Umweltbilanz ist verheerend. Denn an keinem anderen Tag im Jahr ist die Feinstaubbelastung in Österreich so hoch, wie am 1. Jänner. Nicht gerade ein fresher Start ins neue Jahr, oder?

Zum Glück scheint diese Tradition, die im Mittelalter entstand, um böse Geister zu vertreiben, ein Ende zu nehmen. Obwohl es in Österreich grundsätzlich nur in Ortsgebieten untersagt ist, Feuerwerksraketen zu zünden, führen bereits einige Gemeinden und Städte (bspw. Salzburg) auf eigene Faust ein generelles privates Feuerwerksverbot ein. Die Supermarktkette Spar wird dieses Jahr ebenfalls keine Raketen, Böller und Feuerwerkskörper verkaufen. Find ich eigentlich gut so, denn nicht nur das Klima wird‘s uns danken, auch das Leid vieler Tiere und unnötige Verletzungen bleiben somit erspart.

2. Bleigießen

Wegen einer EU-Richtlinie ist Bleigießen eigentlich bereits seit 2018 verboten. Denn Blei ist extrem gesundheits- und umweltschädlich, weil es leicht ins Grundwasser und in unsere Atemluft gelangt. Deshalb sind in Produkten nur noch maximal 0,3 Gramm Blei erlaubt. Kleine Rechenaufgabe: ein Bleigieß-Set enthält rund 71 Gramm. Auch wenn bei vielen diese Rechnung nun aufgeht, ist sie bislang noch nicht zu allen durchgedrungen.

Eine gute Alternative ist etwa das Wachsgießen. Nimm einfach etwa übriggebliebenes Kerzenwachs von Weihnachten oder Bienenwachs, erwärme es und hau es genauso wie sonst immer in einen Topf mit kaltem Wasser. Was rauskommt ist nämlich fast noch lustiger als die Bleifiguren. Es gibt übrigens auch eine App, über die man Bleigießen kann - auch sehr amüsant.

3. Kaviar essen und Sekt aus den falschen Flaschen trinken

Man gönnt sich ja sonst nichts, heißt es zu Silvester auch oft. Daher leisten sich noch immer viele Leute das „Schwarze Gold“. Doch was nicht alle wissen: auch hierzulande wird illegaler Kaviar verkauft. Das zeigt eine aktuelle WWF-Studie. Die Stör-Bestände (von welchen der echte Kaviar ja stammt) sind bereits um mehr als 90 Prozent zurückgegangen. Wird nicht nachhaltig gefischt und gezüchtet, sind sie vom Aussterben bedroht. Achte daher darauf, dass Stör-Kaviar das gesetzlich vorgeschriebenen CITES-Etikett enthält, oder switche auf Kaviarersatz.

Sprudel - egal in welcher Form - ist einfach Pflicht und grundsätzlich natürlich nicht klimaschädlich. Wer auch zu Silvester etwas für die Umwelt tun möchte, sollte aber auf echte Korken, anstatt Plastik- oder Drehverschlüsse setzen.

4. Im Papier-Konfetti-Regen tanzen

An Neujahr sehr beliebt sind grundsätzlich alle Dinge, die man in die Luft schießen kann. Egal, ob das jetzt Raketen, Konfetti, Feenstaub oder Luftschlangen sind. Doch am Boden der Tatsachen angekommen, sind sie leider nichts weiter als Müll. Am Silvesterpfad in Wien häufigen sich laut MA 48 jährlich 400 Kubikmeter Müll an. Das ist schon arg, wenn man bedenkt, dass vieles davon nicht mal recycelt werden kann.

Wer unbedingt was zum Schmeißen braucht, sollte sich das nachhaltige Konfetti von „Saatgutkonfetti“ genauer anschauen. Das kompostierbare Konfetti sieht nicht nur hübsch aus, sondern bietet Insekten noch dazu Heimat und Nahrung - na dann „Hoch die Hände Klimawende“.

5. Sprühkerzen anzünden

Menschen, die kein Feuerwerk mögen, wird dann halt auch oft zum Falschen - wie etwa Sprühkerzen - geraten. Diese sind zwar erlaubt, aber nicht besonders nachhaltig. Das verwendete Bariumnitrat gilt - ähnlich wie Blei - als sehr umweltschädlich und giftig. Deshalb sollten die Wunderkerzen auch nie auf Lebensmitteln wie Desserts und Torten abgebrannt werden. Zudem sind die Arbeitsbedingungen der Hersteller:innen oft katastrophal.

Stattdessen kannst du Fackeln aus natürlichen Materialien, wie etwa Zapfen, einfach selbst machen. Damit die Fackeln nicht gleich verbrennen, gib etwas Harz zwischen die Zapfenblätter, stecke den Tannenzapfen auf einen Stab und zünde ihn danach einfach an.

6. Wohnung mit weißem Salbei ausräuchern

Die alte Tradition, das Haus oder die eigene Wohnung auszuräuchern, wird seit kurzem wieder total gehypt. Denn das „Ausräuchern“ soll heutzutage gegen schlechte Vibes - von denen es dieses Jahr nicht gerade wenig gab - helfen. Zu dem bekanntesten Räuchergut gehören weißer Salbei oder Palo Santo – aber auch Myrrhe oder Weihrauch sind ziemlich gängig. Die Krux dabei ist nur, dass erstere Pflanzen unter Naturschutz stehen und wegen des Trends trotzdem abgeholzt und auch vorwiegend angeboten werden. Auch Myrrhe und Weihrauch sind weit gereist, sie kommen nämlich von Afrika zu uns.

Anstelle von weißem Salbei kannst du den heimischen Beifuß verwenden, für Palo Santo nimm die gute alte Zirbe. Die Kräutermischung legst du am besten in eine Räucherschale und los geht‘s.

Diese Organisationen helfen dir übrigens dabei im neuen Jahr wirklich etwas für‘s Klima zutun.

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