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Es ist nun wirklich an der Zeit auf vegane Kost umzusteigen, wenn du kein reicher Klima-Ungustl sein willst

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Von: Sophie Marie Unger

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Ein veganes Gericht mit Tomaten, Gurken, Karotten und Co. und ein brachliegender Acker
Vegane Ernährung leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels. (Fotomontage) © Unsplash/BuzzFeed

Tierische Ernährung ist für rund 26 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich - das wissen wir schon. Eine neue Studie rechnet nun aber ganz genau vor, welche Benefits ein veganer Lebensstil für unser Klima hat.

Natürlich ist ein Kalbsschnitzerl am Sonntagstisch bei der Oma etwas ganz was Feines. Aber wenn man sich durchrechnet, welchen verheerenden CO2-Fußabdruck dieses Stück Fleisch mit sich bringt - da vergeht es einem. Das fängt schon bei den Methan-Pupsern selbst an, geht über einen teils elendslangen Transport und eine aufwendige Aufbereitung hinaus und endet schließlich bei der stromfressenden Kühlung. Eine neue Studie bringt das alles unverkennbar auf den Punkt. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse.

Treibhausgase würden signifikant sinken, wenn sich die Bevölkerung reicher Länder vegan ernährt

Ganz genau, es sind nämlich vor allem die reichen Staaten, die einen fleischreichen Lebensstil verfolgen. Im Jahr 2013 war der Fleischkonsum pro Kopf in einkommensstarken Ländern fast sechsmal so groß wie in Staaten mit niedrigem Einkommen. Das zeigt eine internationale Studie, die vor Kurzem im Fachmagazin „Nature Food“ veröffentlicht wurde. Es wurde sogar berechnet, dass allein diese Ernährungsumstellung der einkommensstarken Bevölkerung reichen würde, um die im Pariser Klimaabkommen festgelegten 1,5-Grad zu erreichen.

Die natürliche Bepflanzung der Felder würde das Ökosystem in Balance bringen

Die natürliche Bepflanzung der bisher für die Viehzucht verwendeten Felder würde nicht nur der Biodiversität helfen, sondern auch das ursprüngliche Ökosystem wieder in Balance bringen. Somit könnten die Ackerflächen auch mal wieder brach liegen, sich erholen und mit neuen Nährstoffen zurückkehren. Die Praxis der Bodenbrache wurde aufgrund der hohen Bewirtschaftungsdichte extrem vernachlässigt.

Freie Flächen könnten CO2 um ein Vielfaches besser speichern

Aber nicht nur die Nährstoffe profitieren von der Umstellung, freie Flächen könnten dann wieder die 81-fache Menge der jährlichen Treibhausgas-Emissionen der gesamten Agrarproduktion für reiche Länder speichern. Laut aktuellen Berechnungen kann die weltweite Vegetation zurzeit nur 50 Prozent des schädlichen Kohlenstoffs wegen der menschlichen Landnutzung halten. Und hierbei sind nicht einmal noch die Reduktion, die Klimakatastrophen nach sich ziehen, miteinberechnet.

Pflanzliche Lebensmittel wären für alle ausreichend

Fällt der Anteil an tierischen Lebensmitteln weg, müsste man sich aber keine Sorgen über Lebensmittelknappheit machen. Denn mit nur einer geringen Erhöhung des Anbaus von Obst und pflanzlichem Protein, wie Linsen, Kichererbsen oder Tofu würde ausreichend Nahrung für alle bestehen. Pflanzen, die bisher für die Fütterung von Tieren angebaut wurden, könnten ohne Umweg direkt von Menschen gegessen werden.

Für ärmere Produktionsländer fällt eine wichtige Einkommensquelle weg

Natürlich müsste man mitdenken, dass die Produktion tierischer Produkte für viele vorwiegend arme Länder eine wichtige Einkommensquelle darstellt. Die Politik müsste dafür mit gezielten Förderungen und Kampagnen tätig werden und die jährlich zur Verfügung gestellten landwirtschaftliche Zuschüsse in der Höhe von 620 Milliarden Euro klimafreundlich verwerten.

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