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Die Krötenwanderung hat angefangen und das ist auch gut für dich

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Von: Christian Kisler

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Montage: Zwei Grasfrösche auf einer Hand, ein Warnschild mit einer Kröte, darunter eine Hinweis zur Krötenwanderung
Die Krötenwanderung stellt alle, die sich um Tierschutz kümmern, jedes Jahr vor Herausforderungen. © Winfried Rothermel/dpa/Picture Alliance/Rainer Unkel/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Jahr für Jahr begeben sich Kröten, Frösche, Salamander, Molche und Unken auf Wanderschaft. Auf dem Weg zu ihrem Geburtsort müssen sie auch Straßen queren, was für viele tödlich endet. Um das zu verhindern, wurden allerdings bereits Maßnahmen ergriffen - mit Erfolg.

Kein schöner Anblick, jedes Jahr von Autos nieder gefahrene Amphibien wie Kröten, Frösche, Salamander, Molche und Unken auf Landstraßen. Meistens ziehen sie ab März in Scharen los, um wie die Lachse an den Ort zu gelangen, an dem sie das Licht der Welt erblickt und sich von der Kaulquappe zu erwachsenen Tieren gewandelt haben. Dabei bewegen sich die Tiere in eher gemächlichem Tempo vorwärts, vorzugsweise in der Dämmerung und bei feuchtem Wetter, wenn die Lichtverhältnisse ohnehin schwierig sind. Und so die Amphibien noch größeren Gefahren ausgesetzt sind.

Kröten und Co halten uns lästige Gelsen vom Leib

Okay, die Viecher sind ohnehin hässlich, höre ich schon manche sagen. Aber einerseits liegt das ja wohl im Auge der Betrachter:innen, andererseits sind etwa Salamander ohne Zweifel hübsch anzuschauende Wesen. Sind ja nicht nur Kröten unterwegs. Davon abgesehen sind sie überaus nützlich, halten sie uns lästige Gelsen und Mücken vom Leib. Zum Spaß wird die Wanderung nicht auf sich genommen, der werte Nachwuchs soll dort gezeugt und geboren werden, wo man selbst auf die Welt gekommen ist. Kröten, Frösche, Salamander, Molche und Unken zählen im Übrigen zu den geschützten Arten, sie sollten tunlichst nicht ausgerottet werden, um dann wieder mühsam angesiedelt zu werden, wie etwa der Fischotter oder die Habichtskäuze.

Den Tod finden die Amphibien nicht nur, wenn sie direkt von einem Autoreifen erwischt werden. Schon der Luftdruck, der entsteht, wenn ein Fahrzeug über sie hinwegfährt, auch ohne sie zu treffen, kann die Tiere das Leben kosten. Alleine hungrigen Krähen ist es zu verdanken, dass weniger Froschkadaver auf den Straßen zu finden sind, als man vermuten würde. Was also tun, um den hochgradig vom Verkehr bedrohten Tieren eine sichere Wanderung zu ermöglichen? Ihnen wortwörtlich unter die Arme zu greifen, um sie einzeln über die Straße zu tragen, ist wenig zielführend. Nach dem Wiener Naturschutzgesetz ist es nämlich verboten, Amphibien aus ihrem Lebensraum zu entfernen oder gar mit nach Hause zu nehmen. Ein kleines Schlupfloch gibt es allerdings doch. Dann nämlich, wenn sich ein Tier akut in Gefahr befindet, darf es gerettet und an einem nahen und sicheren Ort wieder ausgesetzt werden. Aber: Selbständige Rettungsaktionen sollten niemals durchgeführt werden, zur eigenen Sicherheit und der des Tieres.

Tunnel für die Krötenwanderung

In Wien etwa gibt es einige Hauptwanderstrecken, etwa im Prater, am Bisamberg oder an der Exelbergstraße in Neuwaldegg. Dort wurden von der Stadt Wien Krötentunnel angelegt. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um Unterführungen durch die jeweilige Straße. Dabei trägt die Stadt dafür Sorge, dass die kleinen Tunnel in Schuss gehalten werden. In der Amundsenstraße wiederum, die von Hütteldorf über Hadersdorf nach Dornbach und Neuwaldegg führt, verfolgt man ein anderes Konzept. Dort werden zur Krötenwanderzeit vorübergehend sogenannte Amphibienzäune errichtet. Die Tiere werden entlang des Wienwanderwegs durch Leiteinrichtungen in Kübel umgelenkt und können dann sicher über die Straße getragen werden. Betreut wird das Unterfangen von der Stadt Wien selbst und vom Verein gegen Tierfabriken (VGT). Der kümmert sich auch um die freiwilligen Helfer:innen. Wenn du dich also auch im Schutz der Amphibien engagieren willst, weißt du, an welche Organisation du dich wenden kannst.

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