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Die Wiener Leihräder sind wieder da und erfreuen sich großer Beliebtheit

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Von: Christian Kisler

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Detailaufnahmen der Leihräder von WienMobil
Die WienMobil-Leihräder sollen Autos überflüssig machen und komplettieren das Angebot der Wiener Linien. © Diener/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Seit 19 Jahren profitieren die Wiener:innen von einem über die Stadt verteilten Fahrradverleihsystem. Mit größerem Angebot geht es in die nächste Saison.

Nicht alle haben ein Fahrrad im Keller oder im Vorzimmer stehen, nicht alle sitzen bei jeder Gelegenheit drauf und treten lieber in die Pedale, statt zu Fuß zu gehen. Manchmal besitzt man zwar ein Bike, ist aber ohne angereist und will mit wieder nach Hause. Oder man steigt lieber nicht auf sein eigenes Fahrrad auf dem Weg zur Arbeit, schlicht aus Sorge, es könnte gestohlen werden. Für all diese Menschen standen 2003 plötzlich sogenannte Citybikes zur Verfügung, die man gegen Registrierung ausleihen konnte, bis zu einer Stunde sogar gratis. Putzig, dass am Anfang gerade einmal 214 Fahrräder an zwölf Stationen verfügbar waren - zuletzt waren es rund 1.500, aufgeteilt auf 121 Stationen.

Die WienMobil-Leihräder sind eine optimale Ergänzung zu Bim, Bus und U-Bahn

Ich schreibe „zuletzt“, weil die Betreiberin des Fahrradverleihsystems knapp zwei Jahrzehnte das Werbeunternehmen Gewista war. War. Denn nach einer neuerlichen Ausschreibung 2020 haben die Wiener Linien den Zuschlag bekommen. Und das ist ohnehin nur konsequent. Denn die Leihräder sind nicht weniger als eine optimale Ergänzung zu Bim, Bus und U-Bahn. Genau wie die gleichnamige App hören die fahrbaren Untersätze nun auf „WienMobil“. Seit April sind nun 1.000 Räder im Einsatz, zum Teil auch mit Kindersitz. Bis Herbst sollen es in Summe 3.000 sein, mehr als je zuvor. Über ganz Wien verteilt wird es dann über 200 WienMobil-Rad-Stationen geben, rund 185 physische und an die 50 virtuelle. Verantwortlich dafür, dass alles funktioniert, ist die deutsche Firma Nextbike, sie hat die Stationen errichtet, kümmert sich um den Betrieb sowie um Wartung und Service. Das Citybike Wien ist damit Geschichte.

Im Gegensatz zum Citybike ist das WienMobil-Rad aber kostenpflichtig, wenn auch im niedrigen Bereich. Für eine halbe Stunde löhnst du 60 Cent, bist du viel unterwegs, zahlt sich das Jahresabo um 49 Euro wahrscheinlich aus. Immer noch billiger, als sich selbst ein Fahrrad zuzulegen, dass ohnehin bald wieder gestohlen wird, wenn du es nicht entsprechend sicherst. In diesem Fall ist die erste halbe Stunde stets kostenlos. Jahreskarten-Besitzer:innen können die Leihräder günstiger nutzen, dann kostet die halbe Stunde 30 Cent, das Jahresabo 25 Euro. Voraussetzung ist natürlich, dass immer ausreichend Fahrräder vorhanden sind, die geborgt werden können. Bei den Wiener Linien ist man optimistisch, so das eigene Auto endgültig überflüssig zu machen. Wenn es tatsächlich damit getan ist, ein paar Fahrräder zur Verfügung zu stellen, bin ich begeistert.

Schon jetzt ist die Nachfrage nach den WienMobil-Leihrädern hoch

Die Nachfrage ist jedenfalls ungebrochen hoch. Gleich zum Start des Services registrierten sich 13.000 Menschen, im April wurden schließlich 10.000 Fahrten wahrgenommen. Wäre das Wetter nicht so wechselhaft gewesen, wären es womöglich einige mehr geworden. Auch im laufenden Monat Mai halten wir bereits bei 10.000 sogenannten „Leihen“, Tendenz steigend. Interessant dabei: In der Früh sind vor allem die Stationen in den inneren Bezirken gefragt, am Abend jene am Stadtrand und nicht etwa umgekehrt. Spitzenreiter sind im Moment die Entleihstationen Oper und Volksgarten. Man darf gespannt sein, wie sich das neue Modell weiter entwickelt und ob die 3.000 Räder auch pfleglich behandelt werden. Und die Straßenverkehrsordnung solltest du zumindest in groben Zügen kennen, wenn du einen der Drahtesel besteigst.

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