1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Umwelt

Der März ist zu kalt und zu trocken - das ist ein Problem

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Montage: Eine Ziesel auf einer trockenen Wiese beim Neusiedler See, ein trockener Acker mit einem Löwenzahn
Der März ist bis jetzt zu kalt und vor allem zu trocken. Das wird sich bis Monatsende nicht großartig ändern. © Friedhelm Adam/imageBROKER/Urs Flueeler/Keystone/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Die Sonne scheint, ein prinzipiell erfreulicher Anblick. Weniger erfreulich: Der März ist bis dato viel zu trocken - und kalt. Für Natur und Landwirtschaft keine gute Kombination.

Ich bin der Erste, der sich beschwert und den Frühling herbeisehnt. Viel zu lange war es kalt und vor allem dunkel, sodass man spätestens um halb vier am Nachmittag das Licht aufdrehen musste, um die Hand vor Augen zu sehen. Mehr Sonne, mehr Wärme, das wäre ja nicht zu viel verlangt. Aber nein, die Auswirkungen der Klimakrise müssen wir natürlich unbedingt am eigenen Leibe spüren. Noch ist es nur unangenehm und nicht lebensbedrohend - oder etwa doch? Ungewöhnlich früh im Jahr gab es in Tirol bereits erste Waldbrände, am anderen Ende Österreichs hat der Neusiedlersee einen historischen Tiefstand erreicht und der Wiener Pappelteich benötigt eine eigene Wasserleitung, weil er sonst Gefahr läuft, auszutrocknen. Letzterer ist zwar verhältnismäßig klein, doch auch er bietet wertvollen Lebensraum.

Was man über die erste Hälfte des dritten Monats des Jahres gefühlt behaupten kann, ist jetzt auch schriftlich bestätigt. Zwar ist die erste Märzhälfte die sonnigste seit 60 Jahren, was vor allem Soralanlagenbesitzer:innen freut. Es ist aber eben auch viel kälter. Es scheint uns zwar die Sonne auf den Bauch, den können wir aber gar nicht erst entblößen, weil es im 30-jährigen Durchschnitt etwa drei Grad zu kalt ist. Die frostigen Nächte sind daran schuld, dass es mit der Tageserwärmung nicht so recht klappen will. Und die wiederum werden von Hochdruckgebieten mit mal mehr, mal weniger originellen Namen wie „Lino“, „Martin“ oder ganz aktuell „Noe“ ausgelöst. Sie sind seit Februar gekommen, um zu bleiben, ein wirkliches Ende ist nicht in Sicht.

Zu wenig Regen im März

Nicht nur für wild wachsende Pflanzen und lebende Tiere, auch für die Landwirtschaft ist das Ausbleiben von Regen ein Problem. Die nächsten Tage wird es ein wenig wärmer, sogar ein bisschen Niederschlag soll dabei sein. Der aber macht das Kraut im wahrsten Sinne des Wortes nicht fett. Zumal danach die nächste Kaltfront im Anrollen ist. Marillen und andere Obstsorten beginnen zu knospen, auch Weinbauern freuen sich über erste Beeren. Wenn es dann allerdings wieder plötzlich abkühlt, und zwar bedeutend, kann dies das Ende der zarten Triebe sein. Wenn auch noch der Regen nicht fallen will oder nur in Form von ein paar Tropfen in Erscheinung tritt, verschärft sich die Situation.

Wenn es jetzt schon zu Waldbränden kommt und sich der Neusiedler See nicht wie sonst über den Winter mit Wasser füllt, sind das keine schönen Aussichten für den kommenden Sommer. Da geht es nicht nur um persönliche Befindlichkeiten, weil es eben unerträglich heiß wird, ohne Regen wohlgemerkt. Einzigartige Lebensräume gehen dabei für immer verloren, nicht nur, aber auch an der pannonischen Tiefebene, an der sich der Neusiedler befindet. Dass dort jetzt Oliven gedeihen können, ist ein klassischer Fall von „aus der Not eine Tugend machen“. Aber eigentlich ist das eine Tragödie, die unmittelbar nicht nur Österreich betrifft, sondern ganz Europa. Es ist eine Schande.

Auch interessant

Kommentare