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Nachhaltige Accessoires aus dem 3D-Drucker: Salzburgerin erobert Hollywood

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Von: Sophie Marie Unger

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Schauspielerin Angela Bassett in Marvel-Blockbuster Black Panther mit Krone von Julia Körner
Die Salzburgerin Julia Körner designte bereits für Marvel, jetzt startet sie mit Taschen durch. © Instagram/koernerjulia

Mit ihren innovativen Designs revolutioniert die gebürtige Salzburgerin Julia Körner derzeit die Mode-, Kunst- und Filmbranche.

Ein bisschen Nachhaltigkeit tut dem Marvel-Universum sicher ganz gut. Das hat sich wohl auch die Salzburger Designerin Julia Körner gedacht. Mit Accessoires und Mode aus dem 3D-Drucker versucht sie, Architektur, Kunst, Mode und Umwelt zu vereinen und belieferte damit bereits große Filmproduktionen. Zurzeit entwirft sie vor allem nachhaltige 3D-Handtaschen, die sie in Los Angeles und Wien vertreibt. Im Zuge einer aktuellen Ausstellung des MAK‘s im Geymüllerschlössel (18. Bezirk) kannst du dir die Kreationen mal genauer anschauen.

Salzburg goes Marvel

Auf Körners innovative Herangehensweise wurden Marvel Studios bereits 2019 aufmerksam. Für den Blockbuster „Black Panther“ designete sie Königin Ramondas - gespielt von Angela Bassett - den prachtvollen Kopfschmuck und einen imposanten Kragen. Das Designteam, das von Kostümdesignerin Ruth Carter zusammengestellt wurde, cashte damit sogar den Oscar für das „Beste Kostümdesign“ ab. Wie die Salzburgerin dazu kam? Carter hatte Körners Designs auf den Pariser Modewochen gesehen und sie kurzerhand zu sich nach Hollywood eingeladen.

„Dann hat sie mich aber nur limitiert in das Filmprojekt eingeweiht, weil sie hat mir eigentlich nur gesagt, es geht um Afrika und Technologie und sie hätte gerne Kostüme, die sich mit den traditionellen Mustern von Zulu-Frauen auseinandersetzen“, so Körner gegenüber „FM4“. Sie habe dann mithilfe eines Buchs von Carter jene Zeichnungen studiert und zunächst ohne jegliche Maße dreidimensional umgesetzt. Erst als klar war, dass sie das Kostüm für Schauspielerin Angela Bassett designte, reimte sie sich zusammen, dass es hier um Marvel gehen müsse.

Vor allem die Thematik „Afrika und Technologie“ lag Körner am Herzen. „Meine Arbeit hatte eine viel größere Tragweite als jemals zuvor, die Emotionen, die der Film in Amerika und der ganzen Welt ausgelöst hat, in Bezug auf die Thematik, waren schön mitanzusehen. Ich bin sehr glücklich, da mitgewirkt zu haben.“ Auch für den US-Filmhit „Captain Marvel“ kreierte sie einige Kostüme für die Anfangs-Szene in der Untergrundbahn. Seither ist sie ein großer Marvel-Fan und würde gerne mal die Kostüme für Superheldinnen entwerfen.

Nachhaltigkeit spielt große Rolle

Und was hat das alles mit der Umwelt zu tun? Extrem viel. Denn schon seit Beginn ihres Schaffens setzte sich Julia Körner mit den Materialien und Mustern der Natur auseinander. „Ich habe Stunden damit verbracht, Muster der Natur festzuhalten, sei es Sand, Steine oder die Rinde der Sequoia-Bäume im Nationalpark. Meine Mutter ist Biologin“, erzählt sie der „Kleinen Zeitung“. Aktuell finden sich vor allem Strukturen von Pilzen - konkret die Lamellen - in ihrer Taschenkollektionen wieder. Die Schönheit der Natur sei ihre größte Inspirationsquelle und die gilt es auch zu schützen.

Deshalb hat sich die Österreicherin schon früh überlegt, wie sie möglichst umweltschonend arbeiten kann. Mit der 3D-Technologie konnte sie nicht nur ihr Interesse an mathematischen Formeln, die zu diesen Natur-Ästhetiken führen, nachgehen, sondern gleichzeitig auch nachhaltig entwerfen. „Normalerweise braucht man für eine Tasche unterschiedliche Materialien, die aus vielen verschiedenen Teilen der Welt kommen“, sagt sie. „Hier ist die ganze Tasche aus demselben Material in unterschiedlichen Härtegraden, der Versand, der bei der Produktion normalerweise entsteht, entfällt.“

Natürliches Material für die Accessoires

Aber nicht nur ihre 3D-Technik trägt der Umwelt Rechnung, auch die ausgewählten Materialien sind organisch. „Produziert werden die Taschen aus einem Bioharz, das aus Sojabohnen und Mais gewonnen wird“, so Körner. Obwohl sie ihre Stücke nicht nur für Museen und Haute Couture entwirft, werden ihre Produkte personalisiert und vorwiegend auf Nachfrage hergestellt, weshalb eine Überproduktion ausgeschlossen ist. Als Nächstes möchte Körner dann auch mit der Herstellung von Möbeln, eventuell Kaffeetische, beginnen. Zudem wird die Salzburgerin ab 21. Juni in der Netflix-Dokureihe „The Future Of“, in der es um die revolutionären Möglichkeiten unseres Planten geht, zu sehen sein.

Viele Österreicher:innen entwerfen aber auch ohne Hollywood-Flair richtig nice zukunftsfähige Dinge.

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