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Die Menschheit stirbt schneller aus als gedacht - und hat es sich redlich verdient

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Von: Christian Kisler

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Menschenmasse in New York City, Ölförderung in sonst unberührter Landschaft
Zuviele Leute auf zu engem Raum und systematischer Raubbau an der Erde: Die Menschheit stirbt aus und ist auch noch selbst schuld daran. © Sorge/Caro/Peter Bennett/Danita Delimont/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Die Menschheit stirbt wohl schneller aus als gedacht. Die Zeichen seien überdeutlich, so ein US-Wissenschafter. Schuld daran sind wir alle selbst, wir haben es uns verdient, von der Erde getilgt zu werden. Meine 2 Cents dazu.

Schau auf dein Handy, wirf einen Blick in eine Zeitung, wenn wo eine vernünftige herumliegt. Schau dir eine Nachrichtensendung im Fernsehen an oder hör die News des Tages im Radio. Auch ohne Pandemie ist es nicht besonders gut bestellt um den Zustand der Welt.

Wobei wir hier genauer werden müssen: Dem Planeten ist relativ wurscht, was auf ihm kreucht und fleucht, zumindest die nächsten sechs Milliarden Jahre. Dann wird sich die Sonne zu einem roten Riesen aufblähen, also ein Vielfaches ihrer jetzigen Größe erreichen, und die Erde verschlingen. Schon davor werden alle Ozeane verdampft und wird jegliches Leben auf dem einst blühenden Planeten ausgelöscht sein.

Die letzten Tage der Menschheit

Doch keine Bange: Bis es so weit ist, tut mir kein Knochen mehr weh, auch dir nicht und allen, die du kennst und liebst. Einem Text des US-amerikanischen Paläontologen und Evolutionsbiologen Henry Gee im Fachblatt „Scientific American“ zufolge, wird es die Menschheit an sich nicht mehr allzu lange geben. Wann genau es sein wird, dass das letzte Menschlein seinen letzten Atemzug getan haben wird, dazu äußert er sich nicht.

Nur soviel: „soon“, also bald. Wobei „bald“ erdgeschichtlich gesehen natürlich ein dehnbarer Begriff ist. In 100 Jahren? In 1.000 Jahren? In 100.000 Jahren? Gewiss mehr als die fünf Jahre in David Bowies apokalytischem Klassiker „Five Years“ von 1972. Wann genau und in welcher Geschwindigkeit der Untergang der Menschheit jedenfalls stattfinden wird, ist also unklar. Nur die Gewissheit, dass wir alle Teil der letzten Generationen sind, die auf Erden wandeln, die nähert sich bei Gee an die 100 Prozent.

Überalterung der Menschheit

Wenn es nicht äußere Faktoren sind, wie etwa ein sich ankündigender Komet wie in „Don‘t Look up“ mit Leonardo DiCaprio, dann schaffen wir das schon auch selbst. Auch wenn die Weltbevölkerung derzeit noch im Wachsen begriffen ist, so übertreffen die Todesfälle die Geburten in manchen Gegenden des Planeten um einiges. Von der Überalterung der Gesellschaft ist dann meist die Rede.

Dass die Qualität der Spermien abnimmt, führt außerdem dazu, dass weniger Menschen geboren werden. Überhaupt: Zumindest in wohlhabenden Ländern, gemeinhin dem sogenannten westlichen Teil der Welt, muss eine Frau nicht mehr 12 Kinder gebären, in der Hoffnung, dass zumindest ein paar davon überleben und die Nachkommenschaft sichern.

Viele Menschen auf zu engem Lebensraum

Wenn in unserem Kulturkreis der Entschluss gefasst wird, keine Kinder in die Welt zu setzen oder sich (zu) spät um Nachwuchs zu kümmern, dann senkt das ebenfalls die Geburtenstatistik. Immer noch besser, als einer Frau 12 Schwangerschaften zuzumuten.

Einer der Gründe für mangelnde Spermaqualität ist Stress. Der kann wiederum dadurch ausgelöst werden, dass wir buchstäblich übereinander in großen Städten auf viel zu engem Lebensraum leben. Wenn dieser knapp wird, - und das tut er zunehmend auch dank Klimawandel -, ist das ein Hinweis, dass eine Spezies nicht mehr allzu lange überdauern wird. Und da Homo sapiens den ganzen Erdball bevölkert, schaut es nicht besonders gut aus.

Wenig Abwechslung im menschlichen Erbgut

Ein weiteres Problem: Der nicht unbedingt variantenreiche Genpool von Homo sapiens. „Innerhalb einiger wild lebender Schimpansenpopulationen gibt es mehr genetische Variationen als innerhalb der gesamten Menschheit“, schreibt Henry Gee. Und mangelnde Abwechslung im Erbgut ist natürlich nicht besonders gut, um das Überleben zu sichern.

Das stimmt jetzt nicht besonders zuversichtlich, soll aber keineswegs ein Freibrief sein, dem Planeten den Stinkefinger zuzufügen, nach dem Motto: „Weil‘s eh schon wurscht ist.“ Die Probleme sind immerhin hausgemacht. Wir haben uns „die Erde untertan gemacht“, wie es schon im Alten Testament heißt, dabei aber dezent übertrieben.

Die Menschheit treibt Raubbau am Planeten Erde

Das turbokapitalistische Streben nach stetem Wachstum geht sich auf Dauer nicht aus, ohne Schaden auf Kosten anderer zu verursachen. Noch mehr Gewinn ohne Rücksicht auf Mensch, Tier und Pflanze zu nehmen ist halt nicht besonders schlau. Wir haben Flüsse und Meere vergiftet, treiben Raubbau an dem, was der Planet so hergibt und jagen als Endprodukt nicht gerade geringe Mengen Dreck in die Atmosphäre.

Wenn dann von Atomstrom als saubere Alternative gefaselt wird, muss sich niemand mehr wundern, warum die Zeugungsfähigkeit bei Männern abnimmt. Die leidet nämlich tatsächlich durch radioaktive Strahlung. Dass die Frage nach der endgültigen Lagerung von Atommüll bis heute nicht geklärt, auch das stellt der Menschheit kein gutes Zeugnis aus. Von kriegerischen Auseinandersetzungen an allen Ecken und Enden möchte ich gar nicht erst anfangen.

Die Erde kommt auch ohne Menschheit gut aus

Das Ende ist jedenfalls nicht ganz so weit entfernt wie manche angenommen haben, wenn es auch wohl verfrüht ist, den Apokalypso der EAV zu tanzen. Und yep, auch wenn die Menschheit nicht durch und durch verdorben ist, - es gibt ja schließlich mehr als schwarz und weiß -, so ist ihr Aussterben nicht ganz unverdient. Auch bei den tatsächlich notwendigen und löblichen Protesten von Fridays for Future und Extinction Rebellion geht es letztlich nicht nur um den Planeten, sondern ums Leben der Spezies Mensch auf der Erde. Die kommt auch ohne uns Zweibeiner im Zweifelsfall sehr gut zurecht.

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