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Methan: Ein Gas mit großer Wirkung

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Welchen Einfluss auf das Weltklima hat Methan? Wie kann der Ausstoß reduziert werden? Wissenswertes über das geruch- und farblose CH4:

Kühe im Stall.
Symbolbild: Besonders die Massentierhaltung trägt zum Methan-Ausstoß bei. © BildFunkMV/Imago

Das Kyoto-Protokoll nennt sechs Gase, die Auswirkung auf den Treihauseffekt haben: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) sowie die fluorierten Treibhausgase (F-Gase) wie wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW), und Schwefelhexafluorid (SF6).

Als „Zwillingsbruder von CO2“ wird dabei immer wieder gerne Methan bezeichnet, ein geruch- und farbloses, hochentzündliches Gas, das im Vergleich zu CO2 mit neun bis fünfzehn Jahren nur relativ kurz in der Atmosphäre verbleibt. Die Methanmoleküle sind aus einem Kohlenstoffatom und vier Wasserstoffatomen aufgebaut. Nach Berechnungen von Nasa-Forscher:innen liegt das Treibhauspotenzial von Methan über dem des Treibhausgases Kohlendioxid. Seine Wirkung auf den Treibhauseffekt ist um ein Vielfaches stärker als jene von Kohlendioxid. Von der aktuell in die Atmosphäre abgegebenen Methanemission stammen mehr als die Hälfte (etwa 60 Prozent) aus menschlichen Quellen.

Methan: Wirkung auf die Atmosphäre

Die durchschnittliche Lebenszeit von Methan in der Atmosphäre beträgt ca. 12,4 Jahre, ist also wesentlich kürzer als die Lebenszeit von CO2. Trotzdem macht es einen substanziellen Teil des menschgemachten Treibhauseffektes aus, denn das Gas ist 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid.

Methan kommt vielfältig vor und wird ständig neu gebildet. Es entsteht immer dort, wo organisches Material wie Blätter, Wurzeln, Essensreste, Ausscheidungen usw. unter Luftausschluss abgebaut wird: Etwa auf natürliche Weise in Sümpfen und anderen Feuchtgebieten, aber auch Mülldeponien, Klärwerke und der Nassreisanbau setzen Methan frei, ebenso wie Feuchtgebiete und Ozeane. Es entsteht auch bei Massentierhaltungen in der Landwirtschaft, bei der Verdauung von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen oder Ziegen. Das Gas, das auch den Hauptbestandteil von zum Heizen verwendeten Erdgas ausmacht, entweicht oftmals aber auch bei Gas- und Ölbohrungen bzw. an unzureichend gewarteten Gasleitungen und Gasspeichern.

Methan:  „Global Methane Pledge“

Methan sei für rund 30 Prozent der Erderwärmung seit der industriellen Revolution verantwortlich, so die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im November 2021 beim Weltklimagipfel (COP26) in Glasgow. Die Reduzierung des Ausstoßes um 30 Prozent sei daher eine der wirksamsten Möglichkeiten, die kurzfristige Erderwärmung zu reduzieren, und werde „den Klimawandel sofort bremsen.

Es ist die am niedrigsten hängende Frucht.“ Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die EU-Staaten die Landwirtschaft grundlegend umstellen - und die Verbraucher ihre Ernährung. Um die Bedeutung der Wirkung von Methan auf das Weltklima zu verstärken, hatten deshalb die Europäische Union und die Vereinigten Staaten bereits im September 2021 den „Global Methane Pledge“ angekündigt.

Dabei handelt es sich um eine Initiative zur Verringerung der weltweiten Methanemissionen. Länder, die sich dem „Global Methane Pledge“ anschließen, verpflichten sich zu dem kollektiven Ziel, die Methanemissionen weltweit bis 2030 um mindestens 30 Prozent gegenüber dem Stand von 2020 zu senken Auch viele Experten teilen diese Meinung: Wird die Initiative erfolgreich umgesetzt, könnte die Erderwärmung bis 2050 der EU-Kommission zufolge um rund 0,2 Grad reduziert werden.

Methan: Reduktion in der Praxis

Wie könnte etwa in der Viehhaltung der Ausstoß von Methan verringert werden? Geeignete Maßnahmen wären - neben einer weltweiten Einschränkung des Fleischkonsums - sind:

Von Wolfgang Wonesch

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