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80 Prozent CO2-Emissionen einsparen: AUA-Flugzeuge testen einen Tank-Mix aus Kerosin und Speiseöl

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Von: Sophie Marie Unger

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Ein Flugzeug der Austrian Airlines von der Unterseite mit dem Schriftzug Servus
Die Flugzeuge der Austrian Airlines werden mit Altspeiseöl betankt. © Fohringer/APA Picturedek

Die österreichische Luftfahrt soll nachhaltiger werden. Die OMV und die Austrian Airlines machen in puncto Tank gemeinsame Sache.

Die Luftfahrtindustrie ist für 2,8 Prozent der gesamten CO2-Emissionen weltweit verantwortlich. Während der Pandemie konnte man schön sehen, wie durch den lahmgelegten Flugverkehr weniger CO2 ausgestoßen wurde. Viele - auch große - Konzerne sahen das als Weckruf. So auch die österreichischen Unternehmen OMV und AUA. Beide können auf eine langjährige Geschäftsbeziehung zurückblicken und wollen gemeinsam grüner werden. Verbindendes Element ist natürlich der Treibstoff.

Mix aus Kerosin und Speiseöl

Wie bei allen Fortbewegungsmitteln geht‘s um den Antrieb. Was hat so viel Power, damit die fetten Dinger auch wirklich abheben, aber deutlich weniger CO2 verbraucht wird? So oder zumindest so ähnlich dürfte die Forschungsfrage der beiden Unternehmen in den vergangenen Jahren gelautet haben. „Sustainable Aviation Fuel“ – kurz „SAF“ - könnte die Antwort sein. Er wird aus nachhaltigen und regionalen Rohstoffen, also Biomasse, insbesondere Altspeiseöl, hergestellt. Im Vergleich zu herkömmlichem Düsentreibstoff führt dieses nachhaltige Flugbenzin zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um mehr als 80 Prozent über den gesamten Lebenszyklus. 

Funktioniert das überhaupt?

Ja. „Als erste österreichische Fluglinie betanken wir unsere Flugzeuge bereits mit SAF und kommen damit unseren Klimazielen einen Schritt näher“, so Michael Trestl, Chief Commercial Officer bei Austrian Airlines. 50 Prozent des biogenen Treibstoffs können einfach zum bestehenden Tank beigemischt werden, ohne dass man die Technologie der Flotte verändern muss - eine Sofortmaßnahme sozusagen. Ende März gab es bereits die erste große OMV-Lieferung und seitdem wird auch schon brav getestet. „Mit dieser Kooperation demonstrieren wir die Stärke zweier nationaler Champions, OMV und Austrian Airlines, und festigen damit den Innovationsstandort Österreich“, berichtet Elena Skvortsova, OMV Vorstandsmitglied für Marketing & Trading.

Regionalität spielt in die Hände

Wer schon mal am Flughafen Wien-Schwechat war, weiß, dass sich die OMV Raffinerie unweit davon platziert hat. Das ist insofern gut, als dass die Lieferkette deutlich reduziert werden kann. „Die Produktion von SAF in unserer Raffinerie Schwechat ist nicht nur durch die Verwendung regionaler, nachhaltiger Rohstoffe, sondern auch durch die Nutzung der bestehenden Infrastruktur für Produktion, Lagerung und Betankung am Flughafen Wien als hocheffizient anzusehen“, so Martijn van Koten, OMV Vorstand für Refining.

OMV hat Großes vor

Die Kooperation mit der AUA sei erst ein Anfang, hieß es. Man wolle sich von einem integrierten Öl-, Gas- und Chemieunternehmen hin zu einer führenden Anbieterin von innovativen nachhaltigen Kraftstoffen entwickeln und bis 2050 klimaneutral werden. Das sind große Worte. Zunächst soll die SAF-Produktion ausgeweitet und von zurzeit 2.000 Tonnen pro Jahr auf 70.000 Tonnen jährlich gesteigert werden. Der Zeitplan hierfür wäre das Jahr 2030. Man drückt die Daumen, damit das gelingt.

Und wer komplett auf motorisierte Verkehrsmittel verzichten will, sollte sich die nachhaltigen Pläne für den Radverkehr genauer anschauen.

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