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Chemie-Professor schwimmt 2700 Kilometer durch die Donau, um auf Flussverschmutzung aufmerksam zu machen

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Von: Sophie Marie Unger

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Professor Andreas Fath und Österreichs Klima- und Energieministerin Leonore Gewessler.
Mit dieser Aktion will ein Chemie-Professor Bewusstsein schaffen. © Hochmuth/APA

Wasserproben-Entnahme mal anders: Ein Chemie-Professor schwimmt zurzeit die gesamte Donau entlang, um herauszufinden, wie viel Mikroplastik sich darin befindet.

Er unterrichtet eigentlich an der Universität in Heidelberg, zurzeit ist er jedoch eher sportlich unterwegs und das hat einen Zweck: Der Deutsche Andreas Fath durchquert die gesamte Donau, um aufzuzeigen, wie viel Mikroplastik wirklich in ihr steckt. Dass man das auch vom Boot aus machen kann, ist natürlich klar, doch leider hätte die reine Veröffentlichung verschiedener wissenschaftlicher Studien nicht wirklich wachrütteln können, erklärte Fath gegenüber mehreren Medien. Das soll sich durch die rund 2700 geschwommenen Kilometer nun ändern.

Start war im April

Am 20. April ging die Tour im deutschen Donaueschingen los. Seitdem schwimmt Andreas Fath rund 30 bis 70 Kilometer am Tag, obwohl er zuvor relativ wenig mit dem Schwimmsport zu tun hatte. Vergangene Woche erreichte er zunächst den niederösterreichischen Ort Marbach, danach durchquerte er den Donaukanal und ging zwischenzeitlich in Wien an Land. Dort wurde er von Umweltministerin Leonore Gewessler begrüßt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz appellierten sie an die Menschen, den Plastikmüll zu reduzieren. Vor allem die Gefahren von Mikroplastik werden oft nicht wahrgenommen, obwohl eine Studie bereits bestätigte, dass es in unser Blut gelangt. Dass durch Studien scheinbar wenig Bewusstsein geschaffen wird, triggerte auch den Uni-Prof. „Das lesen weniger Menschen, als wenn man das Ganze mit dem Schwimmen kombiniert, im Sinne von ‚Sport meets Science‘“, erklärt Fath in einem Interview mit dem „SWR“.

4,2 Tonnen Plastikmüll in der Donau

Je verrückter die Idee, desto mehr Aufsehen könne man Erregen, hieß es vonseiten des Teams. Das ganze Projekt läuft unter dem Namen „cleandanube“. Es wird vom gemeinnützigen Verein „Association for wildlife protection“ (AWP) - dieser fördert Natur- und Artenschutzprojekte - unterstützt. Ziel sei es, den genauen Verschmutzungsgrad der Donau festzustellen. Vorherige Studien zeichneten bereits ein düsteres Bild: Forscher:innen zeigten, dass an Teilen der Donau mehr Plastikpartikel als Fischlarven im Wasser treiben. Jeden Tag gelangen so 4,2 Tonnen Plastikmüll von der Donau im Schwarzen Meer.

„Ich bin als Schwimmer selbst ein Messgerät“

Wie genau soll das nun funktionieren? „Diese speziellen Pflaster, die unser Professor an den Beinen trägt, sind sogenannte Passivsampler. Damit können wir sehr viele im Donau-Wasser gelöste Substanzen nachweisen“, schreibt das Forschungsteam des Projektes. Die Membranen werden einmal pro Woche vom Schwimmanzug runtergelöst und zur Analyse an unterschiedliche Universitäten geschickt. „Ich bin als Schwimmer selbst ein Messgerät“, erklärt Fath.

Wie sieht so ein Schwimmtag aus?

Begleitet wird der Professor von einem zweiten Schwimmer und einem Boot. Dort übernachtet er, stärkt sich und ruht sich aus, wenn er keine Kraft mehr hat. „Ich habe jederzeit die Möglichkeit, mich auszuruhen. Aber natürlich ist es das Ziel, jeden Tag so weit wie möglich zu kommen“, so Fath. Wer jetzt denkt, dass die Temperaturen ja eh ganz angenehm sind, hat sich getäuscht. An manchen Stellen hat das Wasser nur 7 Grad und auch die Strömungen sind nicht ohne. Insgesamt durchschwimmt Fath zehn Länder, bis er Anfang Juni das Schwarze Meer erreicht. Zurzeit befindet sich der 57-Jährige in Budapest und hat bereits 1064 Kilometer zurückgelegt. Hut ab!

Auch diese genialen Menschen wollen etwas für die Umwelt tun und haben dafür einige ausgefallene Erfindungen kreiert.

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