1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Umwelt

„Die wollen uns einfach wegtragen“: Die Polizei räumt das Aktivist:innen-Camp bei der Wiener Stadtstraße

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sophie Marie Unger

Kommentare

Hundestaffel der WEGA und Protestierende mit Banner auf einem Container
Aktivist:innen protestieren erneut gegen den Bau der Stadtstraße. © Twitter

Aktivist:innen haben Mittwochfrüh erneut die Baustelle der Wiener Stadtstraße besetzt. Eine WEGA-Einheit war für die Räumung verantwortlich.

Die Situation rund um die „Stadtstraße Aspern“ bei der Hausfeldstraße in Wien-Donaustadt spitzt sich erneut zu. Aktivist:innen des Vereins „LobauBleibt“ sind seit Mittwochfrüh vor Ort, um einen sofortigen Baustopp und stattdessen den Ausbau von Radwegen und Öffis in der Donaustadt zu fordern. „Wir stellen uns heute der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen und der Betonpolitik der Wiener SPÖ in den Weg. Hier, auf den Baustellen der Stadtautobahn, gießt die SPÖ die Klimakrise in Beton. Dabei stellt sie erneut die Interessen von Baukonzernen und der Autolobby vor die Bedürfnisse der Menschen in der Donaustadt“, so Lucia Steinwender, Sprecherin von LobauBleibt. Sidenote: Am Samstag findet der SPÖ-Landesparteitag statt.

Polizei räumte Lager und nahm Protestierende fest

Wie auch bereits im Februar spielen sich auch heute wieder angespannte Szenen ab. Laut Aktivistin Lina ist die Spezialeinheit der WEGA inklusive Hundestaffel vor Ort. Es wurden bereits Gummiknüppel eingesetzt und ein Banner mit der Aufschrift „Sozial is mus(s) - Crash Capitalism“ entfernt. Von Seiten der Polizei hieß es, dass Protestierende mehrere Aufforderungen, das Camp zu verlassen, ignoriert hätten. „Wir tragen jeden Einzelnen mit der gebotenen Vorgehensweise weg“, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich gegenüber der Tageszeitung „Kurier“. Zudem gab es verwaltungsrechtliche Anzeigen und erste Festnahmen.

„Die wollen uns einfach wegtragen“

Das bestätigte auch Aktivistin Lina. „Die wollen uns einfach wegtragen, einige sind jetzt angekettet - wir gebe nicht so schnell auf“, so die 24-jährige Studentin. Einige Aktivist:innen, die sich unter einem LKW aufgehalten hatten, wurde von der Polizei bereits weggebracht, viele besetzte Container wurden ebenfalls geräumt. Laut Polizei wird die Räumung bis in den Nachmittag hinein dauern. „Unsere oberste Prämisse ist es, die Aktivisten so schonend wie möglich wegzubringen“, so Sprecher Markus Dittrich. Aktiver Widerstand würde nicht geleistet.

Aktivist:innen haben klare Absichten

„Es geht uns nicht nur um das millionenschwere Betonprojekt, sondern um einen Systemwandel“, erklärt Lina. Für Lena Schilling, Sprecherin von LobauBleibt, steht klar das Lobauprojekt im Mittelpunkt. Denn obwohl der Bau der S1 mit dem Lobautunnel zwar nach einem Klimacheck von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) gestoppt wurde, prüfen die Wiener SPÖ und Wirtschaftskammer rechtliche Schritte, um sie doch noch zu bauen. Die SPÖ Wien verschweige, dass es bei dem Projekt darum gehe, Wien zum internationalen Drehkreuz für Güterverkehr zu machen, so die Kritik der Organisation. Bereits im Februar eskalierte die Lage im Camp, BuzzFeed Austria hat ebenfalls berichtet.

Auch interessant

Kommentare