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Gefährlicher Hund? Das kann laut neuer Studie kaum an der Rasse festgemacht werden

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Von: Sophie Marie Unger

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Pitbull mit Maulkorb auf einer Wiese
Es gibt nur wenige rassenspezifische Merkmale. © HANS PUNZ/APA Picturedesk

Schlaue Collies, dumme Doggen, gefährliche Pitbulls? Eine neue Studie zeigt, dass Verhalten und Charakter eines Hundes kaum von der Rasse abhängt.

Laut gängigen Stereotypen sind einige Hunderassen aggressiver, gehorsamer oder anhänglicher als andere. Deshalb gibt es auch rassespezifische Rechtsvorschriften für die Hundehaltung, wie etwa eingeschränkter Versicherungsschutz aber auch das komplette Verbot von bestimmten Rassen. Eine neue Studie der University of Massachusetts Chan Medical School könnte mit diesen Stereotypen nun allerdings brechen. Denn laut dieser sagt die Hunderasse nur wenig über das Temperament des Vierbeiners aus.

Daten von rund 20.000 Hunden analysiert

Zunächst wurden exakt 18.385 Hundebesitzer:innen zum Wesen und Verhalten ihrer reinrassigen und gemischtrassigen Hunde befragt. Von 2.155 Hunden wurden dann zusätzliche Genproben genommen, welche mit den Berichten über die Verhaltensweisen verknüpft wurden. Insgesamt nahmen 78 Hunderassen an der Studie teil. Grundsätzlich wollte man herausfinden, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Rasse und Verhalten gibt. Bislang fehlten profunde genetische Untersuchungen, die solch einen belegen würden.

Rasse sagt sehr wenig über Verhalten aus

Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Rasse nur einen geringen Wert bei der Vorhersage des Verhaltens eines Hundes hat. Die meisten Verhaltensweisen seien zwar erblich, allerdings seien sie durch mehrere Gene sowie durch die Umwelt beeinflusst, schreiben die Forscher:innen. Sie fanden zudem keine einzige Verhaltensweise, die ausschließlich in einer Rasse zu finden ist. Die Unterschiede zwischen einzelnen Hunden sind daher meistens größer als die zwischen einzelnen Rassen. In nur neun Prozent der Fälle kann ein spezifisches Verhalten auf die Rasse zurückgeführt werden, wie etwa, dass Huskys und Bluthunde öfter heulen, als andere Hunde.

Gibt es gefährliche Rassen?

Diese Studie widerlegt damit auch, dass besonders gefährliche oder ungefährliche Hunderassen gibt. Das hatte bereits eine Untersuchung der veterinärmedizinischen Universität Wien herausgefunden. Ob ein Hund gefährlich ist oder nicht hängt demnach vielmehr davon ab, wie er aufwächst, sozialisiert und erzogen wird. Insgesamt wurden 13.000 Hunde aus 31 unterschiedlichen Rassen untersucht. Daraus lasse sich keine Beurteilung als Listen- oder Kampfhund nach Rasse ableiten, im Gegenteil, es seien innerhalb der Rassen sehr große Verhaltens- und Wesensunterschiede festgestellt worden, hieß es.

Trotzdem gibt es weiterhin geführte Listenhunde. Wien und Niederösterreich schreiben für bestimmte Hunderassen sogar verpflichtend einen Hundeführschein vor. Ob diese aufgrund der US-Studie nun abgeschafft werden, ist natürlich fraglich. Was jedoch verboten werden soll, ist die Zucht von Französischen Bulldoggen und Möpsen, da ständig Erstickungsgefahr droht.

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