1. BuzzFeed.at
  2. News
  3. Umwelt

„SOKO Donau“ wird jetzt umweltfreundlich produziert

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Kisler

Kommentare

Dreharbeiten von „SOKO Donau“
„SOKO Donau“ soll künftig grün produziert werden. © Petro Domenigg/SATEL Film/BuzzFeed Austria

Eine uneingeschränkt gute Nachricht aus der Film- und Serienwelt. Die Krimi-Serie „SOKO Donau“ wird grün. Die dafür zuständige Firma SATEL Film setzt auf CO2-neutrale Produktionen.

Zugegeben, ich bin kein Fan von „SOKO Donau“, in Deutschland auch als „SOKO Wien“ bekannt. Die teils haarsträubenden Fälle der Wiener Schifffahrts- beziehungsweise See- und Strompolizei ziehen mich nicht wirklich in den Bann. Aber das tun die wenigsten Serien dieser Art. Zumal eine der Hauptrollen wie so oft von einer Person mit bundesdeutschem Zungenschlag besetzt ist. Dieses dezente Authentizitätsproblem zieht sich aber durch die gesamte deutschsprachige Film- und Serienbranche, etwa bei der Netflix-Produktion „Kitz“. Darum soll es jetzt aber gar nicht gehen. Sondern um einen Punkt, denn wir alle kaum auf dem Schirm haben: wie umweltschädlich derartige Produktionen eigentlich sein können.

Die Produktionsfirma von „SOKO Donau“ setzt sich selbst Schranken

Das zu ändern, hat sich die für „SOKO Donau“, aber auch für „Die Toten von Salzburg“ verantwortliche Wiener Produktionsfirma SATEL Film nun auf ihre Fahne geheftet. Woran man einer derartigen Produktion nicht denkt, ist, wie viel Emissionen dabei freigesetzt werden. Dieselaggregate, Scheinwerfer, Pyrotechnik, Kameras, nicht zu vergessen Verpflegung und Unterkunft für die Crew: All das benötigt Energie und setzt zum Teil beträchtliche Mengen an CO2 frei. SATEL Film will das reduzieren und setzt sich selbst Schranken. Unterstützend wirkt dabei ein Maßnahmenkatalog, der 21 Punkte beinhaltet. Diese einzuhalten, ist Voraussetzung, um das Label „green motion“ zu erhalten.

Die Umstellung auf Ökostrom in Betriebsstätten, die während der Produktion von Serien wie „SOKO Donau“ genutzt werden, oder der Verzicht auf Diesel-Generatoren im Studio gehören dazu. Logisch auch, Inlands- und Auslandsflüge bleibenzulassen, zumindest wenn eine Zugfahrt als Ersatz weniger als fünf Stunden dauert. Außerdem sollte man vermehrt auf E- oder Hybrid-Autos einsetzen und mit stromsparenden LED-Scheinwerfern arbeiten. Letzteres ist im Veranstaltungsbereich schon seit Jahren üblich. Gekennzeichnet werden derlei Produktionen mit Einblendung des „green motion“-Logos im Abspann oder auf Promo-Material.

Auch eine Richtlinie des Umweltministeriums will man erfüllen

Außerdem soll heuer noch die Richtlinie „UZ 76“ des Österreichischen Umweltzeichens für „Green Producing“ erfüllt werden. Das wird vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) vergeben. Dafür hat SATEL eigens eine Beauftragte ernannt und eine externe sogenannte „Green Consultant“ angeheuert. Beide sollen dafür sorgen, dass die geforderten Kriterien umgesetzt werden und den Prozess überwachen.

Klingt tatsächlich hervorragend. Tatsächlich will SATEL Film eine Vorbildfunktion innerhalb österreichischer Produktionsfirmen einnehmen. Und ja, die Welt kann 2022 ruhig ein wenig besser werden, und sei es dadurch, dass ein alteingesessener Betrieb wie die seit 1971 existiertende SATEL Film Maßnahmen ergreift, die der Umwelt zuträglich sind - von selbst und ohne Zwang von außen. Deswegen muss ich mir in Zukunft ja trotzdem nicht „SOKO Donau“ oder „Die Toten von Salzburg“ anschauen.

Auch interessant

Kommentare