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„Schau nicht weg“: Influencer:innen reagieren auf Video mit Tierversuchen

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Von: Johannes Pressler

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Screenshot von den weinenden Influencerinnen Jana Kaspar (@janaklar) (links) und Jasmin (@jasmin_kittycat).
Jana Kaspar (@janaklar) (links) und Jasmin (@jasmin_kittycat) sind zwei der insgesamt sechs Influencer:innen, die an dem Kampagnenvideo teilnahmen. © Verein gegen Tierfabriken

Im Kampf gegen Tierversuche unterstützen namhafte Influencer:innen aus Österreich eine EU-weite Kampagne.

Auf den sozialen Netzwerken haben sie eine starke Stimme. Die Rede ist von folgenden österreichischen Influencer:innen: Jana Kaspar (@janaklar), Astrid Aschenbrenner (@wienerkind_), Kerstin Brüller (@kerstinbrueller), dem Musiker Freude (@c.freude), Mitzi (@compassionate_snob) und Jasmin (@jasmin_kittycat). Doch wie reagieren sie auf Tierleid? Diese Frage stellte ihnen der Verein gegen Tierfabriken (VGT) und setzte die sechs Influencer:innen dazu vor eine laufende Kamera.

„Schau nicht weg“: Tierversuche für Kosmetik stoppen

„Man weiß es heutzutage mittlerweile schon, was in Tierlaboren so passiert und abgeht. Das aber generell zu sehen, ist schon bisschen was anderes“, sagt der Musiker Freude zu den Aufnahmen von Tierversuchen aus einem europäischen Labor, die ihm und den anderen fünf Influencerinnen gezeigt wurden. Genau das ist der Punkt des Vereins gegen Tierfabriken, den man im Rahmen der aktuell laufenden EU-Bürger:innen-Initiative „Save Cruelty-Free Cosmetics“ klarmachen möchte. Es geht um den Erhalt tierversuchsfreier Kosmetik. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) fordert nämlich weiterhin Tierversuche für bestimmte Inhaltsstoffe. Für Jana Kaspar ist diese Forderung unverständlich, wie die Influencerin im Video sagt: „Ich verstehe einfach nicht, warum man nicht einfach auf das zugreift, was wir wissen, weil das ist ja schon mehr als genug. Wir haben doch schon so viele Produkte.“

Die Forderungen des Vereins gegen Tierfabriken sind klar: Das EU-weite Tierversuchsverbot für Kosmetika sollte nicht nur umgesetzt, sondern auch gestärkt werden. Außerdem bräuchte es von der EU eine neue Chemikalienstrategie, die vollkommen frei von Versuchen ist, und die Entwicklung eines Plans, damit letztendlich alle Tierversuche durch tierleidfreie Methoden ersetzt werden. „Der Ersatz von Tierversuchen durch Alternativmethoden ist in der EU ja eigentlich gesetzlich verankert. Sieht man sich aber die kaum rückgängigen Tierversuchszahlen an, muss man sich fragen, wann dieses Ziel endlich umgesetzt wird“, sagt VGT-Campaignerin Denise Kubala. Damit solche Aufnahmen von echten Tierversuchen an Hunden, Kaninchen, Ratten und Schweinen der Vergangenheit angehören und es zu solchen Reaktionen, wie jener von der Influencerin Astrid Aschenbrenner nicht mehr kommen muss: „Man ist irgendwie angewidert und entsetzt, dass Menschen so handeln können und dabei irgendwie keine Hemmungen haben.“

Ein Kaninchen in einem Tierversuchslabor.
Es gibt bereits gut entwickelte Alternativmethoden, trotzdem leiden jährlich immer noch Millionen an Tieren bei Laborversuchen. © Carlota Saorsa/Cruelty Free International

„Save Cruelty-Free Cosmetics“: Wie du die Initiative unterstützen kannst

Damit die Bürger:innen-Initiative von der EU-Kommission behandelt wird, braucht es eine Million Unterschriften. Über die Hälfte konnte bisher schon erreicht werden, Deadline für die Kampagne ist der 31. August 2022. VGT-Campaignerin Kubala richtet sich in ihrem Appell an alle Menschen in der Europäischen Union: „Wir bitten alle EU-Bürger:innen, schauen Sie nicht weg, unterschreiben Sie die EBI, damit dem endlich ein Ende gesetzt wird. Das Unterzeichnen dauert weniger als eine Minute und hilft Millionen von Tieren nachhaltig.“

Ebenfalls Handlungsbedarf besteht bei der Schweinehaltung in Österreich. Laut einem Bericht von Greenpeace würden mindestens 90 Prozent (!) des österreichischen Schweinefleischs nicht einmal den Anforderungen entsprechen, die es für den Verkauf in deutschen Supermärkten bräuchte. Der frisch angelobte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig ist gefordert.

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