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Schwarzes Loch rast mit 5 Millionen km/h durchs All - wie steht‘s um die Erde?

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Von: Helena Dimmel

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3-D-Bild eines Schwarzen Lochs im All.
Könnte uns ein Schwarzes Loch treffen, dass mit 5 Millionen km/h herumrast? © IMAGO / Panthermedia

Wie ScienceNews berichtete, entdeckten Forscher:innen vor kurzem ein schwarzes Loch, das mit rund 5 Millionen Kilometern pro Stunde herum rast.

Falls du mal wieder gedankenverloren durch Instagram scrollst und dich hässlicher und uncooler als alle anderen fühlst, habe ich Neuigkeiten für dich: Unsere gesamte Welt könnte theoretisch schon im nächsten Moment aufhören, zu existieren. Jetzt zum Beispiel. Oder jetzt. Ok, vielleicht nochmal Glück gehabt, aber Wissenschafter:innen haben vor einigen Tagen berichtet, dass ein schwarzes Loch derzeit mit fünf Millionen km/h im Universum durch die Gegend fetzt. Schwarzes Loch, du weißt schon, das Ding, das alles in nichts auflöst. 

Gravitationswellen als Auslöser 

Grund für den Geschwindigkeitsrausch des schwarzen Loches liefert seine Entstehung: Wenn sich zwei schwarze Löcher spiralförmig umeinander drehen, bevor sie zu einem verschmelzen, senden sie Gravitationswellen aus. Diese Wellen dehnen den Raum und drücken ihn zusammen. Damit versetzen sie dem neu entstandenen schwarzen Loch einen Hochgeschwindigkeits-Kick. 

In einem vor kurzem im „Physical Review Letters”-Wissenschaftsjournal erschienenen Artikel haben Forscher:innen erklärt, mittels dieser Gravitationswellen die Geschwindigkeit des betroffenen rasenden Lochs erfasst zu haben. Rund fünf Millionen km/h soll sie betragen. Zum Vergleich: Die Lichtgeschwindigkeit ist nur 200-mal so schnell. Die Forscher:innen fanden außerdem heraus, dass der Rückstoß bei der Entstehung so groß war, dass das schwarze Loch wahrscheinlich aus seiner Heimat heraus an den Rand des Kosmos geschleudert wurde. Der Astrophysiker Vijay Varma vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam vergleicht das Phänomen dieses Rückstoßes mit einer Pistole, die es nach hinten drückt, wenn man eine Kugel abfeuert.

Schwarze Löcher zu sehen ist gar nicht so einfach

Jede Sekunde wird ein neues schwarzes Loch-Baby im Kosmos geboren, weil irgendwo ein Stern unter seinem eigenen Gewicht kollabiert. Aber schwarze Löcher selbst sind unsichtbar. Bis jetzt konnte man sie nur erkennen, indem man mittels einer Reihe von Hinweisen auf ihre Existenz schließt. Zum Beispiel kann man die Strahlung beobachten, die von einem Material ausgeht, das gerade in ein schwarzes Loch stürzt, aber noch nicht verschwunden ist.

Die Entdeckung der Wissenschafter:innen und die Berechnung mittels Gravitationswellen eröffnet neue Möglichkeiten, um noch mehr solcher schwarzer Löcher zu finden. Das sind spannende Aussichten, wenn man bedenkt, dass geschätzt rund 100 Millionen solcher schwarzer Löcher ungesehen durch unsere Galaxie treiben.

Mit so viel Geschwindigkeit bleibt ein schwarzes Loch nicht an einem Fleck

Klar ist, dass der Hochgeschwindigkeits-Kick eine Auswirkung darauf hat, wo das schwarze Loch hin wandert. Dichte Gruppen von Sternen und schwarzen Löchern, sogenannte Kugelsternhaufen, sind ein Ort, an dem sich schwarze Löcher zusammentun und verschmelzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwarzes Loch trotz Hochgeschwindigkeits-Kick innerhalb eines Kugelsternhaufens bleibt, beträgt nur etwa 0,5 Prozent. Für ein schwarzes Loch in einer anderen Art von dichter Umgebung, einem so genannten Kernsternhaufen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es dort bleibt, bei etwa 8 Prozent.

Kein Grund zur Panik

Laut dem BBC „Sky at Night”-Astronomie Magazin werden schwarze Löcher in naher Zukunft weder die Erde noch das Universum verschlingen. Das liegt daran, dass die Gravitationskraft dieser Löcher aus der Ferne nicht größer ist als die eines Sterns gleicher Masse. Die einzige Möglichkeit, wie die Erde von einem schwarzen Loch verschluckt werden könnte, wäre, wenn unser Planet zufällig in den Ereignishorizont eines wandernden Schwarzen Lochs fällt. Auch das hält die Wissenschaft für extrem unwahrscheinlich - aber nix is fix, wie mein Opa so schön zu sagen pflegte, also Grund genug, um das Leben hier und jetzt zu genießen!

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