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Das sind die wichtigsten Punkte des neuen Fahrrad-Abkommens für Österreich

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Von: Sophie Marie Unger

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Radfahrende in Wien und das Zeichen eines Radwegs.
Ein neues Fahrradabkommen soll das Radeln sicherer, überregionaler und attraktiver machen. © APA Picturedesk

Radeln boomt. Doch viele Verkehrsregeln sind veraltet und auch die überregionale Radinfrastruktur lässt in Österreich zu wünschen übrig. Das soll das Fahrradabkommen nun ändern.

Wir radeln ja wirklich schon brav dahin. In nur fünf Jahren hat etwa die Zahl der Wiener Winter-Radfahrer:innen um über zwei Drittel zugenommen. Im ganzen Land werden täglich rund 6 Millionen Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das ist wirklich beachtlich. Diese Erfolgsfahrt soll künftig weiter angekurbelt werden. Und genau deshalb haben sich Bund, Länder und Gemeinden beim diesjährigen Radgipfel auf eine Fahrradabkommen geeinigt, das bis 2025 den Radverkehr von sieben auf 13 Prozent erhöhen soll. „Wir brauchen und wollen mehr Radfahren“, so Umweltministerin Leonore Gewessler bei der Eröffnung. Was genau geplant ist, erfährst du hier.

1. Rad-Sicherheit und Rechtsrahmen

Schön und gut, dass wir alle so gern auf‘s Rad steigen. Unbedingt sicher ist die Fahrt für Radfahrer:innen in Österreich aber nicht. Im Vergleich zu Norwegen, der Schweiz und Dänemark ist die Wahrscheinlichkeit, auf den heimischen Straßen tödlich mit dem Rad zu verunglücken doppelt so groß. Hauptübeltäter sind kleinere E-Fahrzeuge, wie E-Bikes und Scooter - ihre Abstellplätze sind teilweise nicht nur extrem fragwürdig, sie können auch im Straßenverkehr schnell gefährlich werden. Denn durch ihren Antrieb haben sie teils längere Bremswege, größere Kurvenradien und benötigen damit auch breitere Anlagen.

Deshalb wurde auch die empfohlene Mindestbreite von Radfahrstreifen neben längsparkenden Autos von 1,50 auf zwei Meter erhöht. In 30er Zonen sollen künftig Mischverkehr geführt werden, während bei größeren Geschwindigkeitsunterschieden sichergestellt werden muss, dass ein Radweg vorhanden ist. Hierfür wird auch der rechtliche Rahmen angepasst und gegebenenfalls erweitert.

2. größeres Budget

Auch beim Budget hat die Politik nachgebessert. Damit die Infrastruktur für beispielsweise das Sicherheitskonzept bereitgestellt werden kann, wurden die Finanzmittel von 40 auf 60 Millionen Euro erhöht. Zudem sei mit April das neue Förderprogramm zur Unterstützung von Österreichs Ländern, Städten, Gemeinden und Unternehmen zur Einreichung geöffnet worden.

3. steuerliche Begünstigung

Positive Mobilitätsanreize sollen dazu beitragen, dass Freizeit-, Arbeits- und Dienstwege im Stadtgebiet künftig nicht mehr mit dem PKW, sondern vor allem mit dem Rad zurückgelegt werden. Wie genau solche finanziellen Anreize aussehen, ist noch unklar. Denkbar sind jedoch Begünstigungen bei Reparaturleistungen und auf Unternehmensebene bei der Beschaffung von Dienstfahrrädern, sowie Kilometergeld.

4. Kampagne und Wissen

Damit auch wirklich jede:r mitmacht, soll die bereits 2018 ins Leben gerufene Motivationskampagne „Österreich radelt“ ausgebaut werden. Von März bis September kannst du für deinen Betrieb, deinen Wohnort, einen Verein oder deine Schule Kilometer sammeln und so Preise gewinnen. Bislang gab es überschaubare 12.457 Teilnehmende, die jedoch gemeinsam bereits 304.115,10 kg CO2 eingespart haben.

5. Überregionale und Trans-Europäische Infrastruktur

Für ambitionierte Radfahrer:innen ist der angestrebte Ausbau des transeuropäischen Radverkehrs wohl ein echter Segen. Denn wer selbst schon mal die Landesgrenze mit dem Rad überschritten hat, weiß, dass das nicht immer Spaß bedeutet. Hierfür soll die bereits bestehende „Wiener Deklaration“ den Pan-Europäischen Masterplan fürs Radfahren zielgerichteter ausarbeiten. Aber auch innerhalb Österreich muss einiges getan werden, denn gerade im ländlichen Raum fehlt es häufig an überörtlicher Radinfrastruktur. Mit dem gemeinsamen Abkommen soll gleichermaßen auch die weitere Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden verstärkt werden.

6. Raddaten

Die GIP-Daten - also die österreichische Graphenintegrations-Plattform, welche die Grundlage für elektronische Verwaltungsabläufe im Verkehr darstellt, sollen noch stärker den Radinfrastrukturbereich mit aufnehmen. Dabei sollen etwa die Datenverfügbarkeit und Datenqualität vereinheitlicht werden.

7. Rad feat. Öffis

Sieht man sich den Hauptbahnhof in Amsterdam mit seiner mehrstöckigen Fahrrad-Garage an, so weiß man, dass es da einen nahtlosen Übergang zwischen Öffis und Radverkehr gibt. Dies strebt nun auch die österreichische Politik an. Wiens Radverkehrsbeauftragter Martin Blum bezeichnete die Kombination von Rad und Bahn überhaupt als „das energieeffizienteste Vorankommen überhaupt“. Qualitätsvolle und sichere Radstationen seien daher extrem wichtig.

Aber nicht nur Radfahren trägt zur Mobilität der Zukunft bei, auch andere Konzepte sollen Österreich in Zukunft bereichern.

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