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Wenn du diese Playlists auf Spotify & Co. hörst, pflanzt du automatisch Bäume

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Von: Sophie Marie Unger

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Die NGO Stream by Stream und Kopfhörer und das Spotify Logo auf einemSmartphone.
Durch Musik hören die Umwelt schützen? Das geht mit Stream by Stream. © Instagram/APA Picturedesk

Musik hören und dabei etwas für den Klimaschutz tun? Genau das hat sich die Plattform Stream by Stream zum Ziel gesetzt. Doch wie kann das funktionieren?

Am heutigen Tag des Baumes fragen sich einige hoffentlich, was man vor dem Hintergrund der Klimakrise für den Fortbestand des Lebens so machen kann. In Österreich liegt das ja nahe, denn unser Land besteht zu rund 50 Prozent aus Wald. Die Zukunft dafür schaut allerdings nicht unbedingt rosig aus. Die Online-„Fachzeitschrift des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft“ bringt das Szenario wie folgt auf den Punkt: „Aufgrund der Langlebigkeit von Wäldern machen drastische Umweltveränderungen in nur wenigen Jahrzehnten eine natürliche Anpassung über genetische Prozesse von Baumarten de facto unmöglich“. Manche Baumarten sind daher vom Aussterben bedroht.

Musik Streamen für den Klimaschutz

Wirklich was für‘s Klima zu tun, fällt uns allen ja nicht immer ganz so leicht. Die Plattform Stream by Stream hat sich etwas ausgedacht, dass sogar die faulsten Umweltfreund:innen umsetzen können. Kopfhörer rauf, nachhaltige Playlist über Spotify, Apple Music, Deezer oder Youtube auswählen und schon hast du etwas zum Klima- und Umweltschutz beigetragen. Einfacher geht‘s nicht mehr. Laut einer Umfrage von Statistik Austria haben im Jahr 2021 rund 41 Prozent der Österreicher:innen Musik gestreamt. Bei den 16- bis 24-Jährigen lag der Anteil sogar bei 60,4 Prozent - Ausreden gibt‘s also wirklich nicht.

Wie genau funktioniert das?

Schlüsselfiguren der gemeinnützigen Plattform Stream by Stream sind umweltbewusste Musiker:innen, die ihre Musik auf Spotify und Co bereitstellen. Sie erklären sich nämlich bereit, ein Drittel der Streaming-Einnahmen für die Wiederaufforstung einzusetzen. Konkret wird für je 1.000 Streams ein US-Dollar generiert, der in Aufforstungs-Projekte gelangt. Dasselbe gilt für je 100 Followers auf den Stream by Stream Playlisten. Kurator:innen der Plattform wählen wöchentlich neue Künstler:innen aus und erstellen in zeitlichen Abständen genrespezifische Playlists. Im Fokus stehen vor allem talentierte junge Musiker:innen, die es schwer haben, auf dem Markt Fuß zu fassen. Aber auch bekannte Künstler:innen, welche einen Teil ihres Einkommens in die Erhaltung der Natur stecken möchten, sind willkommen.

Derzeit kannst du zwischen den Playlists African Sunset (spezialisiert auf neue Musik aus Afrika), Beach Bonfires (chillige Vibes, die gemeinsam mit Freund:innen für gute Hintergrundmusik sorgen), Summer Radiation (Pop-Hits, die den ewigen Sommer heraufbeschwören sollen), chill mango island (Reggae und Raggaeton, die beim Abschalten helfen) und Citrus Roadtrip (Songs, die eine jede noch so zache Fahrt erträglich machen sollen) entscheiden. Bereits im Mai warten neue Tunes und freshe Künstler:innen auf dich.

Wer steckt dahinter?

Das gemeinnützige Start-up aus Zürich wurde im Juli 2021 von Timon Spoerndli, Easnadh Reddington und Eric Spoerndli gegründet. Das Team beschreibt das Projekt als Herzensangelegenheit und verfolgt damit ein klares Ziel: „Wir als Community können die heutigen Probleme unseres Klimas direkt angehen. Jedoch können wir diese Community nur zusammen aufbauen, wenn wir möglichst viele Zuhörer:innen begeistern. Und je mehr Künstler:innen sich unserer Bewegung anschließen, desto größer wird unsere Wirkung sein“, so Timon Spoerndli gegenüber der Schweizer Umweltzeitung.

Easnadh Reddington und Timon Spoerndli haben selbst einen künstlerischen Background. Beide haben Songwriting und Produktion an der Musikhochschule in London studiert. Da sie sehr naturnah aufgewachsen sind, war für beide schnell klar, dass auch das Musikbusiness in das Ökosystem integriert werden muss. Die logische Abfolge schaut für sie so aus: Musiker:innen brauchen Hörer:innen, Musik hören verbraucht Energie und generiert CO2, also müssen die Nutznießer:innen, in diesem Fall die Musiker:innen, diese wieder kompensieren, um mehr gehört zu werden. Als Lösung verbindet Stream by Stream den Community-Gedanken, der durch das verbindende Element der Musik entsteht, mit den Bedürfnissen der Künstler:innen und der Natur.

Was wurde bisher erreicht?

Mit Ende Februar spendete Stream by Stream 1.567 Dollar an ausgewählte Aufforstungsprojekte. Umgerechnet wurden so rund 5.334 Stunden gehört und damit 167 Tonnen CO2 eingespart, was bei circa sechs Studio-Konzerten verbraucht wird. Auf Spotify verzeichnet die Plattform derzeit 1.500 Follower.innen. Ziel ist es, mindestens 50.000 umweltbewusste Höher:innen zu vereinen. Sollte jeder dieser Hörer:innen rund eine Stunde pro Tag vom Angebot profitieren, könnten knapp 400.000 Bäume pro Jahr ohne jegliche Anstrengung gepflanzt werden. Timons Vater Eric, langjähriger Unternehmens- und Startup-Berater, ist ebenfalls am Projekt beteiligt und weiß, dass es kein einfaches und günstiges Unterfangen wird, diese Idee auszubauen.

Welche Organisationen werden derzeit unterstützt

Zurzeit gehen die Spenden an die die non-profit Organisation OneTreePlanted. Sie ist weltweit an 38 Standorten (davon vier in der EU) vertreten. Geschätzt wird, dass Locals zuerst die Parzellen vorbereiten, die Setzlinge in Treibhäusern großziehen, dann erst in den Boden einsetzen und über mehrere Jahre pflegen und überwachen. Sollte das Projekt durchstarten, möchte man aber auch weitere Projekte, welche sich beispielsweise um Ozeane oder sauberes Trinkwasser kümmern, unterstützen.

Auch in Österreich setzt man sich für die Wälder ein. Wald4Life freut sich etwa über Geldspenden.

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