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7 Tierarten, die in den vergangenen Jahren nach Österreich zurückgekehrt sind

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Von: Sophie Marie Unger

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Habichtkäuze im lainzer tiergarten und Fischotter in Oberösterreich
Diese Cuties feiern ihr Comeback in Österreich. (Fotomontage) © APA Picturdesk/BuzzFeed

Heute ist Tag des Artenschutzes. Zurzeit beheimatet Österreich rund 45.000 Tierarten. Einige davon sind vom Aussterben bedroht, andere fühlen sich pudelwohl und wieder andere kommen nach Jahren wieder zurück. Wir haben uns mit Letzteren beschäftigt.

Es ist schön zu sehen, dass mehrere Tiere nach teils Jahrzehnten ihrer Abstinenz wieder in Österreich blicken lassen. Vorweg muss aber schon gesagt werden, dass das oft nicht deshalb passiert, weil die Natur sich so toll erholt oder man so rücksichtsvoll mit der Umwelt umgeht, sondern deshalb, weil zahlreiche Umweltschutzorganisationen wie WWF, Vier Pfoten, GLOBAL 2000 & Co. sich über viele Jahre für ihre Rückkehr einsetzen. Danke dafür. Wir haben euch die wichtigsten Errungenschaften der vergangenen Jahre hier zusammengestellt.

1. Wolf

Der Wolf gehört neben dem Bären und dem Luchs zu jenen Wildtieren, die wohl das spektakulärste Comeback hingelegt haben. Rund 150 Jahre galten Wölfe als vertrieben, bis im Jahr 2016 erstmals wieder gesichtet wurden. Und zwar haben sich einige von ihnen am Truppenübungsplatz Allentsteig niedergelassen. Dieses Rudel gibt es noch immer, es sorgt mit durchschnittlich sechs Jungwölfen jährlich brav für Nachwuchs. Die Jungtiere verlassen nach ein bis zwei Jahren dann das elterliche Rudel und suchen sich einen eigenen Lebensraum. Wenn man so nachrechnet, ist es deshalb auch nicht verwunderlich, dass immer wieder Wölfe gesichtet werden. Erst Anfang März entdeckte der Bezirksjägermeister des niederösterreichischen Bezirks Zwettl, Manfred Jäger, einen Wolf.

2. Bär

Der Bär ist wieder los. Und dass, obwohl er in Österreich bereits zwei Mal ausgerottet wurde. 1972 ist eines der wenigen überlebenden Exemplare im Alpenraum von Slowenien nach Österreich eingewandert, 1999 wurden bereits zwölf Individuen gezählt. Bis 2011 sind dann aber alle existierenden 20 Bären aus ungeklärten Ursachen verschwunden, man geht von illegaler Wilderei aus. Erst seit rund zwei Jahren leben im südlichen Dreiländereck Österreich, Slowenien, Italien wieder acht bis zehn männliche Braunbären. Es scheint so, als würden sie das Gebiet abchecken, bevor sie ihre Weibchen herholen. Verständlich!

3. Luchs

Anders als etwa Wölfe und Bären kehren Luchse nicht wieder selbstständig in das Land zurück, um neue Lebensräume zu suchen. Nachdem die letzten beiden Luchse in den Jahren 1887 und 1897 erlegt wurden, begann für Wildbiolog:innen und Tierschutzvereine ein langer Weg der Wiederansiedelung. Zunächst setzte man Luchse auf der Turracher Höhe in Kärnten aus, die aber abwanderten. Ende der 1990er entdeckte man sie dann in den Kalkalpen, wo derzeit rund 10 Luchse unterwegs sind. Vor rund drei Wochen kam es dann auch noch zu einem Luchs-Highlight. Ein Pärchen tappte erstmals in den Wiener Quellschutzwäldern in die Fotofalle.

4. Seeadler

Erst seit Kurzem fühlt sich der Seeadler wieder heimisch. Bereits 44 Brutpaare wurden laut WWF Österreich im Jahr 2021 gesichtet. Das ist richtig viel, wenn man bedenkt, dass die Vögel noch im Jahr 2000 als ausgerottet galten. Im 20. Jahrhundert wurden sie durch Verfolgung, Pestizideinsatz und Lebensraumzerstörung komplett vertrieben. Nach breitausgelegten Schutzmaßnahmen wurden erst vor wenigen Jahren wieder Jungvögel in den March-Auen im Osten Niederösterreichs nachgewiesen. Seitdem hat sich die Population des Greifvogels wieder stabilisiert. Lebensraum finden unsere Wappentiere heute in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und in Oberösterreich.

5. Fischotter

Eine vor rund drei Wochen publizierte Studie bringt weitere Good News ins Artenvielfalt-Game: Und zwar ist der Fischotter zumindest im Bundesland Oberösterreich nicht mehr gefährdet. Mit 640 Tieren wird der Erhaltungszustand von den Expert:innen der Karl-Franzens-Universität Graz als „günstig“ eingestuft. Die Situation in Niederösterreich, Salzburg, Kärnten und der Steiermark dürfte ähnlich aussehen. Hier werden neue Untersuchungen bald genaue Zahlen vorlegen.

6. Habichtskäuze

Auch die Hauptstadt darf sich über Erfolge eines großangelegten Wiederansiedelungsprogramms freuen. Mittlerweile lebt jedes dritte der insgesamt rund 45 brütenden Habichtskauzpaare Österreichs in Wien. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Vogelart wegen Abschüssen als ausgestorben. 2009 starteten Wissenschafter:innen der Veterinärmedizinischen Universität mit der Freilassung der Vögel im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Mittlerweile wurden 460 Habichtskäuze freigesetzt. Viele von ihnen machen es sich beispielsweise in den Baumhöhlen im Lainzer Tiergarten bequem.

7. Bartgeier

Bleiben wir beim Gefieder. Geglückt ist die Rückkehr des ebenfalls einst ausgestorbenen Bartgeiers. Gezüchtete Tiere wurden ab 1986 in den Hohen Tauern freigelassen. Ja, das ist schon ein Zeitl her, aber das Ganze musste auch als Langzeitprojekt aufgezogen werden, denn Bartgeier werden erst mit zehn Jahren geschlechtsreif, was natürlich die Vermehrung und Ansiedelung deutlich verzögert. Bis 2018 wurden so 223 junge Bartgeier im Alpenraum ausgewildert, 63 davon in Österreich.

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