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Die Zeit ist endlich wieder reif für Urban Gardening

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Von: Christian Kisler

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Montage: Urbaner Garten mit den Gasometertürmen in Wien im Hintergrund, eine junge Frau beim Gärtnern
Urban Gardening erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. © Christine Tschavoll/Sigrid Gombert/Westend61/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Wenn es wahr ist, wird es bald wärmer, Stichwort Frühling. Etwas, das dann in der City besonders gern gemacht wird: Urban Gardening, also städtisches Garteln. Die Zeit ist wieder reif.

Dass eine Großstadt wie etwa Wien nicht einfach grau in grau ist, liegt nicht nur am Wiener Wald mit dem Lainzer Tiergarten. Oder dem Gebiet um den Laaer Berg. Auch nicht an den großzügig angelegten Parkanlagen, ein paar Alleen oder der Donauinsel. All das mag dazu beigetragen haben, dass Wien 2020 als grünste Stadt der Welt ausgezeichnet wurde. Nicht unwesentlich ist dabei aber bestimmt der Drang der Einwohner:innen der Zwei-Millionen-Stadt zum Begrünen ihrer direkten Umgebung. Seien es Fensterbankeln, Balkone und Dachterrassen oder eben auch Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten. Garteln in der Stadt wird gerne unter dem Begriff Urban Gardening zusammengefasst. Alles, was du dazu brauchst, ist ein kleines Anbaugebiet, einen Funken Kreativität und Lust, selbst etwas zu ziehen.

Schrebergärten sind der Ursprung von Urban Gardening

Natürlich wird dabei aus der Not eine Tugend gemacht, in diesem Fall das geringe Platzangebot einfach bepflanzt. Der Wunsch nach einer grünen Umgebung sitzt auch bei den eingefleischtesten Städter:innen tief. Da bleibt kein Flecken ungenutzt. Begonnen hat alles mit Schrebergärten und Kleingartenanlagen für alle, die dem Lärm der Großstadt zumindest stundenweise entfliehen wollten. Dabei hatte das Ziehen von Obst und Gemüse in der Stadt in erster Linie praktische Gründe. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten Lebensmittel nicht einfach eingekühlt werden und waren entsprechend wenig lang haltbar. Lange Transportwege standen dem Verzehr frischer Ware eher im Weg. So wurde damals schon auch in eigenen Vierteln der Stadt, manchmal an Vororten, Obst und Gemüse angepflanzt. Urban Gardening ist also keineswegs neu.

Platz findet sich überall, und seien es nur die sogenannten Baumscheiben, also die Fläche am Stamm eines, genau, Baumes. Zum Bepflanzen dieses Bereichs eignen sich vor allem Stauden, Gräser, Farne und kleine Gehölze. Sie sind an das Leben im Wald oder am Waldrand angepasst. Ist der Baum größer, bietet dieser mehr Schatten und ist gleich für mehrere Stauden ein Zuhause. Schön sind auch die in den letzten Jahren grünen Parklets, also ehemalige Parkplätze, deren einfache Holzmöbel mit allerlei Grünzeug bepflanzt werden können, oft als Hochbeet. So werden die Straßen grün, egal, ob mit bunten Blumen oder selbst gesäten Paradeisern, Karotten oder Paprika. Wenn man so will, kommt so die Natur zurück in die Stadt. Ganz ohne Düngemittel, bestenfalls ein bisschen Saharastaub oder ähnliches.

Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten sind der Gipfel des Urban Gardening

Wenn du gar keinen Platz hast, kannst du immer noch Kräuter, Salat oder kleine Gurken im Kisterl am Fensterbrett ziehen, Blumen sowieso. Absolut großartig sind natürlich die Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten der Stadt Wien, da gibt es unterschiedliche Varianten. Allen gemein ist, dass das gemeinsame Garteln im Vordergrund steht. Bei manchen musst du dich vorher anmelden, bei anderen kannst du jederzeit vorbeikommen und mitgarteln. Die meisten dieser Gärten sind für langfristige Nutzung gedacht, eh klar. Hin und wieder gibt es aber auch zeitlich begrenzte Projekte, etwa in Baulücken, bis dort tatsächlich die Arbeit aufgenommen wird. Willst du einsam und allein vor dich hin werken, auch kein Problem. Dann kannst du immer noch eine Selbsterntefläche oder einen Kleingarten beantragen. Bei Letzterem ist die Warteschlange halt bereits sehr, sehr, sehr lange. In jedem Fall: Samen besorgen und losgarteln!

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