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Gegen die Gasknappheit: In Linz wird die größte Wärmepumpe Österreichs gebaut

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Von: Christian Kisler

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Montage: Der Kraftwerkspark Linz-Mitte von oben, Händewaschen
Im Kraftwerkspark Linz-Mitte wird die größte Wärmepumpe Österreichs gebaut. © Pertlwieser/Linz AG/Science Photo Library/APA-PictureDesk

Eigentlich wollte man erst in fünf Jahren damit beginnen. Wegen der drohenden Gasknappheit wird in Linz aber schon jetzt die größte Wärmepumpe des Landes gebaut.

Die Gefahr, dass Russland Österreich den Gashahn abdreht, steht seit dem Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine vor knapp drei Monaten im Raum. Die Folge waren und sind abartig hohe Energiepreise, die höchste Inflation seit Jahren - und zum Glück auch Tatendrang. Man muss nicht immer nur Tipps zum sparsameren Verbrauch von Strom und Gas geben. Sondern kann sich mehr auf alternative Methoden der Herstellung von Energie konzentrieren. So nimmt etwa Wien Energie eine Milliarde Euro in die Hand, um den Gasausstieg zu beschleunigen.

Doch nicht nur in der Bundeshauptstadt ist man aktiv, auch in Linz hat man die Zeichen der Zeit erkannt. Heute liegt der Anteil an nicht-fossiler, also erneuerbarer, Energie in der oberösterreichischen Fernwärmeaufbringung bei 40 Prozent. Bis 2030 soll er auf 60, bis 2035 auf 80 gesteigert werden. Um das zu erreichen, hat man den Baustart fünf Jahre vorverlegt und wird noch heuer mit der Errichtung der größten Wärmepumpe Österreichs im Kraftwerkspark Linz-Mitte beginnen.

So funktioniert eine Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe, auch Wärme-Wandler genannt, tut das, was sie bereits in ihrem Namen trägt: Sie erwärmt einem umgekehrt funktionierenden Kühlschrank nicht unähnlich bereits wohltemperiertes Wasser auf eine noch höhere Temperatur. Daraufhin wird es in das Fernwärmenetz eingespeist und sorgt für warmes bis heißes Wasser und dafür, dass es im Winter nicht kalt wird. All das durch Energieeffizienz ohne zusätzlichen Einfluss.

Warum wird der Bau der Wärmepumpe nun um fünf Jahre vorgezogen? Eben wegen des Krieges in der Ukraine Besonderen, aber auch der Klimakrise im Allgemeinen. „Versorgungssicherheit basiert auf vorausschauenden Strategien und auf der Fähigkeit, gegebenenfalls schnell auf Veränderung reagieren zu können“, erklärt Linz AG-Generaldirektor Erich Haider. „Das tun wir aktuell. Denn jetzt ist die Zeit, wichtige Maßnahmen im Bereich Erneuerbare Energie zu setzen. Dass die LINZ AG das kann, hat sie schon öfter bewiesen - insbesondere bei der Fernwärmeerzeugung. Die seit den 1970er Jahren laufende Fernwärme-Offensive hat die Luftqualität in Linz enorm verbessert.“

Für die Wärmepumpe werden 30 Millionen Euro veranschlagt

Kostenpunkt der Linzer Wärmepumpe: 30 Millionen Euro. Haider zufolge werden mit der neuen Anlage 30 Prozent des im Moment eingesetzten Erdgases eingespart, zumindest für die Wärmerzeugung. Die Folge daraus: wenigstens theoretisch könnten dann 13.000 weitere Wohnungen an die Fernwärme angeschlossen werden. Es lohnt sich also, flexibel zu sein.
 

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