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7 Fakten über Wälder in Österreich, die beeindruckend und vor allem wichtig sind

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Von: Johannes Pressler

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Baumstäme in einem Wald.
47 Prozent der österreichischen Staatsfläche sind Wälder. © Barbara Gindl/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Hast du gewusst, dass fast die Hälfte von Österreich mit Wald bedeckt ist?

Es wird ernst in Brüssel. Dort entscheidet das EU-Parlament am Dienstag (13. September) nämlich über die Zukunft der europäischen Wälder. Eine der zentralen Fragen, mit der sich die europäischen Abgeordneten auseinandersetzen: Soll die Verbrennung von Holz künftig nicht mehr als nachhaltig gelten? Eines ist jetzt schon klar: Bäume sind ein wichtiger CO2-Speicher und spielen daher eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Klimakrise - so auch in Österreich. Hier sind sieben Fakten über die österreichischen Wälder, die beeindruckend und vor allem wichtig sind:

1. Auf einen Menschen in Österreich kommen 406 Bäume

Österreich, das Land der Berge. Definitiv aber auch das Land der Wälder. 47,9 Prozent der Staatsfläche hierzulande sind nämlich mit Wald bedeckt. Das sind vier Millionen Hektar Wald, auf der rund 3,5 Milliarden Bäume stehen. Österreich hat also 406-mal so viele Bäume wie Menschen.

2. Die meisten Wälder sind mäßig bis stark verändert

Viel Wald bedeutet jedoch nicht gleichzeitig, dass er auch natürlich ist. Im Gegenteil, nur knapp drei Prozent der Waldflächen in Österreich gelten als natürlich - sind also „aerobe Waldflächen“, die komplett unberührt sind. Zumindest 22 Prozent der österreichischen Waldflächen gelten als naturnah, der Großteil ist aber mäßig (41 Prozent) bzw. stark (27 Prozent) verändert. Sieben Prozent der österreichischen Waldflächen sind sogar künstlich.

3. Österreich zählt 65 unterschiedliche Baumarten

Österreich ist ein Fichten-Land. Mit 57 Prozent ist die Fichte die mit Abstand am meisten verbreitete Baumart hierzulande. An zweiter Stelle steht mit 12 Prozent die Buche. Alles in allem gibt es in Österreich viermal so viele Nadelbäume wie Laubbäume. Insgesamt wachsen hier 65 unterschiedliche Baumarten. Zum Vergleich: In Deutschland gibt 90 Baumarten.

4. Nur ein Fünftel der Wälder ist in öffentlicher Hand

Wälder sind in Österreich vor allem eine private Angelegenheit. Rund 145.000 Eigentümer:innen teilen sich 82 Prozent der österreichischen Waldfläche. Also nicht einmal ein Fünftel ist sozusagen öffentlich. An der Spitze steht übrigens die Republik Österreich bzw. die Österreichischen Bundesforste, gefolgt von der Stadt Wien.

5. Die Waldfläche steigt, die Anzahl der Bäume aber nicht

Laut der Österreichischen Waldinventur ist die heimische Waldfläche seit 1961 stetig gestiegen - und zwar um rund 330.000 Hektar. Der Haken: Die Zahl der Bäume im Wald steigt nicht. Doch ist das überhaupt möglich? Ja, denn Waldflächen müssen laut dem Forstgesetz nicht unbedingt lückenlos von Bäumen bedeckt sein. Die Holznutzung führt zu immer mehr offenen Waldflächen. Zudem gelten Holzlagerplätze und Forststraßen auch als Waldfläche.

6. Totes Holz ist nicht gleich schlechtes Holz

Ein Baum, der stirbt, sollte nicht gleich aus dem Wald entfernt werden - das gilt auch für Österreich. Denn selbst Totholz hat für die österreichischen Wälder eine große Bedeutung. Gestorbene Bäume liefern nämlich immer noch wichtiges organisches Material und Nährstoffe sowie sind bedeutsame Wasserspeicher. Totholz ist zudem auch für zahlreiche Tier- und Insektenarten ein wertvoller Lebensraum. Außerdem entscheidend: Selbst wenn ein Baum stirbt, speichert er noch Kohlenstoff und hilft damit beim langfristigen Klimaschutz.

7. Bäume vererben ihr „Gedächtnis“

Was im ersten Moment absurd klingt, stimmt tatsächlich. Laut Forschungsergebnissen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) können Bäume ihre Erfahrungen vererben. Sie passen sich im Laufe ihres Lebens also nicht nur an immer wieder neue Bedingungen an, sondern geben ihre „Lifehacks“ auch an die nächste Generation weiter. So geht Nachhaltigkeit.

Was bei all diesen Fakten nicht vergessen werden darf: Die Wälder in Europa sind durch die Klimakrise besonders bedroht. Eine Klimarisikokarte soll hierbei gegenwirken.

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