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Good News: Österreichs Wälder wachsen täglich

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Von: Christian Kisler

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Montage: Baumwipfel von unten betrachtet, zarte Triebe eine Fichte
Österreich wachsen im Schnitt sechs Hektar im Jahr. © Franz Neumayr/APA-PictureDesk/BuzzFeed Austria

Borkenkäfer, Unwetter und Waldbrände können nicht verhindern, dass Österreichs Wälder weiterhin wachsen. Und zwar täglich. 89 Prozent davon werden genutzt.

Eigentlich schaut es ja gar nicht einmal so gut aus für unseren Wald. Borkenkäfer machen ihm zu schaffen, Unwetter setzen ihm zu, ich sage nur: Sturmschäden. Dazu kommt wegen der Klimakrise und trockenen Sommern eine ständige Waldbrandgefahr. Allen Widerständen zum Trotz wachsen die Wälder dennoch. „In den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche jeden Tag um sechs Hektar zugenommen“, erklärt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bei der Präsentation der Waldinventur für den Zeitraum 2016 bis 2021.

Wald macht fast die Hälfte der österreichischen Staatsfläche aus, nämlich 47,9 Prozent, das sind vier Millionen Hektar in Summe. Am meisten Zuwachs können die Wälder in gebirgigen Regionen im Westen des Landes verzeichnen, sowohl durch Aufforstung als auch auf natürliche Weise. „Der Klimawandel führt zwar zu einem Anstieg der Waldgrenze, dieser verläuft aber sehr langsam“, so Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) bei der erwähnten Präsentation.

Österreich liegt mit seinem Waldanteil weit über EU-Durchschnitt

89 Prozent des Zuwachses werden derzeit genutzt. Früher waren es nur zwei Drittel, dennoch wächst mehr nach als verbraucht wird. Trotzdem ist nicht alles eitel Wonne. Nicht alles wird geerntet, weil man etwa das Holz unbedingt will oder braucht. Vieles ist Opfer von Unwettern oder Borkenkäfern, die bevorzugt von Trockenheit geschwächte Bäume befallen. „Der Anteil an Nutzungen wegen ungeplanter Natureinflüsse ist in den vergangenen Jahren gestiegen“, erläutert Landwirtschaftsminister Totschnig.

Österreich liegt dennoch weit über dem EU-Schnitt mit seinen 47,9 Prozent Wäldern - der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte also nicht ganz unrecht, als er vor knapp zwei Jahren von „Waldstädten in Österreich“ fantasierte. Am meisten Wald gibt es jedenfalls in der Steiermark mit 62 Prozent, Kärnten mit 61 Prozent und Salzburg mit 52 Prozent. Wien ist mit 22 Prozent erwartungsgemäß Schlusslicht, schneidet für eine Großstadt im internationalen Vergleich aber immer noch sehr gut ab, dem Wiener Wald sei Dank.

Totholz klingt negativ, ist es aber nicht

„Totholz hat in den vergangenen Jahren um 18 Prozent zugenommen“, berichtete BFW-Chef Mayer. Was jetzt negativ klingt, ist gar nicht einmal so schlecht, es ist ein positiver Aspekt in Sachen Artenvielfalt. Schließlich dient das sich zersetzende Holz Tieren und Pflanzen zum Nisten, als Nahrung oder zur Überwinterung.

Wald wandelt CO2 in Sauerstoff um, er kühlt und ist eine Art natürliche Klimanlage und somit eine Lösung im Kampf gegen die Klimakrise. „Damit die Klimaanlage weiter funktioniert, ist aktive Waldwirtschaft wichtig“, sagt Totschnig und erwähnt dabei den immerhin 350 Millionen Euro schweren Waldfond zur Entwicklung „klimafitter Wälder“.

Dennoch wird der Wald auch ein Opfer der Klimakrise werden. Die Situation in Österreich ist noch nicht dermaßen drängend wie etwa in Südeuropa. Vor Österreich wird die Krise aber nicht Halt machen, mit Hitzewellen und Waldbränden wie jenen letztes Jahr an der Rax hat es erste Vorboten gegeben. Nicht umsonst soll demnächst der „Aktionsplan Waldbrand“ vorgestellt werden.

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