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World Health Day: 7 Gesundheitsrisiken, die auf die Klimakrise zurückzuführen sind

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Von: Sophie Marie Unger

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Eine Frau die an Depressionen leidet und eine Zecke auf einem Arm einer Person
Die Klimakrise belastet unsere Gesundheit - das sind mögliche Folgen. © Unsplash/APA Picturedesk

Der diesjährige Weltgesundheitstag soll mit dem Motto „Our Planet, our Health“ auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels aufmerksam machen.

Der Weltgesundheitstag am 7. April stellt jedes Jahr ein anderes gesundheitliches Thema in den Fokus. 2021 war es die gesundheitliche Chancengleichheit, heuer geht es um die Klimakrise. Sie ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nämlich vor allem auch eine besorgniserregende Gesundheitskrise, die zum Handeln auffordert. Erst am Montag hat der neue Bericht des Weltklimarates ein düsteres Bild gezeichnet. Spätestens in drei Jahren müssten die CO2-Emissionen sinken, ansonsten sind wir am direkten Weg zu einer 3 Grad wärmeren Welt. Und das hat auch gesundheitliche Konsequenzen.

Angefangen von der Einschränkung der Lebensqualität über reduzierte Leistungsfähigkeit bis hin zu ernsthaften Erkrankungen: Die Erhitzung des Planeten hat direkten Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Die WHO schätzt, dass jedes Jahr mehr als 13 Millionen Todesfälle auf der Welt auf vermeidbare Umweltursachen - also die menschengemachte Klimakrise - zurückzuführen sind. Wir haben euch einen Auszug an Gesundheitsproblemen zusammengestellt, die auf die Klimakrise zurückzuführen sind.

1. Hitzeschläge

Der Sommer 2021 war auch in Österreich unter den Top 10 der heißesten Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Die Temperaturen lagen durchschnittlich 0,5 Grad Celsius über dem Mittel. Das lässt sich nicht nur statistisch nachweisen, auch die Natur - der Rax-Brand war vergangenes Jahr vermutlich das prägendste Ereignis - zeigt ganz klar: Es ist zu heiß. Und wer in einer Wiener Dachgeschosswohnung ohne Klimaanlage wohnt, weiß vermutlich genau, was Sache ist.

Doch das kann wirklich gefährlich werden. Hitzewellen stellen vor allem für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen, die sich zum Beispiel berufsbedingt auch bei Hitze viel im Freien aufhalten, sowie Kleinkinder und Säuglinge ein Risiko dar. Folgen können Hitzschläge und -stiche, Herz-Kreislauf-Probleme, hitzebedingte Todesfälle sowie Hautschädigungen aufgrund von höherer UV-Strahlung sein.

2. Allergien

Die Erhitzung des Klimas hat klare Konsequenzen für unser Ökosystem, welches wiederum direkt auf unsere Gesundheit einwirkt - der wohlbekannte Kreislauf. Aufgrund steigender Durchschnittstemperaturen ist die Blütezeit der Pflanzen insgesamt länger, zudem kann Kohlendioxid die Pollenproduktion mancher Pflanzen erhöhen. Das führt zu allergischen Atemwegserkrankungen wie etwa Heuschnupfen, aber auch allergisches Asthma. Die allergischen Phasen dauern für Betroffene daher länger an, Studien haben aber auch bestätigt, dass die Klimakrise die Entstehung solcher pollenbedingter Atemwegserkrankungen überhaupt erst begünstigt.

3. Infektionen durch Zecken

Die bei uns heimische Zecke freut sich über die Erhitzung der Atmosphäre. Aufgrund der milden Winter überleben Zecken die kalte Jahreszeit und sind nahezu das ganze Jahr über aktiv. Dadurch verlängert sich wiederum auch die Zeit, in der sie auf Wirtssuche gehen und Krankheitserreger wie Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren und Borrelien übertragen können. Mit österreichweit 215 FSME-Erkrankungen hat es im Vorjahr ein Rekordhoch gegeben. Aber auch neue Zeckengattung ziehen die hohen Temperaturen an: so auch die Hyalomma-Zecke, auch als Tropenzecke bekannt. Sie ist für das Krim-Kongo-Fieber und das Fleck-Fieber verantwortlich.

4. Infektionen durch Gelsen

Ähnlich verhält es sich mit Gelsen und anderen Stechmücken. Mit der Klimakrise hat eine große Migration der Blutsauger begonnen, sie finden in vielen neuen Regionen gute Lebensbedingungen und übertragen bereits bekannte Krankheiten wie Dengue, Chikungunya, Zika, West-Nil-Virus, Gelbfieber und Malaria. Laut einer neuen Hochrechnung der University of Florida in Gainesville könnte fast eine Milliarde Menschen mehr als bisher diesen Tropenkrankheiten ausgesetzt sein. Dabei fördern nicht nur wärmere Winter die Ausbreitung der Insekten, sondern auch Extremwetterereignisse mit heftigen Regenfällen.

5. Pandemierisiko steigt

Eine Pandemie entsteht nicht aus heiterem Himmel, sie muss im Zusammenhang gesehen werden: Die Erderhitzung und unser Umgang mit Natur und Tier spielen dabei eine wichtige Rolle. Laut einer neuen Cambridge-Studie steigt in den kommenden Jahren die Wahrscheinlichkeit von Epidemien und Pandemien weiter an. Hierbei spielen natürlich mehrere Faktoren mit rein. Ein Grund, warum die Ausbreitung von Viren begünstigt wird, ist, dass die Klimakrise und damit der Mensch das natürliche Habitat von Tieren verändert und zerstört. Diese müssen sich neu orientieren und siedeln sich dann gezwungenermaßen nahe uns Menschen an. Das führt zu mehr Austausch zwischen menschlichen und tierischen Populationen und bietet Viren so die Gelegenheit zum Wechsel ihres Wirtes (Zoonosen).

6. Atemwegserkrankungen durch Feinstaub

Eine Belastung der Luft durch Feinstaub, Stickstoffoxide und Ozon hat Atemwegs- sowie weitere Erkrankungen zur Folge. Die Partikel dringen - je nach Größe - tief in die Lunge ein und können dort zu Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs führen. Feinstaubpartikel lösen zudem Entzündungen und Stress in menschlichen Zellen aus, was auch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems (zum Beispiel Arteriosklerose, Bluthochdruck, Blutgerinnung), des Stoffwechsels (zum Beispiel Diabetes Mellitus Typ 2) und des Nervensystems (zum Beispiel Demenz) auslösen kann. Die WHO hat zudem festgestellt, dass es keine Feinstaubkonzentration gibt, unterhalb derer eine schädigende Wirkung ausgeschlossen werden kann. 

7. Psychische Probleme

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Überschwemmungen haben neben der unmittelbaren (Lebens-)Gefahr Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, wie Angstzustände, Traumata und Depressionen. Diese Angst wird auch „Eco-Anxiety“ genannt und betrifft vor allem junge Generationen, wie eine neue SORA-Studie erst kürzlich bestätigt hat. Die drastischen Wetterumschwünge führen bei Wetterfühligen zu enormen Belastungen. 20 Prozent der Mitteleuropäer:innen leiden sogar beträchtlich unter bestimmten Wetterbedingungen - Frauen sind drei Mal häufiger betroffen als Männer.

Diese Extremwetter-Ereignisse haben in den vergangenen Jahren in Österreich zugenommen.

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