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Österreichs Klima: Im Osten oft heißer als im Westen

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Österreich ist geprägt von einem mitteleuropäischen Übergangsklima mit heißen Sommern und kalten Wintern. Wissenswertes über die Entwicklung des Klimas im Verlauf der letzten Jahre:

Da sich Österreich in der gemäßigten Klimazone, der nördlichen Hemisphäre, befindet, herrscht hier warmes bis kühl gemäßigtes Klima. Auch die Ausdehnung von West nach Ost und die abwechslungsreiche Topografie des nur 83.879 Quadratkilometer großen Landes mit Alpen und Pannonischer Tiefebene sorgt zwischen Burgenland und Vorarlberg (Ost nach West; Anm.) bzw. von Salzburg bis Kärnten (Nord nach Süd; Anm.) für ein stark strukturiertes Klima mit zahlreichen klimatische Abstufungen. Der Jänner gilt als der kälteste Monat in Österreich.

Laubbäume im Vordergrund. Im Hintergrund ist Wien von oben zu sehen.
Ein typischer Herbsttag mit Blick auf Wien. © Georges Schneider/photonews.at/Imago

Erst Mitte Februar steigen die Temperaturen wieder. Im März kann man dann schon Temperaturen um die 13 Grad erreichen. Im April und Mai kann es schon oft 15 bis 22 Grad erreichen. Der Sommer ist in Österreich mild bis heiß. Temperaturen im Juni um die 20 bis 25 Grad werden gemessen.

Der Juli kann sehr heiß mit Temperaturen bis zu 30 oder sogar 35 Grad ausfallen. Im August wird es hingegen schon wieder milder, hohe Luftfeuchtigkeit ist keine Seltenheit. Mit Temperaturen um bis zu 20 Grad kann der Herbst in Österreich mild und warm ausfallen, ab November werden oft niedrige gemessen. Der Winter in Österreich ist kalt. Im Norden und Süden Österreichs reichen die Temperaturen in den Wintermonaten fast nie über 10°C hinaus. Zudem fallen im Winter oft große Mengen an Schnee.

Was nimmt Einfluss auf das Klima in Österreich?

Da Österreich zentral in Europa liegt, fällt es in den Übergangsbereich vom ozeanischen (atlantischen) zum kontinentalen Klima. Atlantisches Klima bedeutet: relativ hohe Niederschlagsmengen und moderate Temperaturverläufe (kühle Sommer und relativ milde Winter). Auf der anderen Seite steht das Kontinentalklima für starke Temperaturunterschiede im Jahresverlauf, also heiße Sommer und kalte Winter.

Großen Einfluss auf das Klima in Österreich haben insbesondere im Süden des Landes mediterrane Strömungen aus Europas Süden. Der Westen Österreichs nördlich des Alpenkamms wird noch von den Ozeanen beeinflusst, ist deshalb überwiegend feucht und kühl. Das tiefer gelegene Wiener Becken im Osten des Landes trennt die Alpen von den Karpaten und sorgt daher für kontinentales Wetter mit spürbar weniger Niederschlägen. Die Sommer sind deshalb in Niederösterreich, Wien und Burgenland erheblich wärmer und die Winter dafür kälter. Der Süden des Landes wird vor allem vom Mittelmeer mit seinen regenreichen Tiefdruckgebieten beeinflusst.

Klima in Österreich: Der Niederschlag

Das Klima und damit auch die Wetterbedingungen sind aufgrund verschiedener geografischen Zonen in Österreich unterschiedlich, wobei vor allem die Alpen eine wichtige Wetterscheide sind. Vor allem im Alpenvorland und im Bregenzerwald fällt viel Niederschlag, bis zu 3.000 Millimeter pro Jahr. Die Regionen mit dem geringsten Niederschlag liegen im Weinviertel und im Burgenland, hier sind es im Jahresdurchschnitt nur 500 Millimeter.

Zu den höchsten Niederschlagsmengen kommt es dadurch, dass in weiten Teilen Österreichs die Winde aus westlicher bis nordwestlicher Richtung kommen, wodurch es zum Nordstau an den Nördlichen Kalkalpen und an der Hauptkette der Zentralalpen kommt. Zusätzlich dazu sind die Nordalpen eine wirksame Wetterscheide für das Klima in Österreich – an der windzugewandten Seite herrscht ergiebiger Steigungsregen, an der abgewandten Seite (Regenschatten) sinkt die abgeregnete Luftmasse ab und erwärmt sich.

In dessen Folge kommt es zu einer Auflösung der Wolken. Daher regnet es in den inneralpinen Längstälern und Beckenlagen wesentlich weniger. Im nördlichen Alpenvorland können die westlichen Luftströmungen hingegen fast ungehindert vordringen. Von Westen nach Osten nehmen die Niederschlagsmengen ab. Auf das Sommerhalbjahr (April bis September) entfallen etwas mehr als sechzig Prozent der Jahressumme, auf das Winterhalbjahr (Oktober bis März) dementsprechend etwas weniger als vierzig Prozent. Die auf das ganze Jahr bezogen regenreichste Region befindet sich an der Wetterstation Feuerkogel. Die trockenste Gegend liegt bei Wien.

Klima in Österreich: Niederschlag in Zahlen & Daten

Die Niederschlagshöhe gibt an, wie hoch flüssiger Niederschlag eine horizontale Erdbodenfläche (1 Quadratmeter; Anm.) in einem Betrachtungszeitraum bedecken würde, wenn nichts von dieser Fläche abfließen, verdunsten oder versickern könnte. Im September 2021 fiel in Innsbruck mit 94 Millimeter der meiste Niederschlag, gefolgt von Bregenz (91 mm) und Salzburg (59 mm). Die geringsten Niederschlagsmengen verzeichneten im September 2021 Wien (20 mm), Linz (19 mm) und Eisenstadt (18 mm). Von Oktober 2020 bis Oktober 2021 lag der durchschnittliche Niederschlag (in Millimetern) in Österreich bei diesen Werten:

Klima in Österreich: Rekorddaten in Österreich

Im Oktober 2021 betrug die Temperatur in Österreich durchschnittlich 7,6 Grad Celsius. Damit war es kühler als im Vormonat und genau gleich warm im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die heißeste seit 1949 bis Juni 2021 gemessene Temperatur wurde von der Wetterstation Wien gemeldet: Im Juli 2020 wurde in der Bundeshauptstadt die Rekordtemperatur von 35,9 °C gemessen. Im Juli 2021 wurde in Bad Deutsch-Altenburg der Hitzerekord mit 37,5 Grad geknackt. In Wien-Stammersdorf hatte es 37,1 Grad, 36,8 Grad wurden in der Wiener Innenstadt gemessen.

Den kältesten Tag im Verlauf der letzten 72 Jahren meldete die Wetterstation Villacher Alpe. Hier fiel die Temperatur im Februar 2021 auf -22,1 °C.

Den kältesten Winter (Januar bis März) gab es im Jahr 1963 bei nur durchschnittlichen -3,6 °C.

Die meisten Niederschläge fielen in Österreich im Juli 1997. Mit durchschnittlich 17,1 mm pro Tag erfasste die Wetterstation Feuerkogel die höchsten Werte der letzten 72 Jahre.

Von Oktober 2020 bis Oktober 2021 lag die durchschnittliche Temperatur in Österreich (= Monatsmittelwerten der gemessenen Temperaturen um 7 und 19 Uhr MEZ sowie der Minimal- und Maximaltemperaturen) bei diesen Werten:

Klima in Österreich: Die Klimakrise im Lauf der Geschichte

Als eines der Hauptmerkmale der Klimakrise merkt man Veränderungen an der Jahresdurchschnittstemperatur. Die instrumentell gemessenen Temperaturen Österreichs liegen für die letzten 250 Jahre vor, wobei auffällig ist: Vergleicht man die heutigen Temperaturen mit dem relativ warmen späten 18. Jahrhundert, so ergibt sich eine Gesamterwärmung von gut einem Grad.

Und: Seit 2011 lag die Durchschnittstemperatur in Österreich durchgängig über dem langjährigen Mittelwert. Die Österreicher:innen sehen den Klimawandel als größte Bedrohung der Gesellschaft. 61 Prozent gaben bei einer Befragung, die das Market-Institut im November 2021 im Auftrag der Allianz Österreich durchgeführt hat, an, dass sie die Erderwärmung als höchstes Risiko einschätzen. Die Hauptakteure im Kampf gegen den Klimawandel sahen die meisten Befragten in der Politik (30 Prozent), der Wirtschaft (22 Prozent) und der Industrie (18 Prozent). Fakten der Klimakrise in Österreich sind:

Von Wolfgang Wonesch

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