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Die Wiener Öffis produzieren ihren Solarstrom jetzt selbst

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Von: Christian Kisler

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Montage: U-Bahn-Station „Alte Donau“, Solar-Paneele auf dem Dach der U-Bahn-Station „Ottakring“
Auf den Dächern von Gebäuden der Wiener Linien werden Solar-Anlagen errichtet. © Alexandra Gritsevskaja/Johannes Zinner/Wiener Linien/BuzzFeed Austria

Nicht weniger als 20 Gebäude der Wiener Linien werden heuer in Solarkraftwerke verwandelt. Dabei wird so manche U-Bahn-Station zur Gänze ihren eigenen Strom erzeugen.

Wer einen Weg innerhalb einer Stadt wie Wien zurücklegen und dabei möglichst wenig Muskelmasse verbrennen will, macht das am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Umweltfreundlicher ist nur zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Das ist bekannt, deswegen werden in der österreichischen Bundeshauptstadt die Straßenbahnen, Busse und U-Bahnen der Wiener Linien besonders gern in Anspruch genommen. Gut so, besser als mit dem Auto ewig im Stau zu stehen und die Luft zu verpesten, ist das allemal. Eine Stadtseilbahn hingegen ist doch eher Zukunftsmusik.

Wiener Linien wollen die Energiewende schaffen

Keine Zukunftsmusik hingegen ist die sogenannte Energiewende, die denn Umstieg von fossilen Brennstoffen, also Öl, Kohle, Gas in allen möglichen Variationen, auf alternative Formen der Energieerzeugung dringend nötig macht. Bis 2040 soll das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden, was mit der Kraft von Biomasse, Wasser, Wind und Sonne erreicht werden soll. Solarenergie lässt sich vielfältig einsetzen, etwa in Form von Öko-Solar-Biotopen, mit deren Hilfe grüner Strom und gutes Gemüse gewonnen werden können.

Aber auch in dichtbebauten Städten lässt sich die Kraft der Sonne gut nutzen. So befindet sich etwa eine Photovoltaikanlage am Wiener Zentralfriedhof. Und diese gehört zu Wien Energie, die genauso wie die Wiener Linien die Wiener Netze als Mutterschiff haben. Naheliegend also, dass man gemeinsame Sache macht. Immerhin hat sich die Wiener Stadtregierung zum Ziel gesetzt, bis zum Ende ihrer jetzigen Regierungsperiode, also 2025, jedes Jahr durchschnittlich so viele Solaranlagen zu bauen wie in den letzten 15 Jahren zusammen. Bis 2030 soll die Photovoltaik-Fläche von bis zu 100 Fußballfeldern pro Jahr errichtet werden.

20 Öffi-Gebäude werden zu Solarkraftwerken

Geeignet sind dafür auf jeden Fall auch die Dächer öffentlicher Gebäude, sofern es Statik und sonstige Beschaffenheit zulassen. Zunächst sollen 20 Öffi-Gebäude mit etwa 70.000 Quadratmeter Dachfläche in Solarkraftwerke verwandelt werden, weitere sollen folgen. „Künftig wird bei allen Bauprojekten und Sanierungen geprüft, ob die Errichtung von Photovoltaikanlagen möglich ist. Die 20 fixierten Anlagen bis 2025 befinden sich quer durch die Stadt auf Öffi-Stationen, aber auch auf der neuen Lehrwerkstätte“, erklärt Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien, in einer Aussendung.

Mit Sonnenkraft sollen in den Stationen der Wiener Linien künftig Beleuchtungen, Rolltreppen und Aufzüge betrieben werden. Und nicht nur das, so sollen 2.000 Tonnen an CO2-Emissionen im Jahr eingespart werden, womit man beweisen will, dass durch das Fahren mit Öffis zumindest ein bisschen das Klima gerettet werden kann. Den Anfang macht die U1-Station „Alte Donau“, die derzeit ohnehin saniert wird. Demnächst wird dort ein Solarkraftwerk in Spitzenstunden in der Lage sein, nicht nur die gesamte eigene, sondern auch die angrenzenden U1-Stationen mit grünem, also klimafreundlichem Sonnenstrom zu versorgen.

Die Wiener Linien haben schon einmal Solarpaneele auf einer U-Bahn-Station montiert

Freilich ist man nicht erst jetzt auf die Idee gekommen, Solarpaneele auf U-Bahn-Stationen zu montieren. Bereits 2019 hat man in einem Pilotprojekt eine erste Photovoltaikanlage auf dem Dach der U3-Station „Ottakring“ errichtet. Allerdings hat die neue Aktion der Wiener Linien und von Wien Energie mit 20 Öffi-Solaranlagen doch bedeutend größere Dimensionen und ist ein weiterer Schritt in Richtung Klimaneutralität. Mir als altem Öffi-Fahrer soll das nur recht sein.

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