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Vor 25 Jahren wurde auf der Donauinsel das erste Wiener Windrad aufgestellt

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Von: Christian Kisler

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Das Windrad auf der Donauinsel, aus der Ferne und in Nahaufnahme.
Vor 25 Jahren wurde auf der Donauinsel das erste Wiener Windrad errichtet. © Tobias Steinmaurer/Roland Schlager/APA-PictureDesk

Das erste Windrad in Wien wurde vor 25 Jahren auf der Donauinsel in Betrieb genommen. In einer Stadt ist diese Art der Energieerzeugung dennoch selten.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, ist neben Wasser und Sonne einer der klimafreundlichen Energielieferanten. Das ist bekannt und eine Chance, die man sich angesichts drohender Gasknappheit nicht entgehen lassen sollte. Um den Gasausstieg voranzutreiben, nimmt Wien Energie eine Milliarde Euro in die Hand. Neben Geothermik und Photovoltaik wird dabei auch massiv in die Windkraft investiert. Schließlich soll bis 2030 ein Viertel des Strombedarfs durch Strombedarf gedeckt werden. Sparsam damit umgehen ist dennoch nicht die schlechteste Idee.

In manchen Gegenden Österreichs gehören Windparks bereits zum Landschaftsbild, etwa im Wiener Umland in Niederösterreich und im Burgenland. In der Bundeshauptstadt selbst sind Windräder aber eine Seltenheit, und das, obwohl hier eigentlich immer ein mehr oder weniger kräftiger Wind bläst. Ich nenne das dann Frisurenkillerwetter.

Das Windrad auf der Donauinsel kann 100 Wiener mit Ökostrom versorgen

Immerhin: Am 23. Mai 1997 wurde bei der Steinspornbrücke auf der Donauinsel das erste Windrad in Wien in Betrieb genommen. Bis heute werden damit etwa 100 Wiener mit Ökostrom versorgt. Was damals der höchste Stand der Technik war, ist heute selbstverständlich überholt, immerhin sind seitdem 25 Jahre vergangen. Was gleich geblieben ist: In Wien, wie wir wissen, eine Großstadt, herrschen strenge Auflagen, was das Aufstellen eines Windrads anbelangt. Das kann nicht einfach irgendwo in die Landschaft gepflanzt werden.

In der Stadt müssen Abstandsregeln auf den Millimeter genau beachtet werden, außerdem haben die Anrainer:innen ein Mitspracherecht. Verständlich, wer will schon ein 150 Meter hohes Windrad vor dem Fenster haben. Von der Größe hängt auch ab, in welchem Abstand es errichtet werden darf.

In Wien erzeugen neun Windräder Strom

Damit wären wir bei einem weiteren Punkt: Wien ist dicht verbaut, hier ist einfach kaum Platz. Folglich gibt es in der ganzen Stadt gerade einmal neun Windräder, allesamt auf offenem Feld, etwa in Unterlaa und Breitenlee. Immer noch mehr als in Vorarlberg. Dort wehrt man sich mit Händen und Füßen dagegen, es gibt also, richtig, gar keines. Übrigens: Je größer das Windrad, desto mehr Strom kann erzeugt werden. Jeder Meter an Höhe bringt ein Prozent mehr Energieertrag, baut man die Flügel doppelt so lange, erhöht sich die Leistung gleich um das Vierfache.

Im Schnitt erzeugt ein einziges der von Wien Energie betriebenen Windräder soviel Strom, dass du zwei Jahre durchgehend, also rund um die Uhr, Playstation spielen könntest. Nicht gesund, aber eine beeindruckende Leistung. Du könntest auch 15.000 Liter Wasser kochen, womit du dir jede Menge Tee und Pasta zubereiten könntest. Die Kraft des Windes darf also nicht unterschätzt werden. Und nie vergessen: Möge der Wind in deinem Rücken nicht dein eigener sein.

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